27.09.2012

„VolontiRAJ NA ZEMLJI!“ - Engagiere Dich für den Himmel auf Erden!

Unter diesem Motto beteiligen sich Ende September in Bosnien und Herzegowina hunderte Jugendliche beim Projekt „72 Stunden ohne Kompromiss“, das vom Jugendzentrums „Johannes Paul II.“ organisiert wird. Schon die erste Aktion im Jahr 2010 war ein voller Erfolg, denn es ist gelungen, die Vorurteile gegen Freiwilligen-Arbeit in Bosnien und Herzegowina abzubauen. Die Jugendlichen spüren, dass sie mit ihrer sozialen Arbeit etwas bewegen können.

„72 Stunden ohne Kompromiss“ ist eine Freiwilligen-Aktion, die in vielen europäischen Ländern stattfindet. Auch das Jugendzentrum Johannes Paul II., ein Projektpartner von Renovabis in der Erzdiözese Sarajevo, beteiligt sich daran. Vom 27. – 30. September 2012 arbeiten Jugendliche dort drei Tage (72 Stunden) lang in kleinen Sozialprojekten mit. Es ist bereits die zweite Aktion, die nun alle zwei Jahre stattfinden soll. Im Jahr 2010 haben sich mehr als 800 Jugendliche aus 50 Gemeinden bei 42 sozialen, ökologischen, kreativen oder medialen Projekten mitgeholfen - ein großer Erfolg für die Erzdiözese Sarajevo.

Das “Jugendzentrum Johannes Paul II.” beim Katholikentag 2012, Mannheim

  • Aktion: 72 Stunden ohne Kompromiss
  • Aktion: 72 Stunden ohne Kompromiss
  • Aktion: 72 Stunden ohne Kompromiss
  • Aktion: 72 Stunden ohne Kompromiss

Der Einsatz von Freiwilligen ist in Bosnien und Herzegowina gesetzlich nicht geregelt und in Schul- und Freizeitprogrammen selten vorgesehen. Durch „72 Stunden ohne Kompromiss“ sollen Menschen an die Idee der gemeinnützigen Arbeit herangeführt werden. Die Jugendlichen erfahren, dass sie in ihrer Gesellschaft etwas bewegen können, die ältere Generation baut Vorurteile gegenüber der Freiwilligen-Arbeit ab. Das Projekt kommt nicht nur den Jugendlichen, den Erwachsenen oder den Katholiken, sondern der ganzen Gesellschaft in Bosnien und Herzegowina zugute.

Interview mit Pfarrer Dr. Šimo Maršić

Auf dem Katholikentag 2012 in Mannheim erhielt der BDKJ für das Projekt “72 Stunden ohne Kompromiss” den Katholikentags-Preis. Aus diesem Anlass besuchte auch eine Gruppe vom “Jugendzentrum Johannes Paul II.” den Renovabis-Stand. Bei dieser Gelegenheit sprach Renovabis mit dem Leiter des Jugendzentrums Pfarrer Dr. Šimo Maršić, über die Hoffnungen der Jugend in seinem Land.

Pfarrer Maršić, Sie haben das Jugendzentrum „Johannes Paul II.“ mit ins Leben gerufen. Was bedeutet das für Sie?

Das ist eine ganz neue Idee in unserem Land. 2011 ist es fertig geworden. Renovabis und andere Partner haben uns beim Aufbau unterstützt. Wir wollen nun auch unsere Regierung davon überzeugen und hoffen, Unterstützung zu bekommen.

Sie schreiben in Ihrem Prospekt, dass sich Jugendliche ohne Angst begegnen sollen. Was heißt das in Bosnien und Herzegowina?

Wir haben Angst, wenn wir nichts von den anderen wissen. Auch fast 20 Jahre nach dem Bosnienkrieg herrschen bei uns noch immer viele Vorurteile zwischen den verschiedenen Ethnien, die gleichzeitig auch verschiedene religiöse Gruppen sind. Das Problem ist, dass die Leute sich gar nicht erst treffen und nicht über die Unterschiede sprechen. Wir möchten, dass unser Jugendzentrum ein Ort ist, wo wir den anderen ohne Angst zuhören können, wo wir voneinander lernen können was Katholiken, Muslime oder Orthodoxe glauben. So können wir die Spannungen in der Gesellschaft abbauen. Wenn wir etwas über die anderen wissen, sie kennenlernen, dann verschwindet die Angst voreinander.

Inhalt erstellt: 27. September 2012, zuletzt geändert: 01. Oktober 2012