29.04.2013

Aktionseröffnung in Trier

„Das Leben Teilen – Solidarisch mit behinderten Menschen im Osten Europas“ lautet das Motto der 21. Pfingstaktion von Renovabis, die am 28. April mit einer Eucharistiefeier im Trierer Dom eröffnet worden ist. Renovabis macht in den kommenden Wochen der Pfingstaktion auf die schwierigen Lebensumstände von behinderten Menschen im Osten Europas aufmerksam. Informationen zum Programm und zu den Veranstaltungen im Bistum Trier finden Sie auf den Seiten des Bistums. Den Abschluss der Pfingstaktion markiert der Gottesdienst am Pfingstsonntag in Passau. An diesem Tag kommt die Kollekte in allen katholischen Kirchen Deutschlands dem Hilfswerk Renovabis zu Gute.

Dem Thema der Pfingstaktion entsprechend stand der Gottesdienst im Zeichen der Inklusion. Pfarrer Ralf Schmitz und der Gebärdenchor der Gehörlosengemeinde Trier übersetzten Teile des Wortgottesdienstes und die gesungenen Lieder simultan in Gebärdensprache. Eine Lesung wurde in ukrainisch vorgetragen, die zweite wurde von einer Rollstuhlfahrerin am Fuße der Altarstufen in leichter Sprache gelesen.

Die Worte aus der Offenbarung des Johannes über das himmlische Jerusalem klingen in dieser Sprache, die Menschen mit geistiger Beeinträchtigung die Verständigung erleichtert, dann so: „Das ist die Wohnung von Gott. Gott wohnt mitten unter den Menschen.“ In einer Gabenprozession wurden Symbole für Barrieren, aber auch für deren Überwindung zum Altar gebracht: eine Krücke, ein Schulbuch, eine Blindenbibel, ein Handy sowie eine in einer Behindertenwerkstatt gefertigte Stoffpuppe.

“Viele Barrieren bestehen immer noch”

„Viele Barrieren sind schon abgebaut worden. Aber viele Barrieren bestehen immer noch. Am schwersten zu überwinden, so sagen uns die Betroffenen und die Fachleute, sind die Barrieren in unseren Köpfen“, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann. Erschütternd finde er, dass auch neue Barrieren aufgebaut würden. Ackermann machte auf einen Widerspruch aufmerksam: Einerseits erhielten Behinderte mehr denn je die Chance am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, während „andererseits aber verbesserte Diagnosemöglichkeiten während der Schwangerschaft oder sogar davor dazu führen, dass Menschen mit einer voraussichtlichen Behinderung der Eintritt ins Leben verwehrt wird“. Der Bischof griff die in der Tageslesung beschriebene Vision der himmlischen Stadt auf: In ihr sei die Inklusion vollendet. Die Menschen seien dazu aufgefordert, bereits auf Erden nach dem Gesetz der Liebe zu leben, das in dieser Stadt gelte: „Dann beginnt der Himmel hier unter uns, dann dürfen wir uns einmal voller Stolz Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gottes nennen.“

Eine Erfolgsgeschichte für Ost und West

Ackermann erinnerte auch an die Anfänge des Hilfswerks Renovabis vor 20 Jahren. Die erste Geschäftsstelle war in der Pfarrei St. Matthias in Trier untergebracht. Zwei Akteure der ersten Stunde, die den Gottesdienst mitfeierten, stammen ebenfalls aus dem Bistum Trier: Weihbischof Leo Schwarz und die damalige Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Rita Waschbüsch. „Als Bischof bin ich stolz, dass beide Trierer sind. So hat das Bistum, das so weit im Westen der Republik liegt, seinen Beitrag für einen Neuanfang in Osteuropa geleistet“, betonte Ackermann. Der von Renovabis wesentlich getragene Austausch mit dem Osten sei für beide Seiten eine Erfolgsgeschichte, meinte der Bischof. Auch der Westen habe viel entdecken können, etwa den „Reichtum kirchlicher Traditionen und Spiritualität der unierten Ostkirchen, und vor allem den Reichtum des Zeugnisses derjenigen, die trotz eines verordneten Atheismus am Glauben festgehalten und ihn weitergegeben haben.“

Bischof Dr. Stephan Ackermann feierte den Gottesdienst gemeinsam mit Erzbischof Volodymyr Vijtyshy aus Ivano-Frankivsk (Ukraine), dem gerade zum Erzbischof ernannten Dr. Duro Hranic aus Dakovo-Osijek (Kroatien), dem emeritierten Trierer Weihbischof Leo Schwarz, Dompropst Werner Rössel sowie Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Stefan Dartmann SJ. Neben dem Mädchenchor am Trierer Dom unter der Leitung von Thomas Kiefer wirkten auch die Schola St. Martin Düngenheim-Kaisersesch-Ulmen, das ukrainische Ensemble Burdon, Domkapellmeister Stephan Rommelspacher und Domorganist Josef Still an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes mit. Mehr Informationen rund um die Eröffnung der Pfingstaktion im Bistum Trier gibt es unter www.renovabis.bistum-trier.de

Inhalt erstellt: 29. April 2013, zuletzt geändert: 14. Mai 2013