Christoph Fuhrbach startet erneut beim "Transcontinental Race 2018" - auch mit Logo von Renovabis auf dem Trikot.
Christoph Fuhrbach nimmt am "Transcontinental Race 2018" teil und berichtet von unterwegs.
Foto: Collage Renovabis
07.08.2018 – Transcontinental Race 2018

Christoph Fuhrbach berichtet von unterwegs (Teil 1)

Tour-Tagebuch mit Bildern und O-Tönen von Christoph Fuhrbach, der zum zweiten Mal am Ultradistanzrennen „Transcontinental Race“ durch Europa teilnimmt und damit auch für die Arbeit von Renovabis wirbt.

6. August 2018

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-06, 23:32 (MP3, 4 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 6. August 2018, 23:32 Uhr

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-06, 13:02 (MP3, 5 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 6. August 2018,13:02 Uhr

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-06, 06:21 (MP3, 3 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 6. August 2018, 06:21 Uhr.

Einen schönen guten Morgen aus Varaždin im Norden Kroatiens.
Was mir gerade durch den Kopf gegangen ist: Im wahrsten Sinne des Wortes ein Unterschied zwischen Tag und Nacht, als ich gestern hier ankam, vier Stunden geschlafen habe. Ich fühle mich so unglaublich viel besser und wieder voller Freude.
Ich sehe den Sonnenaufgang hier über der Stadt und fahre Richtung Zagreb, Richtung Bosnien und Herzegowina, Richtung vierten Kontrollpunkt und freue mich sogar plötzlich wieder auf das, was kommen mag. Mir geht dabei auch durch den Kopf, wie manche Menschen nicht freiwillig auf Schlaf verzichten, wie ich, sondern dazu genötigt werden, an denen also Schlafentzug durchgeführt wird, damit sie Dinge, die bestimmte Regime von ihnen hören wollen, irgendwann zugeben, nur damit sie schlafen dürfen. Das ist vielleicht eine der allerschlimmsten Foltermethoden. Dies kann ich im Moment ein bisschen nachvollziehen, obwohl es nur ein ganz kleiner Bruchteil ist, den ich da gerade erlebe.
Ich bin also mal wieder frohen Mutes. Ich bin inzwischen auch so realistisch zu wissen, dass dies nicht die letzte Krise gewesen sein wird. Am liebsten würde ich jetzt voll durchstarten. Ich spüre das Knie noch ganz leicht. Schade, dass das Tape, das wirklich gut tut, nicht richtig hält, denn es löst sich immer wieder. Solang es hält, geht es dem Knie recht gut. Dem linken Knie geht es schon besser, sodass ich es heute nicht einmal mehr getaped habe. Nur das rechte macht mir noch ein bisschen Probleme. Gestern Abend habe ich das wieder ziemlich stark gemerkt und war deshalb noch extra froh, dann in Varaždin angekommen zu sein. Euch allen einen guten, sonnigen Tag, für die die heute wieder mit der Arbeit beginnen. Alles Gute und einen guten Start nach einer hoffentlich schönen Urlaubszeit und hoffentlich kein zu krasser Übergang. Herzliche Grüße und bis bald – Ciao!

09:27 Uhr: Kaffee und Kakao mit Otto Raffai

Der frohe Mut vom Tagesstart in Varaždin wurde östlich von Zagreb getoppt, als Otto Raffai von der kleinen Nichtregierungsorganisation RAND (Regionale Adresse für gewaltfreies Handeln) Christoph Fuhrbach abpasste und sie das Selfie schossen. Die beiden hatten sich auf der Vorbereitungstour zum TCR im April 2018 kennen- und schätzen gelernt. Gemeinsam mit seiner Frau Ana hat Otto Raffai die NGO gegründet, zu der auch Renovabis Kontakte unterhält. Interreligiöse Versöhnungsarbeit ist der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Sie beraten und begleiten unterschiedliche Gruppen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien und arbeiten an kleinschrittigen Ansätzen der Konfliktbearbeitung. Mehr Verständnis unter den Volksgruppen ist ihr Ziel - angesichts der kriegsbelasteten Vergangenheit nach wie vor sehr wichtig.
Beide freuten sich über das kurze Treffen bei Kaffee und Kakao, bevor es für Christoph weiter ging - das Ziel der Top Ten weiter vor Augen.

5. August 2018

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-05, 05:51 (MP3, 1 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 5. August 2018, 05:51 Uhr.

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-05, 05:54 (MP3, 3 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 5. August 2018, 05:54 Uhr.

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-05, 06:00 (MP3, 5 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 5. August 2018, 06:00 Uhr.

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-05, 21:56 (MP3, 4 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 5. August 2018, 21:56 Uhr.

4. August 2018

Christoph Fuhrbach im Trikot

2018-08-04, 08:30 (MP3, 4 MB)

O-Ton Christoph Fuhrbach am 4. August 2018, 08:30 Uhr.

3. August 2018

Waidhofen an der Thaya, 01:44 Uhr

Angekommen! Vor vielleicht 70km Martin Temmen (Cap143) getroffen. Haben beschlossen, zusammen zu radeln.

05:11 Uhr

Gestern am Mittag stach mich noch eine Wespe in den linken Fuß... Sehr kurze Nacht. Martin stellte den Wecker, und wir wurden beide aus dem Tiefschlaf geholt. Erstes Mal, dass ich beim TCR nicht von selbst aufgewacht wurde. Heute könnte es hart werden, merke auch meine Knie wieder...

06:27 Uhr

Einen schönen guten Morgen! Ich möchte mich noch mal kurz melden, denn so langsam kommen die Lebensgeister wieder zurück. Ich hab den Martin schon auf den Weg geschickt, denn ich hab heute wirklich ein bischen gebraucht. Es war aber sehr nett, wir sind uns gestern abend begegnet, so irgendwann nach 22 Uhr, auf winzigen Landstraßen. Wenig besiedelte Region, hoch und runter, sogar ziemlich steil, also beim Abfahren mit dem kleinen Lichtkegel mußte man da wirklich gut aufpassen. Und dann wieder hoch - quälen ist das falsche Wort, aber es war schon anstrengend. Und auf einmal stand, nachdem ich lange niemanden mehr gesehen hatte, weder ein Auto noch einen Mensch auf der Straße, stand ein Fahrrad mit einem blinkenden Rücklicht da. Ich habe angehalten und das war der Martin und wir haben uns freundlich gegrüßt, uns kurz ausgetauscht und sind dann schnell übereingekommen: ach, lass uns doch zusammen fahren, ist ja erlaubt, wenn man sich keinen Windschatten gibt. Es war sehr nett! Dann habe ich ihm erzählt, fast schon mit schlechtem Gewissen, dass ich mir schon eine Hotel gebucht hab und wir sind übereingekommen, dass er auch in dem Zimmer schlafen kann. Ich hab gerade den Hotelchef noch gesehen und ihm etwas erzählt vom Rennen. Das ruft doch immer wieder verwunderte Blicke hervor..

Ich hoffe, dass es bei mir jetzt wieder geht. Wegen dem Wespenstich mache ich mir keine großen Sorgen. Es ist etwas Hitze drin, aber das wird wieder zurückgehen, ich habe auch keine großen Schmerzen. Mit den Knien habe ich den Eindruck, dass es jetzt beim Gehen auch nicht weh tut. Vielleicht ist es auf dem Fahrrad auch unproblematisch. Ich werde es jetzt mal langsam angehen lassen und versuchen, bis zum dritten Kontrollpunkt zu kommen, im allerbesten Fall auch bis nach Königgrätz, aber das ist wahrscheinlich übertrieben für heute. Wobei: dann wird's schwer mit den 10 Tagen. Aber wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.
Euch einen guten Tag, bis bald!

10:34 Uhr: Um- und Anderswege

Ihr Lieben, jetzt möchte ich euch auch mal an meinem Gemütszustand teilnehmen lassen. Das gehört auch unbedingt zum TCR. Manchmal denk ich: Mensch das geht ja wieder, alles in Ordnung. Der Wesepenstich scheint wieder zurückzugehen und mit meinen Sandalen ist es ja auch gut einzustellen. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, fahre ich heute viele verschiedene Wege. Man könnte sagen, sie dühren alle früher oder Später zum Kontrollpunkt 3, aber manche sind halt direkter, andere sind extra Wege. Ich mßte eine andere Route fahren, als vorher geplant nd da fubktionierte mein Garmin nicht wie vorgesehen. Es gab eine Baustelle mit weiträumiger Umfahrung, dann wollte ich eine andere Straße nehmen, die war dann aber auch gesperrt.
Irgendwann dachte ich, die Umfahrung kann überhaupt nicht richtig sein, weil die in eine völlig falsche Richtung ging, bin wieder umgedreht, aber sie war dann doch richtig. Ich denke dann "soviel Rückstand, wie ich mir eingefahren haeb, das wäre überhaupt nicht nötig gewesen" und dann wieder an das Kinderbuch Mortimer im Glück, Egal, welches Missgeschick ihm auch passiert war, hinterher merkte er, dass es ihn weiter gebracht hatte. Was nicht so einfach ist, wenn man auf's Gesamtklassement und das Zeitlimit von 10 Tagen schaut, was ich ja tue. Ich ringe mir mir, daran wollte ich euch teilnehmen lassen.

20:29 Uhr

Ich bin doch wieder eine Riesenschleife gefahren, wieder wegen einer risigen Baustelle. Die Straße total ausgehoben, nur noch Erde zu sehen, weite, weite Umfahrung. Die Richtung wurde schlechter und schlechter, und ich wußte nicht, wie weit geht das noch. Ich bin durch kleinste Weiler gekommen. Auf einmal hat die Richtung wieder gewechselt und wurde etwas besser und dann wußte ich, ich komme wenigstens wieder zurück, habe aber wieder viel Zeit verloren. Dann habe ich heute wirklich Knieschmerzen gehabt, nicht extrem, aber ziemlich unangenehm, so dass ich mir wirklich Gedanken gemacht habe, wie das heute noch geht und wie das in den nächsten Tagen weiter gehen soll. Hab dann die Sattelstütze einen halben Zentimeter hoch gemacht, links ist es jetzt weg, rechts spüre ich es noch. Ich hoffe, dass ich es heute abend kühlen kann und das es dann wieder besser wird. Ich bin super spät. Damit ist auch mein Plan dahin, heute abend noch den dritten Kontrollpunkt zu erreichen trotzdem noch früh ins Bett zu gehen, um morgen früh zustarten und über Wien hinaus zu fahren. Das hat mich kurz frustriert, aber ich wills jetzt so annehmen, wie es ist und versuchen, dass beste draus zu machen. Ich fahre jetzt noch zum Kontrollpunkt. Ich werde sicher wieder in die Dunkelheit reinmüssen, aber die Straße ist abends nicht mehr stark befahren. ich hoff, dass es oben noch ein Zimmer gibt und dann werde ich einige Stunden schlafen und mit dem Sonnenaufgang starten, runter nach Polen fahren, hoch zurück, frühstücken und dann weiter nach Österreich.

2. August 2018

Kranjska Gora, 04:17 Uhr

Guten Morgen! Ich hab super geschlafen, die Entscheidung war genau richtig, hier gestern einzukehren und Pause zu machen. Ich fühl mich fast wie neugeboren. Ich weiß, die Achterbahnfahrt wird sicher weitergehen, aber ich freu' mich riesig auf den Tag und kann mir eigentlich nichts Schöneres vorstellen, als genau heute durch Österreich von Süd nach Nord zu fahren. Ich werde das Land in der Mitte, bzw. eher im Osten fast komplett durchqueren. Ich freu mich auf den Tag und bin gespannt ob ich's schaffe bis Waidhofen an der Thaya ganz im Norden zur Tschechischen Grenze. Ich würde gerne morgen am frühen Abend den dritten Kontrollpunkt an der polnisch-tschechischen Grenze erreichen und dann in Hradec Králové (Königgrätz) übernachten. Abends, ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang anzukommen, vielleicht 4 Stunden schlafen und dann weiterfahren wäre super. Dann läge ich auch nach wie vor in meinem "unter 10 Tage"-Plan. Schauen wir mal, was der Tag bringt! Euch allen einen schönen Donnerstag!

Waidhofen an der Ybbs, 19:19 Uhr

In der Hoffnung dass ich hier ne ruhige Straße habe, versuche ich euch eine Geschichte zu erzählen, die ich gerade an einem Supermarkt-Parkplatz in Waidhofen an der Ybbs erlebt habe. Ich war vor drei Wochen schon mal hier und hatte da bei einem Ehepaar übernachtet und wir haben uns ganz toll unterhalten. Es war nur als Übernachtungsplatz gedacht und war dann ein herzlicher, gemeinsamer Abend. Und unter anderen hatten Sie auch Interesse am Transcontinental Race und wollten vorbeikommen. Ich wollte sie eigentlch heute noch kontaktieren, hab's aber nicht hinbekommen. Auf einmal, als ich gerade getrunken und gegessen hatte und aufbrechen wollte, standen sie direkt vor mir! Ich war total geplättet und habe mich super gefreut! Sie hatten noch Salate mitgebracht und Getränke Ich habe dann obwohl ich satt war, noch ne ganze Schüssel Salat gegessen. Wir haben uns nett unterhalten und ich fands total schön. Eines der Highlights und total überraschend. Ich bin dennoch optimistisch, dass ich noch nach Waidhofen an der Thaya komme, bis Mitternacht möchte ich da sein.

1. August 2018

Anstieg zum Vršič-Pass, 19:05 Uhr

Der Anstieg selbst ist hier unten noch sehr mild, es geht zwischendurch auch immer mal wieder runter, deswegen wollte ich ein bisschen plaudern, weil mir heute viel durch den Kopf gegangen ist. Ich könnte Dinge erzählen von wunderbaren Bergen, toller Landschaft und dunklen Tunneln, der wunderbare Nationalpark hier im Nordwesten von Slowenien, von tollen Begegnungen hier an der Tankstelle... Das war alles interessant.
Aber am allermeisten beschäftigt haben mich heute, weil ich stundenlang alleine auf dem Fahrrad saß, meine eigenen Gedanken. Und die waren wie so eine Achterbahn, mal hoch, mal runter... Am Morgen hab ich mich sogar gefragt: was mach ich hier, ist das nicht eigentlich verrückt, wie ein Bekloppter durch Europa zu fahren? Einfach so Rennen zu machen und so schnell zu fahren, wie es irgendwie geht, manches deshalb auszublenden... ist das nicht eigentlich völlig gegen Dinge, für die ich eigentlich sonst stehen will: das man Dinge richtg macht, sich Zeit dafür läßt, sie genießt...
Eine halbe Stunde später dann wieder denke ich: unglaublich, was noch für eine Power in mir steckt. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich diesen Berg da hoch fahren kann, ich bin eigentlich völlig platt, ich fahr auch langsam aber es geht. Wie so'n alter Diesel kann ich weiterfahren und weiterfahren und weiterfahren... Ich find das auch faszinierend, zu sehen: wo sind meine Grenzen, was ist aber auch möglich.
Ich denke natürlich auch an die Dinge, die ich in den letzten Tagen erlebt habe, Sonnenauf- und Sonnenuntergang, die Begegnungen mit Leuten auf der Straße, das Wahrnehmen, wie die Leute leben oder meinen, wahrnehmen zu können, zumindest so Eindrücke davon zu haben.
Das sind Dinge, wo ich dann denke: das ist schon richtig, hier mitzufahren, und es ist toll, es macht mir Spaß und Freude, es ist super, dass ich dabei sein kann. Und zusätzlich habe ich sogar noch den Spaß, dass es mir offenbar nicht schlechter geht, als denen an der Spitze, dass ich vielleicht sogar noch ein Stück ranfahren kann. Als mich eben noch die beiden Reporter an Checkpoint zwei gefragt hatten, was mein Ziel wäre - ob ich nicht noch auf's Podium fahren wolle? Da habe ich sofort und auch ehrlich und überzeugt gesagt: "Nein, das ist überhaupt nicht möglich, die drei da vorne sind sehr stark, ich seh da gar keine Chance." Ich glaub das auch weiterhin. Aber mein Ziel bleibt unter zehn Tage, bin auch bisher voll in meinem Zeitplan und bin damit auch total zufrieden. Aber wer weiß, vielleicht geht ja nach vorne doch noch was. Ich habe zumindest im Moment gerade voll Lust darauf. Mir machts Spaß mit euch, ich grüße euch, bis bald.

31. Juli 2018

Heute hat Christoph Fuhrbach den ersten Kontrollpunkt erreicht, die Bielerhöhe, 764km vom Start entfernt.

Gestern habe ich extrem viel getrunken: 13 oder 14 Liter, soviel habe ich in Europa noch nie getrunken. Es war extrem heiß vor allem ab 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Allein in dieser Zeit habe ich ca. 11 Liter getrunken. Heute ist es deutlich angenehmer, ab und an sind Wolken davor. Vielleicht hab ich mich auch schon etwas an die Hitze gewöhnt und fühle mich deutlich wohler. Es geht gut und leicht heute. Natürlich langsamer, weil die Beine sind doch schon müde, aber das waren sie auch gestern schon.
Zwei Dinge sind sehr beruhigend: mein Licht geht sehr gut, hat einen großen Lichtkegel und ist sehr hell. Und der Nabendynamo ist so stark, dass Licht und Navigation einwandfrei parallel funktionieren. Auch nach 8 Stunden in Nacht war der Akku des Navigationsgerätes noch auf 100%. Euch jetzt herzliche Grüße, bis bald.

Blick vom Bielerhöhe-Pass<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Markus Spieth</small>
Blick vom Bielerhöhe-Pass
Foto: Markus Spieth
Christoph Fuhrbach am Kontrollpunkt 1, Bielerhöhe<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Markus Späth</small>
Christoph Fuhrbach am Kontrollpunkt 1, Bielerhöhe
Foto: Markus Späth
Christoph Fuhrbach am Kontrollpunkt 1, Bielerhöhe<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Markus Spieth</small>
Christoph Fuhrbach am Kontrollpunkt 1, Bielerhöhe
Foto: Markus Spieth

30. Juli 2018

Offenburg, 18:30 Uhr

Ich bin jetzt in Offenburg und wollte euch kurz berichten, wie es bisher gelaufen ist. Die Nacht war spannend, da sieht man von den Radfahrern immer nur Punkte: rote, von denen die vor einem sind und weiße, von denen die hinter einem sind. Die begleiten einen mal kurz und dann fahren sie zu einer Tankstelle oder biegen auf einen anderen Weg ab, oder ich bin weg - das ist ganz interessant. Nach 180 km habe ich allerdings schon schwere Beine gekriegt und hab mich bei allen Ansteigen, für mich sehr untypisch, schwer getan - aber letztlich ist es trotzdem nicht so schlecht gelaufen und ich fühl mich auch besser.
Heute war es ziemlich schwierig, in Belgien und Frankreich Essen zu finden. Vieles war geschlossen oder es war noch zu früh am Morgen oder Mittagspause oder Montags geschlossen oder es gab überhaupt nichts in der ganzen Region ... Ich hab zwar immer wieder was gekriegt, aber nur gerade soviel, dass ich einigermaßen weiterfahren konnte. Vor 50 Kilometern, als ich ziemlich fertig war, lag am Wegesrand eine Colaflasche, noch halbvoll mit noch fast einem halben Liter. Da hab ich gedacht, das ist gerade richtig - hab dran gerochen, schien mir noch in Ordnung zu sein. War so warm wie Tee, hab's grad so trinken können, aber hat gut gewirkt. Ich fühl mich gut und will jetzt noch so gut 100km fahren, über den Schwarzwald drüber und irgendwo zwischen Schwarzwald und Bodensee übernachten.
Euch herzliche Grüße, ein optimistischer Christoph fährt weiter!

Engen, 00:43

Noch ein kurzer Abendgruß! Ich hab ein Hotel gefunden und hab mich heute mich eigentlich sehr gut gefühlt. Aber hatte noch mal Probleme mit der Navigation - hab Leute fragen müssen, das hat mich wahrscheinlich 'ne Stunde gekostet. Ich habe jetzt den Wecker auf 4.30 Uhr gestellt. Nichtsdestotrotz war es ein toller Tag. Wäre hätte das gedacht, als ich heute morgen so schwere Beine hatte, dass ich heute Abend so gut liege und alles noch drin ist in diesem Rennen. Ich geh mit Freude in die nächsten Tage.
Zu den Highlights heute gehört auch, dass der Niko mit mir an der Saar ein Stück mitgefahren ist und auf den letzten Kilometern hat mich noch ein paar Kilometer en alter Studienfreund begleitet. Die Krönung war, dass meine liebe Frau Monika extra nach Offenburg gekommen ist und wir uns kurz treffen konnten.
Das Hotelzimmer ist extrem warm, hat aber einen kleinen Balkon. Ich werde die Matratze auf den Balkon legen. Vielleicht kaufe ich doch noch einen Schlafsack für draußen und werde dann auch draußen übernachten. Jetzt genieße ich gleich die Dusche, denn es war extrem heiß.

Wegen der Umwege bin ich heute statt 580 Kilometern 613 Kilometer gefahren, gut 5700 Höhenmete in 26 Stunden brutto.
Danke für's mit dabei sein und mitfiebern, das ist aufbauend und unterstützend!

29. Juli 2018

An der berühmten Kapelle (s. Foto) ganz oben am Anstieg der berühmten "Muur van Geraardsbergen" startet unser Rennen. Bin heute noch kurz hochgefahren, habe auch kurz inne gehalten angesichts des bevorstehenden Rennens, aber noch mehr angesichts der vielen globalen Herausforderungen, denen wir Menschen gegenüber gestellt sind...

In der Nacht vom 28. auf den 29. Hitze und etliche surrende und stechende Schnaken im Zimmer. Quasi schon im TCR-Modus.

Heute, am Samstag, wurde im SWR ein Interview mit mir ausgestrahlt: Begegnungen: Martin Wolf trifft Christoph Fuhrbach, Radsportler und Referent des Bistums Speyer (Teil 1) und Teil 2

Werde mich ab 22 Uhr bis zum Ziel nicht mehr so oft melden. Täglich plane ich eine Sprachnachricht. Dazwischen vielleicht mal ein Foto. Ich bedabnke mich schon jetzt für all Eure Unterstützung. Sie wird mich begleiten, aufmuntern, antreiben, motivieren.

Die Kapelle auf dem Oudeberg am Ende der berühmten Muur van Geraardsbergen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Christoph Fuhrbach</small>
Die Kapelle auf dem Oudeberg am Ende der berühmten Muur van Geraardsbergen.
Foto: Christoph Fuhrbach
Christoph Fuhrbach vor der offiziellen Startwand des TCR - noch sechs Stunden bis zum Start.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: @kinesisbikes_uk</small>
Christoph Fuhrbach vor der offiziellen Startwand des TCR - noch sechs Stunden bis zum Start.
Foto: @kinesisbikes_uk
Rennbesprechung beim Transcontinental Race 2018 in Geraardsbergen, drei Stunden vor dem Start<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Christoph Fuhrbach</small>
Rennbesprechung beim Transcontinental Race 2018 in Geraardsbergen, drei Stunden vor dem Start
Foto: Christoph Fuhrbach
Gleich geht es los: das Transcontinental Race startete am 29. Juli um 22.00 Uhr.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Christoph Fuhrbach</small>
Gleich geht es los: das Transcontinental Race startete am 29. Juli um 22.00 Uhr.
Foto: Christoph Fuhrbach
Inhalt erstellt: 08.08.2018, zuletzt geändert: 19.10.2018