Karl Kardinal Lehmann
Das Osteuropahilfswerk Renovabis trauert um Karl Kardinal Lehmann.
Foto: Simon Korbella
12.03.2018 – Zum Tod von Kardinal Lehmann

„Er war einer der Begründer unserer Solidaritätsaktion“

Das Osteuropahilfswerk Renovabis trauert um Karl Kardinal Lehmann. "Ohne ihn wäre die damalige Schaffung eines weiteren katholischen Hilfswerks nicht ohne weiteres möglich gewesen", sagt Renovabis-Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert.

FREISING. Völkerverständigung, Versöhnung und Aussöhnung, Brückenbau und Ökumene: Das waren zentrale Themen von Kardinal Karl Lehmann, dem der Dialog zwischen Ost und West in Europa wichtig war und der als überzeugter Europäer stets Position bezog, wenn ihm dies für Kirchen und Gesellschaften förderlich erschien.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 war ihm als Vorsitzendem der deutschen Bischofskonferenz die Sorge um die Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa ein großes Anliegen: Das Zusammenwachsen Europas im Sinne einer Wertegemeinschaft und nicht bloß im wirtschaftlichen Kontext wollte er gefördert wissen. Aktiv trug er die Idee, den Entstehungsprozess und die Gründung von Renovabis im März 1993 mit. „Er war einer der Begründer unserer Solidaritätsaktion“, erinnert sich Renovabis-Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert. „Ohne Bischof Karl Lehmann wäre die damalige Schaffung eines weiteren katholischen Hilfswerks nicht ohne weiteres möglich gewesen. Auch in den Folgejahren begleitete er interessiert die Entwicklung der neuen Osteuropa-Solidaritätsaktion“, so Albert. Im Jahr 2000 beauftragte Lehmann Renovabis außerdem mit der Geschäftsführung des mit 2,5 Millionen Euro ausgestatteten Versöhnungsfonds der katholischen Kirche in Deutschland. Bei diesem Fonds ging es um die Auseinandersetzung mit dem Erbe des Nationalsozialismus und um Projekte, die der Versöhnung dienten. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprogramme für junge Menschen.

Renovabis verstand Kardinal Lehmann, wie er anlässlich der Renovabis-Pfingstaktion 2015 im Mainzer Dom formulierte, als „von Anfang an auf einen inhaltlichen Austausch zwischen Ost und West hin orientiert“. Es würdigte den Versuch zu „einem uneingeschränkten, einem wahrhaft wechselseitigen Dialog“. Die Initiative ehrenamtlich engagierter Laien war Lehmann wichtig: „Es war eine gute Idee, Partnerschaften, kleine und große Kreise konkreter Versöhnung zu schaffen. So ist der Untertitel des neuen Werkes sehr präzis und sehr bezeichnend: Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa.“

Mit großem Respekt verneigen sich alle, die für Renovabis Sorge tragen, vor Karl Kardinal Lehmann, für den Freiheit und Solidarität stets die Eckpfeiler für ein aus dem Geist des Christentums erneuertes und mit sich selbst versöhntes Europa waren.

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Inhalt erstellt: 12.03.2018, zuletzt geändert: 12.03.2018