Erzbischof Eugeniusz Popowicz
Der Erzbischof von Przemyśl-Warschau, Eugeniusz Popowicz
Foto: Thomas Schumann
19.10.2018 – Zu Gast bei Renovabis

Sondersituation für Katholiken des byzantischen Ritus

Sie sind katholisch - und dennoch eine Minderheit in einem katholischen Land. Über die Situation der griechisch-katholischen Christen in Polen berichtete der Erzbischof von Przemyśl-Warschau, Eugeniusz Mirosław Popowicz, bei seinem Renovabis-Besuch.

Eine der Diözesen in Polen, die weiterhin auf Anschub-Finanzierungen für ihre Projekte durch Renovabis angewiesen sind, ist die griechisch-katholische Erzeparchie Przemyśl-Warschau: ein auf polnischem Staatsgebiet gelegenes Erzbistum der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche mit Sitz in Przemyśl. Ihr Erzbischof Eugeniusz Mirosław Popowicz (57 Jahre) wurde im polnischen Człuchów geboren und ist als polnischer Geistlicher seit seiner Priesterweihe 1986 Seelsorger für die Ukrainisch griechisch-katholischen Christen, die als Minderheit seit Jahrhunderten in Polen zuhause sind, aber auch für die in den letzten Jahren nach Polen gekommenen Migranten aus der Ukraine.

Diese Katholiken, die dem byzantinischem Ritus folgen, sind nach den Worten des Erzbischofs „vornehmlich Arbeitsmigranten, darunter aber auch einige wenige Flüchtlinge aus dem Donbass-Gebiet in der Ostukraine. Wir kümmern uns seitens unserer Eparchie pastoral um sie, und wir stellen auch ihre soziale Versorgung bei Bedarf sicher“, sagte Erzbischof Popowicz jetzt bei einem Besuch in der Renovabis-Geschäftsstelle. Diese Unterstützung der eher ärmeren ukrainischen Bevölkerungsanteile, die sich in Polen ein neues Leben aufzubauen erhofften und auf die man im Land wohl auch angewiesen sei, werde dennoch vom polnischen Staat nicht geleistet. Was die Überlebenshilfe ukrainischer Mitbürger anbelange, komme dafür auch weder die römisch-katholische „Caritas Polska“ noch die „Caritas Ukraina“ auf. Die beiden ukrainischen Bistümer mit ihrer Community seien für die Hilfe zur Selbsthilfe zuständig.

Er beschrieb die Situation seiner zwar „mit Rom verbundenen“ katholischen Kirche des östlichen Ritus in Polen als sehr eigenständig und wenig mit der römisch-katholischen polnischen Mehrheitskirche verbunden. Man sei mehr oder weniger auf sich gestellt, allerdings spirituell mit den Schwestern und Brüdern verbunden. Die jungen Menschen in seiner griechisch- katholischen Kirche, hält er für „glaubensfest und mit ihrer Kirche sehr verbunden“. Aktuelle Umfragen über den Glaubensvollzug und die Kirchenbeziehung für ganz Polen, die römisch-katholisch dominiert werden, weisen dagegen für diese Interessenslage bei Jugendlichen eher rückläufige Zahlen aus.

Was ist die Ukrainische griechisch-katholische Kirche?

Die Ukrainische griechisch-katholische Kirche ist eine der katholischen Ostkirchen. Sie ist zwar der römisch-katholischen Kirche zugehörig, folgt aber dem byzantinischen Ritus, d.h. steht in ihrer Tradition den orthodoxen und altorientalischen Ostkirchen nahe. Die katholischen Ostlkirchen erkennen den Primat des Papstes an, d.h. sie sind mit Rom uniert und werden daher auch als unierte Kirche bezeichnet.

Ihre Mitgliederanzahl beträgt etwa 5,2 Millionen Gläubige in der Ukraine, Polen, den Vereinigten Staaten, Kanada, Südamerika, Australien und Westeuropa. Das gegenwärtige Oberhaupt der Kirche ist Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk (seit 2011).

Hintergrundinformationen zu den katholischen Ostkirchen

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Inhalt erstellt: 19.10.2018, zuletzt geändert: 19.10.2018