Geste der Zuneigung: Eine jüngere Hand liegt auf zwei älteren Händen.
Auch Deutschland ist auf die Hilfe osteuropäischer Arbeitskräfte angewiesen, nicht zuletzt im Bereich der Pflege.
Quelle: Sabine van Erp, Pixabay
02.04.2020 – Kommentar

Europäische Schicksals-Union

Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie eng wir in Europa miteinander verbunden sind: viele Menschen aus den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, die bei uns z.B. als Erntehelfer oder in der Pflege arbeiten, sind zurück in ihre Heimatländer gefahren.

Gastkommentar von Pfarrer Dr. Christian Hartl in der Tagespost,
Ausgabe 14 vom 2. April 2020

Manchem wird erst jetzt bewusst, wie viele Menschen aus mittel- und osteuropäischen
Ländern in Deutschland und Österreich berufstätig sind. Derzeit fehlen die Erntehelfer. Aber auch die Baubranche ist bedroht, wenn die vielen ausländischen Hilfskräfte in ihre Heimat zurückkehren. Vor allem aber der Gesundheitssektor, auf den derzeit die Scheinwerfer der medialen Aufmerksamkeit gerichtet sind, ist ohne die Unterstützung aus östlichen Nachbarländern nicht mehr vorstellbar. Meist werden die ausländischen Arbeitskräfte nicht
gut bezahlt. Aber sie verdienen immerhin in Deutschland und Österreich um einiges
mehr als in ihren Heimatländern. Wen interessiert es dann, was diese Arbeitsmigration für die Familienangehörigen und für die gesellschaftliche Entwicklung in den Nachbarländern bedeutet? Und doch beweist die Faktenlage auf dem Arbeitsmarkt, dass wir längst schon
zu einer europäischen Schicksals-Union zusammengewachsen sind. Freilich zeigt diese Union viele Facetten von Ungleichheit und leider auch von Ungerechtigkeit.

Die Corona-Pandemie bringt die Gesundheitssysteme in Westeuropa an ihre Grenzen. Das muss uns alle mit großer Sorge erfüllen. Aber was geschieht mit den Menschen in unseren östlichen und südöstlichen Nachbarländern, die kaum oder gar nicht über funktionierende Gesundheitssysteme verfügen, geschweige denn, dass ihnen eine soziale Absicherung in
Aussicht gestellt werden könnte? Wird sich unsere europäische Schicksals-Union als Solidaritäts-Union erweisen? Manch besorgter Bürger fragt: Müssen wir jetzt nicht zuerst einmal an uns selber denken? Aber wer ist dieses „uns“?
Wenn Europa mehr ist als ein Austragungsort wirtschaftlicher Interessenskämpfe, dann muss dies jetzt deutlich werden. Die Corona-Pandemie macht uns bewusst, dass Viren keine Grenzen kennen. Gleiches sollte für unsere Solidarität gelten – weltweit, aber ganz selbstverständlich auch in Europa.

Weitere Beiträge zur Auswirkung der Corona-Pandemie auf Renovabis und die Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas


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Neue Aufgaben für Begegnungsstätte die „Johannes Rau" in Minsk: Hotel, Konferenzzentrum, Restaurant sind derzeit kaum gefragt - und dennoch herrscht hier reges Treiben: In der Küche wird täglich ein warmes Essen für hilfsbedürftige Zeitzeugen der NS-Verbrechen gekocht und anschließend verteilt.

05.05.2020 · Corona-Krise

Solides Fundament für nachhaltige Hilfe

Eine beeindruckende Menge: Fast vier Tonnen an humanitären Hilfsgütern haben die griechisch-katholischen Malteser in Ivano-Frankivsk in diesen Tagen an bedürftige Menschen, an Krankenhäuser und Zentren für Notfallmedizin verteilt - möglich geworden dank der jahrelangen Hilfe von Renovabis.

28.04.2020 · Corona-Krise

Hilfe in der schwierigen Zeit des Lockdown

Das bistumseigene Hotel der Erzeparchie Ivano-Frankivsk ist geschlossen – aber in der Küche werden täglich 150 warme Mahlzeiten zubereitet. Freiwillige versorgen damit alte und bedürftige Menschen, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Schwierigkeiten haben, sich zu versorgen.

14.04.2020 · Corona-Krise

Lebensmittelhilfe für arme Familien – ein Bericht aus Rumänien

„Es sind schwierige Zeiten fast überall auf der Welt. Umso mehr wissen wir zu schätzen, dass Sie uns gerade jetzt unter die Arme greifen und uns ermöglichen, zumindest ein wenig zu helfen." – Ein Bericht des Caritasdirektors von Satu Mare über den Start des Nothilfeprogramms für arme Familien.

08.04.2020 · Corona-Krise

Massive Einschränkungen, fehlende Schutzausrüstungen - und ein kleiner Hoffnungsschimmer

Wie geht es den Menschen in der Ukraine inmitten der Corona-Pandemie? Wie leben sie derzeit, Anfang April, kurz vor Ostern? Lesen Sie dazu eine Momentaufnahme von Anita Prokopovych, Mitarbeiterin der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in Lwiw..

03.04.2020 · Corona-Krise

Renovabis an der Seite seiner Partner im Osten Europas

Projektarbeit in der Krise mit gut 70.000 Euro Soforthilfe gestärkt - Das Corona-Virus hat auch in den 29 Partnerländern des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis den Alltag der Menschen massiv verändert. Nicht nur Zuschüsse zur Beschaffung von Schutzausrüstung und Medizinmaterial sind wichtig.

02.04.2020 · Corona-Krise

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Die Pandemie hat auch die Länder Osteuropas erfasst. Renovabis unterstützt Projektpartner in Bezug auf die Beschaffung notwendiger medizinischer Materialien, aber auch um bedürftigen Menschen zu helfen, die in dieser Krisensituation leicht aus dem Blick geraten.

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Schwer geprüft ist zurzeit die Bevölkerung im Bezirk Zagreb, rund eine Million Menschen in der kroatischen Hauptstadt und ihren Vororten. Zur Coronavirus-Krise kam am Sonntag das schwere Erdbeben der Stärke 5,4 hinzu. Renovabis sprach darüber mit Prof. Dr. Željko Tanjić.

20.03.2020 · Corona-Krise

Mund-/Nasenmasken-Pflicht in Tschechien

In Tschechien muss aktuell jede Person in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen. Natürlich sind diese auch in Tschechien knapp. Die Regionalcaritas Schluckenau/Šluknov versucht zu helfen.

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Die ukrainische Regierung schränkt wegen der Corona-Pandemie das öffentliche Leben massiv ein, auch Gottesdienste sind betroffen. Die aktuelle Lage im Schwerpunkt-Land der Renovabis-Pfingstaktion und ein Interview mit dem Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk.

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…weil Solidarität nicht teilbar ist!

In diesen Tagen haben wir alle im Kontext der Corona-Pandemie viele und schwerwiegende Fragen und Probleme zu klären. Von den Einschränkungen (Verbot von Gottesdiensten, Absage von Aktionen und Veranstaltungen) ist auch die derzeit laufende MISEREOR-Fastenaktion betroffen.

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Corona-Projekthilfe in Osteuropa

Die Pandemie hat auch die Länder Osteuropas erfasst. Renovabis unterstützt Projektpartner dabei, bedürftigen Menschen zu helfen, die in dieser Krisensituation leicht aus dem Blick geraten.
Inhalt erstellt: 02.04.2020, zuletzt geändert: 02.04.2020