Caritas-Mitarbeiter mit Lebensmittelpaketen
Die Caritas Satu Mare unterstützt arme Familien durch Lebensmittelpakete, aber auch durch gesundheitliche Aufklärung und sozialpädagogische Begleitung.
Quelle: Diözesancaritas Satu Mare
14.04.2020 – Corona-Krise

Lebensmittelhilfe für arme Familien – ein Bericht aus Rumänien

„Es sind schwierige Zeiten fast überall auf der Welt. Umso mehr wissen wir zu schätzen, dass Sie uns gerade jetzt unter die Arme greifen und uns ermöglichen, zumindest ein wenig zu helfen." – Ein Bericht des Caritasdirektors von Satu Mare über den Start des Nothilfeprogramms für arme Familien.

Lebensmittel und weitere Hilfen für arme Familien, die während der derzeitigen Corona-Pandemie keinerlei Einkommensquellen haben – so unterstützt Renovabis die Diözesancaritas in Satu Mare, Rumänien.
In Satu Mare und umliegenden Ortschaften sind viele arme Familien, vor allem aus der Roma-Minderheit, stark von den Ausgangsbeschränkungen betroffen. Ihre Ressourcen haben sie über den Winter aufgebraucht und würden eigentlich mit Frühlingsbeginn wieder als Tagelöhner o. Ä. arbeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie mit ihren starken Einschränkungen ist dies jedoch nicht möglich. Ohne feste Arbeitsstelle haben die Familien keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch den Staat. Weil auch die Caritas-Tageszentren geschlossen werden mussten, entfällt zudem das warme Mittagessen, das viele Kinder dort bekommen konnten. Um die größte Not zu lindern, hat die Caritas Satu Mare für die Monate April und Mai eine Hilfsaktion für diese Familien organisiert, die von Renovabis mit 19.000 Euro unterstützt wird. Neben der Verteilung von lebensnotwendiger materieller Hilfe stehen auch Beratung und Begleitung der Familien im Vordergrund, damit alle diese schwierige Zeit gut überstehen können.

Dr. Ioan-Laurențiu Roman, Caritasdirektor im Bistum Satu Mare, berichtet über den Start des Projekts

Am Gründonnerstag, fand die erste große Hilfsaktion für sozial benachteiligte Familien, die von der Coronavirus-Krise besonders stark betroffen sind, statt. Drei Organisationen aus unserer Stadt – die Diözesancaritas, der Malteser-Hilfsdienst und die Hans-Lindner-Stiftung sowie das städtische Sozialamt haben sich zusammengetan, um an fast 400 Familien Lebensmittelpakete zu verteilen. Der Aktion waren lange Vorbereitungen vorausgegangen. Sozialarbeiter der Caritas führten telefonisch Gespräche mit vielen Familien, deren Kinder bis vor Kurzem noch die Caritas-Zentren besucht hatten, durch. Damit war es uns möglich, die Situation der Menschen besser zu verstehen. Immer wieder sprachen die Menschen von denselben Sorgen: verlorene Arbeitsplätze, die Unmöglichkeit, Gelegenheitsarbeit zu finden und wie schwierig das Leben in den engen Wohnungen – sie haben oft nur ein Zimmer – der Sozialwohnblocks geworden ist. In einem Wohnblock, den wir besucht haben, wohnen etwa 350 Menschen in 96 Einzimmerwohnungen. In zwei Fällen teilen sich zwölf Personen jeweils ein Zimmer. Trotz dieser mehr als beengten Verhältnisse darf niemand die Wohnblocks verlassen, außer zu dringenden Einkäufen. Vor den Wohnblocks steht oftmals die Polizei, um die Ausgangssperre zu überwachen.

Logistische Vorbereitung der Aktion

Wichtig war auch die logistische Vorbereitung der Aktion, die in vier Wohnblocks und zwei Barackensiedlungen gleichzeitig durchgeführt wurde. Um größere Menschenansammlungen zu vermeiden und die Sicherheit aller Helfer zu erhöhen, wurde ein gemeinsamer Aktionsplan entwickelt. Alle Beteiligten wurden in Sicherheits- und Hygienemaßnahmen eingewiesen. Handschuhe und Gesichtsmasken standen für alle bereit.
Die Pakete wurden im Lager der Caritas vorbereitet und dann mit Fahrzeugen aller beteiligter Organisationen zu den verschiedenen Verteilungspunkten transportiert. Mitarbeiter und Freiwillige übernahmen die Pakete und brachten sie bis zur Wohnungstür jeder Familie. Unterstützt wurde die Aktion auch von der Polizei, die dafür sorgte, dass alle Menschen in ihren Wohnungen blieben und die nötigen Abstände eingehalten werden konnten. Mit entsprechend großer Freude wurden die Lebensmittelpakete erwartet. Mitarbeiter und Freiwillige der Caritas und der Malteser trugen die Pakete sowie frisches Brot in alle Stockwerke des Blocks, Mitarbeiter des Sozialamts übernahmen dann das direkte Verteilen in die Wohnungen.

Dank für die Unterstützung

Nach dem Erfolg dieser ersten Aktion wird die Caritas nächste Woche weitere Verteil-Aktionen z. B. in Ardud, Turulung und Baia Mare vorbereiten. Natürlich werden auch weitere Hilfsangebote der Caritas während der Coronavirus-Pandemie weitergeführt: Die Sozialküchen verteilen gekochtes Essen und die Teams der Hauskrankenpflege sind täglich bei ihren Patienten. Ein weiteres Team der Caritas erledigt auf Anfrage Einkäufe für alte Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können. Und Mitarbeiterinnen der geschlossenen Tageszentren sind in telefonischem Kontakt mit den Familien der Kinder, die die Zentren besuchten, oder mit den Senioren, hören zu und geben Ratschläge.
Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlich für die großartige Unterstützung, die wir von Ihnen bekommen haben, bedanken. Es sind schwierige Zeiten fast überall auf der Welt. Umso mehr wissen wir es zu schätzen, dass Sie uns gerade jetzt unter die Arme greifen und uns ermöglichen, den Menschen, die jetzt oft scheinbar unüberwindbaren Problemen gegenüberstehen, zumindest ein wenig zu helfen. "

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Inhalt erstellt: 14.04.2020, zuletzt geändert: 14.05.2020