Weihbischof Leo Schwarz
Weihbischof Leo Schwarz
Foto: Bistum Trier
26.11.2018 – Nachruf

Weihbischof Leo Schwarz ist tot

Renovabis trauert um Weihbischof em. Leo Schwarz, der am Morgen des 26. November 2018 in Trier verstarb. Er war einer unserer Gründerväter und Namensgeber.

Mit Weihbischof Schwarz ist einer unserer prägenden Gründerväter von uns gegangen. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte ihn 1993 mit der Leitung der neu gegründeten „Solidaritätsaktion mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ beauftragt. So hatte die erste Geschäftsstelle von Renovabis ihren Sitz in Trier, von wo aus Leo Schwarz die Fäden in die Hand nahm. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender des Geschäftsführungsausschusses, dann des Aktionsausschusses von Renovabis.

Das partnerschaftliche Engagement des Osteuropahilfswerks und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Ost und West waren dem Weihbischof bis zuletzt ein Herzensanliegen. Was Leo Schwarz für und mit Renovabis auf den Weg gebracht hat, wird uns auch künftig Verpflichtung und Ansporn in unserer Arbeit sein – gemeinsam mit den Partnern im Osten Europas.

  • „Der Glücksfall“ - Ein Beitrag von Dr. Gerhard Albert über Weihbischof Leo Schwarz und Renovabis. PDF herunterladen
Einer der Gründerväter von Renovabis: Weihbischof Leo Schwarz beim 1. Partnerschaftsstreffen von Renovabis in Freising im Winter 1993.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Renovabis-Archiv</small>
Einer der Gründerväter von Renovabis: Weihbischof Leo Schwarz beim 1. Partnerschaftsstreffen von Renovabis in Freising im Winter 1993.
Foto: Renovabis-Archiv

Renovabis - ein Name wird gefunden

Auszug aus „Der Glücksfall“ - Ein Beitrag von Dr. Gerhard Albert über Weihbischof Leo Schwarz und Renovabis. PDF herunterladen

„Schon bevor er förmlich beauftragt war, begann er sich Gedanken über den Namen der künftigen Aktion zu machen, die er um der Einheit des weltkirchlichen Auftrags willen nicht außerhalb der Reihe der bisherigen Werke sehen konnte. Seine Präferenz für einen biblischen Namen in der lateinischen Form war deshalb natürlich kein Ausdruck von Traditionalismus, sondern der Absicht, in der dieser Sprache eigenen Prägnanz die Botschaft auch des neuen Werkes in einem einzigen Wort ausgedrückt zu wissen. Wie er mir damals sagte, hatte er zu diesem Zweck für einige Zeit wieder das Brevier in lateinischer Sprache zu beten begonnen, um sich inspirieren zu lassen. In einer Notiz vom 28. Oktober 1992 steht „renovabis" bereits mit deutlicher Präferenz an der Spitze einer Liste so gewonnener Worte: „Siehe Ps 104, 30. Außerdem Hymnus: Veni Creator: Emitte Spiritum tuum, et creabuntur, et renovabis faciem terrae. Der Begriff des Neuen, Erneuerung ist zentral in der Heiligen Schrift. Besondere Beziehung zum Pfingstfest ist gegeben." „Ein neues Pfingsten" hatten bereits die Leitgedanken des ZdK als Ideal der Erneuerung in Osteuropa formuliert.
Am 19. Dezember haben die deutschen Bischöfe aus der Region Südwest im Rahmen ihres Ad-Limina-Besuchs ein Mittagessen mit Papst Johannes Paul II. Weihbischof Schwarz hat die Gelegenheit, die Pläne für die neue Aktion vorzustellen. Später zitiert er dazu aus seinem Tagebuch: „Renovabis findet große Aufmerksamkeit und Anklang beim Papst." Damit war die Entscheidung für den neuen, im wirklichen Sinn „erbeteten" Namen bereits gefallen und musste später durch den Ständigen Rat am 25. Januar 1993 nur noch der Form halber getroffen werden. 1


  1. Bereits seit 1988 hatte die Missionsprokur der Jesuiten in Nürnberg unter Leitung von P. Joe Übelmesser SJ unter der Bezeichnung RENOVABIS in der Pfingstzeit Werbebeilagen verteilt. Leo Schwarz bekam erst Kenntnis davon, als für ihn und für andere die Entscheidung für den Namen der neuen Aktion bereits gefallen war. Dazu hat P. Übelmesser unlängst mitgeteilt: „Dann eines Morgens gegen 8 Uhr - ·es muss wohl in dem Jahr 1992 gewesen sein, - war Bischof Schwarz am Telefon. Er erklärte mir in kurzen Worten, dass man für die neue kirchliche Hilfsaktion für die Ostländer gern den Titel und Namen RENOVABIS übernehmen würde. Ob wir uns vorstellen könnten, diesen abzutreten. Das ist dann in dem gleichen Telefongespräch geschehen. Bei dieser Abmachung galt nach alter Väter Sitte das einfache Wort, wir waren nicht einmal in der Lage, es mit einem Handschlag zu besiegeln." Die Jesuiten führten ihre Aktion künftig unter anderer Bezeichnung fort.
Inhalt erstellt: 26.11.2018, zuletzt geändert: 04.12.2018