Zwei Hände halten die vierte OWEP-Ausgabe im Jahr 2021 zum Thema Seen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Die vierte OWEP-Ausgabe im Jahr 2021 widmet sich dem Thema Seen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Quelle: Collage
18.11.2021 – Zeitschrift OST-WEST

Neues OWEP-Heft: Seen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa

Mit dieser Ausgabe über Seen setzt OWEP seine Themenschwerpunkte zu Landschaften und Gewässern im Osten Europas fort. Nach den Ausgaben „Flüsse machen Geschichte“ (3/2004) und „Meere im Osten und Südosten Europas“ (1/2019) geht es diesmal um Standgewässer in Mittel-, Ost- und Südosteuropa,

Neues OWEP-Heft: Seen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa

Heute ist das neue OWEP-Heft erschienen, das die Leserinnen und Leser zu einer Reise an europäische Seen einlädt. Vorgestellt werden u. a. der Plattensee in Ungarn, der Ohridsee an der Grenze von Nordmazedonien und Albanien und die Plitvicer Seen in Kroatien. Zum Tragen kommen neben literarischen und historischen Aspekten auch ökologische Probleme, da viele Seen durch den Klimawandel gefährdet sind.

Gibt es das eine besondere Charakteristikum von Seen im östlichen und südöstlichen Europa? Die Antwort lautet nein. Geologisch zählen die Seen im Nordosten zu den größten Europas, wie uns das Beispiel des Peipussees zwischen Russland und Estland zeigt; politisch verläuft durch diesen See jedoch eine Grenze, die heute sogar noch trennender ist als vor dem Ende des Eisernen Vorhangs. Der Ohridsee zwischen Nordmakedonien und Albanien zählt zu den tiefsten und ältesten Seen Europas mit Zeugnissen des menschlichen Kulturschaffens, die bis in die Steinzeit zurückreichen und ihm den Titel als Weltkultur- und Naturerbe einbrachten. Historisch gesehen bildeten Seen in Osteuropa und die sie umgebende Landschaft auch nicht selten den Hintergrund für die gewaltbehafteten Ereignisse des 20. Jahrhunderts mit Kriegen und Deportationen, wie die tragische Geschichte des Solina-Stausees in den Beskiden eindrücklich vor Augen führt. Im Ergebnis hat sich dort eine völlig neue Identität der Anwohner herausgebildet. Im Übrigen waren Seen im Osten Europas für viele Menschen ein Sehnsuchtsort in der Jugend, als ein Strandurlaub an westlichen Seeufern noch reine Utopie war, wie die Schriftstellerin Julya Rabinowich erzählt. Die Ursprünglichkeit und geduldete Regellosigkeit der sommerlichen Seeidylle zu kommunistischen Zeiten führte nach 1989 fast zwangsläufig zu Problemen mit Korruption und Ökologie, wie der Beitrag des ungarischen Journalisten Márton Gergely über den Plattensee zeigt. Erlangte ein Ort Kultstatus im Westen wie die Plitvicer Seen in Kroatien als Folge der Ikonographisierung in den Winnetou-Filmen, dann waren Massentourismus und schwere ökologische Schäden kaum zu vermeiden. Inzwischen hat sich gegen die totale Ökonomisierung Widerstand gebildet und es gibt neue Hoffnung für den Erhalt dieses Weltnaturerbes.

Inhalt erstellt: 18.11.2021, zuletzt geändert: 18.11.2021

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