Papst Franziskus feiert die Heilige Messe im Micheil-Meschi-Stadion in Tiflis, Georgien.
Am 1. Oktober 2016 feierte Papst Franziskus eine Messe mit Angehörigen der katholischen Minderheit in Georgien.
Foto: Renovabis
05.10.2016 – Weltkirche

Papst Franziskus besucht Georgien und Aserbaidschan

Eindrücke von der Papstreise in den Kaukasus

Georgien und Aserbaidschan sind die Stationen der zweiten Reise in den Kaukasus von Papst Franziskus. Im Juni 2016 hatte er bereits Armenien besucht. Auch diese Reise steht im Zeichen von Frieden und Brüderlichkeit. Papst Franziskus will in Georgien und Aserbaidschan nach seinen eigenen Worten „die antiken christlichen Wurzeln auf diesem Boden würdigen — immer im Geist des Dialogs mit anderen Religionen und Kulturen“.

Katholische Kirche in Georgien

Von den rund 4,6 Mio. Georgiern sind nur knapp 1% Katholiken. Sie werden von 23 Priestern betreut. Für die wenigen römisch-katholischen Gläubigen in den drei Kaukasusländern Armenien, Aserbaidschan und Georgien besteht eine Apostolische Administratur mit Sitz in der Hauptstadt Georgiens, Tiflis. Der Apostolische Administrator des Lateinischen Kaukasus, Bischof Giuseppe Pasotto, ist seit vielen Jahren Projektpartner von Renovabis. Die georgisch-orthodoxe Mehrheitskirche in Georgien ist zwar nach außen hin ökumenisch eingestellt, doch gibt es starke anti-katholische und vor allem anti-römische Tendenzen. Die katholische Kirche wird staatlicherseits nur als private gemeinnützige Organisation anerkannt.

Projektarbeit von Renovabis

Zu den wichtigen Projektpartnern gehört die Caritas Georgien. Neben Projekten im Bereich Nothilfe und Gesundheit unterstützt die Caritas auch Kinder und Jugendliche in sozial schwierigen Situationen. Ein weiteres großes Projekt in Georgien ist die Entwicklung der katholisch getragenen Sulkhan-Saba Orbeliani Universität, deren Erweiterung Renovabis 2013 mit 400.000 Euro unterstützt hat.

Katholische Kirche in Aserbaidschan

In Aserbaidschan brachen nach dem Ende der Sowjetunion wichtige Absatzmärkte weg. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stagnation führt zu einer hohen Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven. Von den großen Öl- und Gasvorkommen Aserbaidschans profitieren nur die Eliten. Die katholische Kirche in Aserbaidschan befindet sich in einer extremen Diasporasituation, die Bevölkerung des südkaukasischen Landes bekennt sich mehrheitlich zum Islam. Es gibt nur rund 400 Katholiken; vielleicht 300 von ihnen stammen aus Aserbaidschan, weitere hundert sind Ausländer. Seit 1997 besteht in Baku die einzige römisch-katholische Pfarrei, die von Salesianern aus der Slowakei betreut wird. Sie wurde 2001 registriert und erhielt durch den Besuch von Papst Johannes Paul II. hohe gesellschaftliche Anerkennung. Neben den 7 Salesianerpatres sind drei Laienbrüder und 7 Ordensschwestern in der Seelsorge und der Sozialarbeit tätig. Jeden Sonntag finden in der Pfarrkirche (Mariä-Empfängnis-Kirche im neuen Salesianer-Zentrum) drei heilige Messen statt. Das kirchliche Leben entwickelt sich langsam, aber stetig.

Projektarbeit von Renovabis

2013 hat Renovabis ein Berufsbildungszentrum der Salesianer in Baku unterstützt: ein Zentrum zur Vorbereitung von Jugendlichen für weiterführende Schulen und die Universität. Die Jugendlichen kommen aus den an das Zentrum angrenzenden Wohnquartieren und stammen meist aus sozial schwachen Familien. Das Leitmotiv des Zentrums lautet: “Armut durch Bildung bekämpfen”. Das Zentrum stellt die einzige kirchliche Präsenz in dem mehrheitlich muslimischen Land dar; die ca. 400 Schüler und Studenten des Zentrums sind fast ausschließlich Muslime.
Zudem gibt Renovabis Existenzhilfen für die Priester der Apostolischen Präfektur Aserbaidschan (2016: € 8.400) , sowie Hilfe zum Lebensunterhalt für Laienbrüder und Ordensfrauen (2016: € 6000)

Inhalt erstellt: 05.10.2016, zuletzt geändert: 23.01.2017