12.11.2021 – Weltklimagipfel

Papst zu COP26: „Die Zeit läuft ab“

Papst Franziskus ruft zum Gebet für „ein fruchtbares Ergebnis“ des Weltklimagipfels COP26, der sich in Glasgow dem Ende zuneigt. In einem Brief an Schottlands Katholiken schärft er erneut ein: „Die Zeit läuft ab; dieser Gelegenheit darf nicht vertan werden“.

„Erflehen wir Gottes Gaben der Weisheit und der Kraft für diejenigen, die mit Leitung der internationalen Gemeinschaft beauftragt sind, wenn sie versuchen, dieser ernsten Herausforderung mit konkreten Entscheidungen zu begegnen, die von der Verantwortung gegenüber den heutigen und künftigen Generationen getragen sind“,

heißt es in dem auf Englisch verfassten Papstbrief. „Die Zeit läuft ab; diese Gelegenheit darf nicht vertan werden, damit wir uns nicht dem Gericht Gottes stellen müssen, weil wir es versäumt haben, treue Verwalter der Welt zu sein, die er uns anvertraut hat“, macht Franziskus darin weiter deutlich. Der Apostolische Nuntius in Großbritannien, Claudio Gugerotti, hatte das auf den 9. November datierte Schreiben des Papstes den schottischen Bischöfen übergeben.

Offizieller Abschluss am Freitag

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow verhandeln die Teilnehmer noch bis Freitag darüber, wie die globale Klimakrise und die Erderwärmung eingedämmt werden sollen. Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs und zahlreiche Delegationen nehmen persönlich an den Verhandlungen teil. Bereits vor Beginn des Gipfeltreffens hatte der Papst immer wieder wirksame Lösungen für die Umwelt- und Klimakrise angemahnt. In seinem Brief an Schottlands Katholiken bedauert der Papst, dass er nicht selbst am Weltklimagipfel teilnehmen konnte, ohne dafür die Gründe zu nennen.

Ehrgeizige Forderungen, doch Einstimmigkeits-Klausel

In Glasgow kündigten kurz vor Abschluss der COP26-Konferenz die beiden größten Treibhausgasproduzenten China und die USA an, sie wollen Seite an Seite stärker an einem besseren Klimaschutz arbeiten – mit dem langfristigen Ziel der Klimaneutralität. Im ersten ausformulierten Entwurf für die COP26-Abschlusserklärung werden unter anderem mehr Tempo beim Kohleausstieg, verschärfte Klimaschutzpläne bis Ende 2022 und kein Steuergeld mehr für Gas, Öl oder Kohle gefordert. Da aber alle Beschlüsse in Glasgow einstimmig fallen müssen, bleibt abzuwarten, ob solche Forderungen auch festgeschrieben werden können.

„Mit Volldampf in die Katastrophe?“

Die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung standen 2021 im Mittelpunkt der Jahresaktion von Renovabis. Alle Menschen wollen und sollen auf dieser Erde gut leben können. Eine Voraussetzung hierfür ist – neben vielen anderen –, dass wir den Reichtum und die Verletzlichkeit unserer Schöpfung erkennen und dass wir uns für die Bewahrung der Schöpfung verantwortlich fühlen. Diese Denkweise ist Renovabis mit seinem namensgebenden Psalm 104 ins Stammbuch geschrieben: „Du erneuerst das Angesicht der Erde“. Für das Kampagnen- und Jahresleitwort 2021 haben wir hinzugefügt: „Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“.

Karikaturenausstellung mit Beiträgen aus West und Ost

Die Frage nach der Bedeutung der Schöpfung und unserer Verantwortung für sie haben wir europäischen Künstlerinnen und Künstlern aus Ost und West gestellt. Wie sehen sie die Situation in ihrem Land? Herausgekommen ist die bunte und vielfältige Antwort „Mit Volldampf in die Katastrophe?“ Die Zeichnungen belegen, wie unterschiedlich die wirtschaftlichen Realitäten und gesellschaftlichen Prägungen sind und wie verschieden ihre Wahrnehmungen und Ausdrucksformen. Dennoch eint alle die Sorge um das „gemeinsame Haus“, wie Papst Franziskus die Erde in seiner Enzyklika „Laudato sí“ nennt. So möchte diese Ausstellung dazu einladen, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und besonders die Sicht unserer östlichen Nachbarn dazu neu wahrzunehmen.

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Inhalt erstellt: 12.11.2021, zuletzt geändert: 12.11.2021

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