Vorstellungsrunde Seminar
Vorstellungsrunde der Stipendiaten in Petersberg: Das Treffen dient unter anderem dem Kennenlernen, dem gemeinsamen Austausch und der Vernetzung.
Foto: Mihaela Radulescu / Renovabis
22.11.2017 – Stipendiatentreffen

Vernetzung und Austausch in Petersberg

Einmal im Jahr kommen die Renovabis-Stipendiatinnen und Stipendiaten zu einem gemeinsamen Treffen zusammen. Sie berichten dabei über ihre aktuellen Forschungsvorhaben und können Kontakte über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg knüpfen.

26 Renovabis-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus zwölf verschiedenen Ländern Mittel- und Osteuropas waren am vergangenen Wochenende zu Gast im bayerischen Petersberg. Bei dem Treffen stellten die Studierenden ihre aktuellen Forschungs- und Dissertationsthemen vor, konnten sich gegenseitig kennen lernen und Kontakte knüpfen. Inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens war das kommende Renovabis-Jahresthema 2018, das ganz im Zeichen von Versöhnung, Verständigung und Dialog steht.

Auf dem Programm stand auch ein Besuch der Konzentrationslager-Gedenkstätte in Dachau. Kirchenrat Björn Mensing, Pfarrer der evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte berichtete über die Geschichte des Lagers. Weil es speziell für politische Gefangene vorgesehen war, wurden dort auch viele Kirchenmänner gefangen gehalten. Zunächst viele deutsche Priester und Ordensleute, die aufgrund ihrer regimekritischen Haltung verhaftet wurden. Später, ab 1940 wurden aber auch viele Geistliche aus Polen und anderen besetzten Gebieten im Osten Europas inhaftiert. Die Kirche hat etliche von ihnen bereits als Märtyrer von Dachau erkannt und seliggesprochen. In Polen werden sie am Gedenktag der 108 Märtyrer, am 12 Juni, verehrt. Auch die Erzdiözese München-Freising hat 2017 einen liturgischen Gedenktag der „Seligen Märtyrer von Dachau“ eingeführt.

Dr. Björn Mensing (links) ist Pfarrer der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte. Er informiert die Stipendianten über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Mihaela Radulescu / Renovabis</small>
Dr. Björn Mensing (links) ist Pfarrer der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte. Er informiert die Stipendianten über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers.
Foto: Mihaela Radulescu / Renovabis
„Arbeit Macht Frei“ steht am Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. In einigen NS-Konzentrationslagern ist diese Toraufschrift am Eingang zu sehen. Sie ist eine zynische Umschreibung für den angeblichen Erziehungszweck der Lager, der tatsächlich aber die Vernichtung durch Arbeit war.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Mihaela Radulescu / Renovabis</small>
„Arbeit Macht Frei“ steht am Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. In einigen NS-Konzentrationslagern ist diese Toraufschrift am Eingang zu sehen. Sie ist eine zynische Umschreibung für den angeblichen Erziehungszweck der Lager, der tatsächlich aber die Vernichtung durch Arbeit war.
Foto: Mihaela Radulescu / Renovabis

Der Besuch war für viele Stipendiaten ein besonders bewegender Moment, da in Dachau die deutsche Geschichte auf traurige Weise auch mit der Geschichte ihrer eigenen Landsleute verknüpft ist. Im Anschluss an den Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers fand eine gemeinsame Reflexionsrunde statt. Dabei wurde deutlich, dass für viele Stipendiaten die Aufarbeitung und der Umgang mit den Verbrechen aus der NS-Zeit in Deutschland nicht selbstverständlich sind. Sie schätzen die Offenheit und Klarheit mit der die Verbrechen benannt und dargestellt werden. Gerade im Hinblick auf eine Versöhnung, betonte einer der Teilnehmer, sei die Anerkennung des begangenen Unrechts ein wichtiger erster Schritt.

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Inhalt erstellt: 22.11.2017, zuletzt geändert: 04.12.2017