Collage Grenzübergang mit Schlagbaum
Grenzübergang mit Schlagbaum
Foto: Renovabis
09.09.2019 – Zeitschrift OST-WEST

"30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – eine Bilanz ohne Illusion"

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "OST-WEST. Europäische Perspektiven" berichten 22 Zeitzeugen und Nachgeborene über ihre Erinnerungen an die Umbrüche vor 30 Jahren und die Auswirkungen auf ihr Leben, ergänzt durch einen Essay von Prof. Dr. Karl Schlögel.

2019 jährt sich das Ende des Eisernen Vorhangs, der Europa über 40 Jahre teilte, zum dreißigsten Mal. Seitdem ist mehr als eine Generation vergangen - eigentlich kein langer Zeitraum, doch lang genug, um im Gedächtnis Europas allmählich zu verblassen. Was ist aus den Hoffnungen von damals geworden? Welche Erinnerungen sind geblieben, welche Perspektiven für die Zukunft gibt es?
Das aktuelle OWEP-Heft enthält einen Essay des Osteuropa-Historikers Professor Dr. Karl Schlögel: Er würdigt die damaligen Ereignisse kritisch und fordert angesichts der gegenwärtigen Krisen in Europa „eine neue Elastizität und weniger Beschwörungsrhetorik, mehr Gelassenheit und weniger Hysterie.“
„Bilanz ohne Illusion“ ist der Hauptabschnitt des Heftes mit 22 Kurzbeiträgen von Zeitzeugen und Nachgeborenen überschrieben. Darin kommen Frauen und Männer aus der ehemaligen DDR, aus Estland, Lettland, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Ungarn zu Wort. Viele haben die Zeit vor und um die Ereignisse von 1989 bewusst erlebt, andere waren noch Kinder oder überhaupt noch nicht geboren und können daher nur auf Erzählungen und Erfahrungen der vorherigen Generationen zurückgreifen. Die Beiträge sind nicht repräsentativ, sie unterscheiden sich auch stilistisch stark voneinander, sie bieten aber doch ein Stimmungsbild, das die ähnlichen Empfindungen vieler Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa widerspiegelt. Einige Beispiele: „Erfüllte Hoffnungen – aber noch nicht für die mittlere und ältere Generation“ (aus der ehemaligen DDR), „Wandern nach der Gefangenschaft“ (aus Ungarn), „30 Jahre zwischen Gewinn und Verlust“ (aus Polen), „Träume werden wahr“ (aus Lettland).
Das Heft enthält auch ein Interview mit Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1976-1988) und von Thüringen (1992-2003), der die Ereignisse von 1989 in Deutschland miterlebt und die Schritte auf dem Weg zur deutschen Einheit zum Teil mitgestaltet hat. Er lässt die bewegten Monate zwischen Sommer 1989 und Herbst 1990 Revue passieren und erinnert daran, dass der seither beschrittene Weg der europäischen Integration ein hohes Gut ist, das nicht leichtfertig verspielt werden darf.

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Dr. Markus Ingenlath

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Simon Korbella

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Inhalt erstellt: 03.09.2019, zuletzt geändert: 19.09.2019