Länderinformationen zu Russland

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Basisdaten

Allgemein

Russische FlaggeRussische Flagge Offizieller Name: Russische Föderation bzw. Russland (Russisch: Rossiiskaja Federazija bzw. Rossija), Fläche: 17.075.200 qkm, Einwohner: 140 Mio., Hauptstadt: Moskau (ca. 10,5 Mio. Einwohner), Weitere Städte: Sankt Petersburg (Nordwestrussland), Nowosibirsk (Sibirien), Nischni Nowgorod (Wolga), Jekaterinburg (Ural), Volksgruppen: Ca. 79,8% Russen, etwa 3,8% Tataren, rd. 2% Ukrainer, ca. 1,1% Tschuwaschen, rd. 1,2% Baschkiren, etwa 0,8% Armenier, ca. 0,4% Russlanddeutsche , Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 79,8% die Mehrheit der Be­völkerung stellen, noch fast 160 ethnische Gruppen auf dem Gebiet des Landes. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und verschiedene Minderheiten jüdischen Glaubens. Über 80% der Russen leben in den westlichen Gebieten des Landes sowie im Süden Russlands. Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. Diese wurde in den letzten Jahren jedoch wieder erheblich eingeschränkt. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren, Religionszugehörigkeit: 15 bis 20% russisch-orthodoxe, 10 bis 15% Muslime, 2% übrige christliche Konfessionen. Die katholische Kirche in Russland rechnet die Zahl potentieller Katholiken auf 0,5% bzw. 600-700.000 hoch. Dieser Schätzung liegt der Anteil von Menschen mit polnischen, litauischen und deutschen Wurzeln an der Gesamtbevölkerung und deren traditionelle Konfessionszugehörigkeit zugrunde. Sprachen: Russisch (Amtssprache), Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die mit der Aus­nahme Tatarstans einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Tatarisch wurde als einzige Ausnahme ab 2001 gegen den Widerstand der in Tatarstan ansässigen russischsprachigen Bevölkerung ausschließlich in lateinischer Schrift geschrieben. Diese Praxis verbot das Russische Verfassungsgericht jedoch im November 2004 mit der Begründung, dass für die Einigkeit Russlands eine einheitliche Schrift notwendig sei.

Politik und Wirtschaft

Regierungsform: Präsidialdemokratie mit föderativem Staatsaufbau, Staatsoberhaupt: Dmitri Medwedew, Regierungschef: Wladimir Putin (Vorsitzender der Regierung), Besonderheiten: Nach Ende des Krieges, aus dem die damalige UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) als Siegermacht hervorging, traten Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten zunehmend hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die UdSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der sogenannte Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik.

Nach der Perestroika, dem vom sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleiteten Prozess zum Umbau des politischen und wirtschaftlichen Systems in der Sowjetunion 1987, und Glasnost, der ebenfalls von Gorbatschow eingeführten Politik einer größeren Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung 1985, entwickelten sich Unabhängigkeitsbestrebungen in den einzelnen Sowjetrepubliken.
Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, zu hoher Inflation und politischer Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 hat sich die politische und wirtschaftliche Lage des Landes drastisch verbessert. Die hohen Rohstoffpreise (Öl, Gas, Stahl) fördern diese Entwicklung.
Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien. Der Krisenherd veranlasste Präsident Putin, Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr einzuleiten, die demokratische Mechanismen einschränken.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): 2.223 Milliarden USD, BIP pro Kopf: 15.900 USD

Fotos aus Russland

Diese Bilder sind auf Reportage- oder Projektreisen entstanden oder wurden uns von Projektpartnern und Freiwilligen zugeschickt. Besuchen Sie auch unser Bildarchiv, hier können Sie Fotos nach Themen und Ländern durchsuchen.

Kirchliche Strukturen

Seit 2002 ist die römisch-katholische Kirche in Russland in vier Bistümer gegliedert, die mit Rücksicht auf die Beziehungen zur russischen orthodoxen Kirche nicht den Namen des Bischofssitzes, sondern den Namen von Heiligen tragen. Die statistischen Angaben für die katholische Kirche sind ungenau. So unterscheidet sich die Zahl der Gemeinden in den Bistümern je nachdem, ob auch Filialpfarreien mitgerechnet werden. Noch immer haben nicht alle Pfarreien eine Kirche oder Kapelle, so dass die Gottesdienste in Privatwohnungen ge-feiert werden müssen. Die Zahl der Priester unterliegt starken Schwankungen, da über 90% der Priester und die Mehrheit der Ordensleute aus dem Ausland stammen. Das Priesterseminar „Maria – Königin der Apostel“ in St. Petersburg hat derzeit 20 Seminaristen in fünf Jahrgängen. Für die griechisch-katholische Kirche sind in Russland 16 Priester tätig. Ordinarius ist Bischof Werth.

Römisch-Katholische Diözesen

  • Erzdiözese der Mutter, Moskau: Erzbischof Paolo Pezzi FSCB
  • Diözese St. Clemens, Saratow: Bischof Clemens Pickel
  • Diözese Verklärung des Herrn, Nowosibirsk: Bischof Josef Werth SJ
  • Diözese St. Joseph, Irkutsk: Bischof Kyrill Klimowicz

Bisherige Förderung durch Renovabis

Die katholische Kirche in Russland befindet sich in einer extremen Diasporasituation. Renovabis fördert daher anteilig die laufenden Kosten der Gemeinden, gewährt Priestern und Ordensfrauen Existenzhilfen und unterstützt gemeinsam mit anderen Hilfswerken das Priesterseminar in St. Petersburg. Da die Entfernungen und extremen Witterungsbedingungen in ganz Russland die Seelsorge vor große Herausforderungen stellen, hilft Renovabis bei der Motorisierung der Gemeinden und gewährt Priestern Zuschüsse für pastorale Fahrten.

Um die kirchlichen Strukturen aufzubauen bzw. zu stabilisieren, fördert Renovabis in Russland Bau und Restaurierung von Kirchen, Gemeindehäusern und diözesanen Zentren. Außerdem wird die pastorale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien unterstützt.

Im karitativen Bereich fördert Renovabis Präventionsprogramme gegen Alkoholismus und andere Suchtkrankheiten. Beratungsstellen der Caritas helfen schwangeren Frauen in Konfliktsituationen und betreuen junge Mütter.

Projektbeispiele aus Russland

Nachrichten, Artikel und Reportagen aus Russland

Informationen im Internet

Informationen zur Struktur der katholischen Kirche in Russland

Volltexte aus der Renovabis-Zeitschrift ‘OWEP. Europäische Perspektiven’:

Sonstige

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis

Aktuelles Spendenprojekt

Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Salesianerpater Witold Szulczynski SDB, Direktor der Caritas Georgia, hört zu und spendet Trost.Renovabis fördert den Betrieb von Suppenküchen in Georgien und sichert somit die Versorgung von alten und bedürftigen Menschen. Das Projekt können Sie mit Ihrer Spende unterstützen. Suppenküchen für notleidende Menschen in Georgien

Projekte nach Ländern

Informieren Sie sich über Projektzahlen und Bewilligungssummen in den Partnerländern von Renovabis. Projektübersicht 2010 (Auszug aus dem Jahresbericht 2010, Seite 7) herunterladen (227 KB)

Spendensiegel

Renovabis wird jährlich vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen geprüft und hat auch für 2011 wieder das Spendensiegel erhalten (mehr). Zudem war Renovabis 2010 zum fünften Mal unter den Finalisten des Transparenzpreises (mehr).