Stand 2014

Länderinformationen zu Weißrussland

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Basisdaten

Allgemein

Offizieller Name: Republik Belarus (Respublika Belarus), Fläche: 207.600 qkm, Einwohner: 9,462 Mio. (2013) Hauptstadt: Minsk (ca. 1,9 Millionen Einwohner), weitere Städte: Gomel, Mogilew, Witebsk, Grodno (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl), Volksgruppen: der Anteil der Weißrussen in der Bevölkerung beträgt 81,2%. Die größte Minderheit sind die Russen mit 11,4%, gefolgt von 3,9% Polen und 2,4% Ukrainern. Viele weitere ethnische Gruppen teilen sich die restlichen 1,1%, darunter Letten, Zigeuner (vorwiegend Jerli), Litauer, Slowaken, Selonen, Moldauer, Jenische, Ruthenen und Deutsche (Zensus von 1999). Religionszugehörigkeit: Russisch-orthodoxe Christen ca. 80%, römisch-katholische Christen ca. 7%, 13% andere (u.a. Protestanten, Juden und Muslime), Sprachen: Belarussisch und Russisch, Verkehrssprache: Russisch (circa 85%, besonders in städtischen Zentren). Nach Einführung des Weißrussischen als einziger Amtssprache mit der Unabhängigkeit erfolgte einen kurze Blüte, „Wiedergeburt“ genannt, die aber durch die Einführung des Russischen als weiterer Amtssprache durch Präsident Lukaschenko im Jahre 1994/95 wieder endete. Die Zukunftsprognose ist eher düster, viele Weißrussen befürchten, dass ein völliges Aufgehen des Weißrussischen im Russischen fast nicht mehr zu verhindern ist.

Politik und Wirtschaft

Regierungsform: (autoritäre) Präsidialrepublik, Staatsoberhaupt: Präsident Alexandr Grigorjewitsch Lukaschenko, Regierungschef: Michail Wladimirowitsch Mjasnikowitsch Bruttoinlandsprodukt (BIP): 63,27 Mrd. USD (2012) Besonderheiten: Seit 1994 führt Alexandr Lukaschenko die Regierungsgeschäfte autoritär. Lukaschenka trieb durch seine antidemokratischen Tendenzen und die Ablehnung der westlichen Wirtschaftsweise das Land in die internationale Isolation. Zu den wenigen Partnern des Landes gehören heute neben Russland, mit dem eine - in der Realität unwirksame - „Unionsbildung“ versucht wurde, andere Nachfolgestaaten der UdSSR, sowie auch der Iran. Die Parlaments­wahlen vom 19. März 2006 werden von westlichen internationalen Beob­achtern weitgehend einhellig als undemokratisch bezeichnet. Vertreter der GUS-Staaten führten gegensätzliche Ansichten auf.

Fotos aus Weißrussland

Diese Bilder sind auf Reportage- oder Projektreisen entstanden oder wurden uns von Projektpartnern und Freiwilligen zugeschickt. Besuchen Sie auch unser Bildarchiv, hier können Sie Fotos nach Themen und Ländern durchsuchen.

Kirchliche Strukturen

Die größte Konfessionsgruppe in Weißrussland ist das orthodoxe Christentum - vor allem Weißrussen, Ukrainer, Moldauer und Russen, ferner Gruppen orthodoxer Ruthenen, die aus den Karpaten wegen Verfolgungen durch Katholiken hierher kamen.

Römisch-katholisch sind die meisten Polen und Litauer, sowie die Weißrussen im Westen und Norden des Landes. Insgesamt umfasst die katholische Kirche etwa 7% der Bevölkerung. Die Letten und Jerli (auch Sinti, Lowara, Manusch, Roma und Calderasch) bekennen sich vorwiegend zur evangelisch-lutherischen Kirche, ebenso eine slowakische Minderheit, deren Vorfahren nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Weißrussland flohen. Insgesamt sind 2,6% der Menschen evangelisch-lutherisch. Die meisten Deutschen sind evangelisch-reformiert und die Selonen hauptsäch­lich Waldenser. Weißrussland war eines der schwerpunktmäßig betroffenen Länder des Holocaust. Vorher lebte hier eine große jüdische Bevölkerungsgruppe.

Es gibt in Weißrussland vier Diözesen, die Erzdiözese Minsk-Mogilew und die Diözesen Grodno, Pinsk und Witebsk. Mitglieder der Bischofskonferenz sind:

  • Bischof Alexander Kaszkiewicz (Diözese Grodno), Vorsitzender
  • Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz (Erzdiözese Minsk-Mogilew), Stellvertretender Vorsitzender
  • Bischof Antoni Dziemianko (Diözese Pinsk)
  • Bischof Oleg Butkewicz (Diözese Witebsk)
  • Bischof Yurij Kasabuzckij (Weihbischof Erzdiözese Minsk- Mogilew)
  • Bischof Joseph Stanewskij (Weihbischof Diözese Grodno)
  • Bischof Kazimierz Wielikosielec (Weihbischof Diözese Pinsk)

Die offiziellen Kirchensprachen sind Weißrussisch und Polnisch.

Projektförderung durch Renovabis

Wie in allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion war erst nach 1990 ein über in sehr begrenztem Umfang geduldete liturgische Vollzüge hinausgehendes kirchliches Leben mit Sozialdienst, Jugendpastoral und Mitwirkung der Laien überhaupt möglich. In den vergangenen Jahren hat Renovabis daher zunächst zahlreiche Projekte zum Aufbau der materiellen Infrastruktur in Weißrussland gefördert: Errichtung von Kirchen und Gemeindezentren, sowie Gruppenräume für Jugendarbeit und Katechese. Zudem wurden zahlreiche zurückerlangte Kirchengebäude restauriert oder wiederaufgebaut. Seit Abschluss der Synode der Diözesen Minsk, Pinsk und Witebsk gewinnen pastorale Projekte zunehmend an Bedeutung.

Renovabis fördert zudem die Tätigkeit der katholischen Medien, der Laienverbände und die Jugendarbeit. Besonders verdienstvoll ist die entbehrungsreiche Tätigkeit der Ordensschwestern, denen es u.a. zu verdanken ist, dass die Kirche die Zeit der sowjetischen Verfolgung überdauern konnte. Da es noch nicht ausreichend inländische pastorale Mitarbeiter gibt, arbeiten zahlreiche Priester und Ordensleute aus Polen in der Seelsorge mit. Durch die Wahl der belarussischen Sprache als neben Polnisch gleichberechtigter Amtssprache leistet die katholische Kirche einen wichtigen Beitrag zur Förderung der belarussischen Identität und zur Stärkung der belarussischen Sprache und Kultur.

Aufgrund der sozialen Situation gibt es zudem zahlreiche sozial-caritative Pilotprojekte, u.a. zum Schutz des ungeborenen Lebens, zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs, Projekte für Heimkinder, Menschen mit Behinderungen, Häftlinge sowie für bedürftige und ältere Menschen. Außerdem fördert Renovabis jedes Jahr geistliche Ferienaufenthalte für mehrere Tausend Kinder im atomar unverstrahlten Norden des Landes.

Renovabis unterstützt und begleitet außerdem den ökumenischen Dialog, insbesondere aber die Ausbildung orthodoxer Theologen am theologischen Institut der Universität Minsk.

Projektbeispiele aus Weißrussland

Nachrichten, Artikel und Reportagen zu Weißrussland

Informationen im Internet

Informationen zur Struktur der katholischen Kirche in Weißrussland

Volltexte aus der Renovabis-Zeitschrift ‘OWEP. Europäische Perspektiven’:

Sonstige

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis

Inhalt erstellt: 09. Februar 2009, zuletzt geändert: 29. Juli 2014