Stand 2012

Länderinformationen zu Serbien

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Basisdaten

Allgemein

Offizieller Name: Republik Serbien (Serbisch: Srbija), Fläche: 77.484 qkm, Einwohner: 7,12 Mio. (2011) In diesen Zahlen enthalten sind ca. 490.000 Flüchtlinge und Binnenvertriebene aus den früheren Kriegsgebieten (180.000 aus Kroatien, 90.000 aus Bosnien-Herzegowina, 220.000 aus dem Kosovo), Hauptstadt: Belgrad (Serbisch: Beograd; ca. 2 Mio. Einwohner), Weitere Städte: Niš (engeres Serbien), , Novi Sad (Vojvodina), Kragujevac (engeres Serbien), (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl), Volksgruppen: Die ethnische Zusammensetzung in Serbien (ohne Kosovo) gliedert sich wie folgt: 82,8% Serben, 3,9% Ungarn, 2,1% Bosniaken bzw. „ethnische Muslime“, 1,4% Roma, 1,1% „Jugoslawen“, 0,9% Montenegriner, 0,9% Kroaten, 0,8% Slowaken, 0,8% Albaner, 0,5% Vlahen, 0,5% Rumänen, 0,4% Mazedonier, 0,3% Bulgaren, 0,3% Bunjevazen, 0,2% Ukrainer (Ruthenen) und ca. 4.000 Deutsche sowie Angehörige weiterer Gruppen der insgesamt 21 Minderheiten. Sprachen: Die Hauptamtssprache in Serbien ist Serbisch. Es wird fast überall im Land verstanden und gesprochen. In der nordserbischen Provinz Vojvodina sind neben der serbischen Sprache, auch die ungarische, die kroatische, die russinische (auch Ruthenisch), die slowakische und die rumänische Sprache als Amtssprache anerkannt.
Nach der im November 2006 in Kraft getretenen Verfassung wird die serbische Sprache in Serbien offiziell in kyrillischer Schrift geschrieben, wobei im Alltag und in den Medien auch die lateinische Form vielfältig zur Anwendung kommt.

Politik und Wirtschaft

Unabhängigkeit: Ab 1991 begann Jugoslawien zu zerfallen, alle Teilrepubliken (u.a. auch Serbien) erklärten nach und nach die Unabhängigkeit. Serbien war einer der beiden letzten aus Jugoslawien hervorgegangenen Staaten. Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) bildeten Serbien und Montenegro ab 1992 zunächst die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese wurde durch Parlamentsbeschluss des damaligen Bundesparlaments am 4. Februar 2003 aufgelöst und durch den Staatenbund Serbien und Montenegro (Srbija i Crna Gora) abgelöst.

Am 5. Juni 2006 erklärte das serbische Parlament in Belgrad die formale Unabhängigkeit des Landes, nachdem Montenegro diesen Schritt nach der Volksabstimmung am 21. Mai 2006, die zugunsten der Unabhängigkeit ausfiel, bereits am 3. Juni 2006 mit der Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments in Podgorica vollzogen hatte. Am 8. Juni 2006 wurde die Flagge Serbiens als Nachfolger des Staatenbundes bei den Vereinten Nationen aufgezogen.

Staatsform: Republik Staatsoberhaupt: Tomislav Nikolić, (Serbische Fortschrittspartei), Amtseinführung am 11.06.2012 Regierungschef: Ministerpräsident Ivica Dačić Besonderheiten: Mit der Loslösung Sloweniens, Kroatiens und Bosnien und Herzegowinas brachen die Jugoslawienkriege aus.

Nach der Beendigung der Kämpfe in Kroatien und Bosnien-Herzegowina 1995 konzentrierte sich die politische und militärische Führung um Slobodan Milošević auf die Unruhen im Kosovo. Die albanische Volksgruppe, die im Kosovo die Mehrheit der Bevölkerung stellt und die Unabhängigkeit von Serbien bzw. den Anschluss an Albanien fordert, fühlte sich unterdrückt. Der Jahresbericht 1996 von amnesty international berichtet von zahlreichen politisch und ethnisch motivierten Verhaftungen, Misshandlungen und Foltervorfällen bei Wohnungsdurchsuchungen. Außerdem kam es zu ungeklärten Todesfällen Kosovo-albanischer Häftlinge in serbischen Gefängnissen.

Im Jahr 1996 begann die UÇK mit Terroraktionen und Angriffen auf das serbische Militär und die Zivilbevölkerung. Nach den serbischen Präsidentschaftswahlen 1997, die von den Kosovo-Albanern fast geschlossen boykottiert wurden, eskalierte die Situation, und im Verlauf des Jahres 1998 kam es zu mehreren serbischen Großoffensiven im Kosovo, die mit schweren Menschenrechtsverletzungen beider Bürgerkriegsparteien einhergingen.

Nach der Erteilung des NATO-Einsatzbefehls durch Javier Solana am 24. März 1999 begannen die Luftstreitkräfte der NATO-Mitgliedsstaaten mit der Bombardierung von zivilen und militärischen Zielen in ganz Serbien. Die Situation der Kosovo-Albaner verschärfte sich indes, weil die serbischen Streitkräfte sich nicht wie erwartet sofort aus dem Gebiet zurückzogen. Nach langen Verhandlungen begann die serbische Armee am 10. Juni 1999 mit dem Rückzug. In Folge verließ ein Großteil der Serben aus Angst vor Racheaktionen der Kosovo-Albaner das Gebiet, viele wurden vertrieben.

Am 8. November 2005 begannen Stabilisierungs- und Assoziationsgespräche zwischen der EU und Serbien und Montenegro, die eine Vorstufe zu Beitrittsverhandlungen darstellen. Im Frühjahr 2006 wurde diese Gespräche von Seiten der EU unterbrochen, da nach deren Ansicht die Regierung in Belgrad nicht genügend Aktivitäten zur Ergreifung der als Kriegsverbrecher gesuchten Radovan Karadžić und Ratko Mladić unternimmt.

Bruttoinlands-Produkt (BIP): 29,34 Mrd. Euro (2010)

Fotos aus Serbien

Diese Bilder sind auf Reportage- oder Projektreisen entstanden oder wurden uns von Projektpartnern und Freiwilligen zugeschickt. Besuchen Sie auch unser Bildarchiv, hier können Sie Fotos nach Themen und Ländern durchsuchen.

Kirchliche Strukturen

Die meisten Einwohner Serbiens sind Christen, davon bekennt sich die Mehrheit zur serbisch-orthodoxen Kirche (ca. 85%), zudem gibt es noch Katholiken (rd. 5,5%) und Protestanten (etwa 1,1%). Atheisten, sowie Anhänger anderer Religionen, wie z.B. Muslime, machen zusammen einen Anteil von etwa 2,6% aus. Jene, die bei der Befragung keine genauen Angaben machten, betrugen ca. 2,6%.

Projektförderung durch Renovabis

Katholiken sind in Serbien in einer extremen Minderheitensituation; nicht nur religiös, sondern auch ethnisch. Die jeweiligen Mutterländer der Katholiken in Serbien waren direkt oder indirekt in Kriege mit Serbien verwickelt; dies erschwerte die Situation der Katholiken in Serbien ungemein und schränkte die Aktionsfreiheit der Kirche wesentlich ein. Im Vorfeld des Kosovokriegs und der damit verbundenen Bombardierung Serbiens musste ein dramatischer Rückgang von Projekten in Serbien verzeichnet werden. Schwerpunkte der Projektförderung sind mittlerweile pastorale Baumaßnahmen auf Pfarreiebene. Gefördert werden außerdem Projekte im Bereich des ökumenischen Dialogs bzw. der Vorbereitung des Dialog durch pragmatische Ansätze.

Projektbeispiele aus Serbien

Bewilligungsjahr Titel Verweis
2010 Ökumenische Familienfreizeit im Kloster Sokograd Lesen »

Nachrichten, Artikel und Reportagen aus Serbien

Informationen im Internet

Informationen zur Struktur der katholischen Kirche in Serbien

Volltexte aus der Renovabis-Zeitschrift ‘OWEP. Europäische Perspektiven’:

Sonstige

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