

Zwischen Christi Himmelfahrt am 14. Mai und dem Pfingstsonntag am 24. Mai 2026 verbindet die Renovabis-Pfingstnovene betende Menschen in Ost und West. Unter dem Titel „Komm, Heilger Geist, der uns verbindet und Leben schafft" greift sie das Leitwort der Pfingstaktion 2026 auf: „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt." Verfasst hat die Texte Abt Theodor Hausmann OSB von der Abtei Sankt Stephan in Augsburg.
Das Buch Deuteronomium bildet den roten Faden durch alle neun Tage. Es erzählt davon, wie Gott mit dem Volk Israel einen Bund schließt und ihm Weisungen für ein gelingendes Zusammenleben gibt. Abt Theodor schlägt von dort eine Brücke ins Heute: Was bedeutet es, einander Halt zu geben, Ruhe zu finden, die Armen im Blick zu behalten? Jeder Tag widmet sich einem eigenen Thema, vom „Leben gewinnen" am ersten Freitag bis zum „Zusammen_wachsen" am Vorabend von Pfingsten.
Die Novene versteht sich dabei als Einladung, nicht als Pflichtprogramm. Ihre „Nachhall-Fragen" am Ende jedes Tagesimpulses regen dazu an, die biblischen Texte mit dem eigenen Alltag zu verbinden. Sie fragen nach persönlichen Erfahrungen, nach Menschen, die Halt brauchen, nach Entscheidungen, die anstehen.
Die Fürbitten der Novene richten den Blick auf konkrete Situationen in Europa: auf die Menschen in der Ukraine, die sich nach Frieden sehnen, auf Vertriebene aus Bergkarabach, die in Armenien ein neues Zuhause aufbauen, auf junge Menschen in Serbien, die sich gegen Korruption engagieren, auf Roma-Gemeinschaften, deren Rechte verletzt werden. Renovabis fördert in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas Projekte, die genau dort ansetzen: bei Dialog, Teilhabe und Versöhnung.
Die Pfingstnovene macht sichtbar, dass Solidarität auch eine geistliche Dimension hat. Wer gemeinsam betet, erkennt einander an und stärkt sich gegenseitig, so beschreibt es Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Thomas Schwartz im Vorwort der Publikation.
Die Novene eignet sich für das stille Gebet allein ebenso wie für die Feier in der Gruppe oder der Gemeinde. Sie lässt sich in die Eucharistiefeier einbinden, in die Tagzeitenliturgie integrieren oder zu einer eigenständigen Andacht erweitern. Ein Modell dafür findet sich im Heft. Jeder Tag folgt einer klaren Struktur: Eröffnung, Tagesgebet, Lesung, Impuls mit Nachhall-Fragen, Fürbitten, Pfingsthymnus und Segen. Ergänzend enthält die Publikation drei Lieder mit Noten, darunter das Renovabis-Lied „Dass erneuert werde das Antlitz der Erde."
Das Novenengebet um den Heiligen Geist kann in Form einer kurzen Andacht unmittelbar vor oder nach einer Eucharistiefeier oder Wort-Gottes-Feier gebetet werden.
An Werktagen kann das Formular des betreffenden Tages anstelle von Fürbitten genommen werden.
Weitere Möglichkeiten, die Pfingstnovene im Gottesdienst einzusetzen und bekannt zu machen:
Man folgt dem im Stundenbuch für Laudes, Vesper oder die kleinen Horen angegebenen Ablauf oder wählt ein geeignetes Modell aus dem Gotteslob Anstelle der kurzen Schriftlesung der Tagzeitenliturgie kann der Schrifttext vom jeweiligen Tag der Novene verwendet werden. Die entsprechende Betrachtung schließt sich an.
Wo in den Tagen der Pfingstnovene eine Maiandacht üblich ist, können darin auch die Elemente der Pfingstnovene in die Feier so einbezogen werden wie sonst marianische Andachtsabschnitte aus dem GOTTESLOB (z. B. GL 676,4 oder die Litanei 567 oder 568). Es kann auch die Andacht „Heiliger Geist“ (G 675) verwendet oder das Rosenkrangesätz „… Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat“ gebetet werden.
Von Romano Guardini stammen fünf Gesätze eines eigenen Rosenkranzgebetes für Pfingsten, die gut in die Pfingstnovene passen.