Das Bild zeigt das Kyjiwer Höhlenkloster. Im Vordergrund sind die Türme des Klosters zu sehen, im Hintergrund Kyjiw.
Das Kyjiwer Höhlenkloster liegt am hügelig aufragenden Westufer des Dnepr südlich des heutigen Stadtzentrums von Kyjiw. Seit seiner Gründung im Jahr 1051 ist es eines der wichtigsten Zentren des orthodoxen Christentums.
Quelle: Canva/Renovabis
15.06.2026 – Pressemitteilung vom 15. Juni 2026

Angriff auf das spirituelle Herz der Ostkirchen

Renovabis-Leiter Schwartz verurteilt russische Angriffe auf Kulturerbe in der Ukraine: „Es ist der Versuch einer kulturellen Auslöschung“

FREISING/ KYJIW. Angesichts der jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine und der gezielten Zerstörung historischer Kultur- und Religions-stätten äußert sich der Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Professor Dr. Thomas Schwartz, zutiefst erschüttert und findet deutliche Worte der Kritik an der Führung in Moskau.

In der vergangenen Nacht hatten russische Drohnen das Kyjiwer Höhlenkloster in Brand gesetzt. Die rund tausend Jahre alte Anlage ist nicht nur UNESCO-Welterbe, sondern auch spirituelles Herz aller orthodoxen Kirchen in der Ukraine und auch die heilige Wurzel der Russischen Orthodoxen Kirche selbst.

„Mittlerweile wurden im Zuge dieses brutalen Angriffskrieges hunderte von Kirchen zerstört oder schwer beschädigt. Dass nun auch das weltberühmte Höhlenkloster angegriffen und schwer verwüstet wurde, markiert eine neue, erschreckende Stufe der Eskalation“, erklärt Schwartz am heutigen Montag.

Für den Leiter des katholischen Hilfswerks offenbart diese rücksichtslose Zerstörung die eigentliche, tiefere Dimension des Konflikts: „Es wird unmissverständlich klar, dass es der russischen Führung um mehr als imperialistischen Landgewinn geht. Was wir hier erleben, folgt einem weitaus perfideren Grundmuster: Es ist der gezielte Versuch, die Absicht, einer kulturellen und nationalen Auslöschung.“

Nach Einschätzung von Schwartz zielen die Angriffe systematisch darauf ab, die historische und religiöse Identität des Landes zu vernichten. „Die Ukraine, ihr reiches Erbe, ihre eigenständige Identität und alles, was dieses leidgeprüfte Volk, seine Geschichte und seine Zukunft ausmacht, sollen ausradiert werden“, warnt der Leiter des Osteuropa-Hilfswerks eindringlich.

Diese existenzielle Bedrohung überschatte laut Schwartz derzeit auch die Hoffnung auf eine baldige diplomatische Lösung. „Solange diese Vernich-tungsintention das Fundament und das brutale Grundmuster des russischen Krieges ausmacht, steht zu befürchten, dass alle Friedensbemühungen ins Leere laufen. Die Sehnsucht der Menschen in der Ukraine auf Frieden, die wir alle teilen, droht noch sehr lange unerfüllt zu bleiben.“

Renovabis steht seit Beginn des Krieges eng an der Seite der Menschen in der Ukraine und unterstützt kirchliche sowie zivile Partner vor Ort bei der humanitären Hilfe, dem Wiederaufbau und der psychosozialen Betreuung der Zivilbevölkerung. Insgesamt hat Renovabis seit Beginn der Vollinvasion mit mehr als 38 Millionen Euro die Menschen in der Ukraine, aber auch in den Nachbarländern unterstützt.

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Inhalt erstellt: 15.06.2026, zuletzt geändert: 15.06.2026

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