Quelle: Nicolas Riedmiller
FREISING/LEIPZIG. Der Recherchepreis Osteuropa geht in die nächste Runde: Ab sofort können Journalistinnen und Journalisten ihre Bewerbungen für das Jahr 2027 einreichen. Der Recherchepreis fördert herausragende Recherchen zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Neben dem Journalismus Netzwerk n-ost und dem Osteuropa-Hilfswerk Renovabis zählt ab dem kommenden Jahr auch das evangelische Gustav-Adolf-Werk zu den ausschreibenden Organisationen. Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks betont: „Seit vielen Jahren setzen wir uns für die Unterstützung von Diasporagemeinden in Mittel-, Süd- und Osteuropa ein und freuen uns, nun auch die Berichterstattung über diese Region unterstützen zu können.“
Der Preis wird in Form eines Stipendiums vergeben und ermöglicht so die Umsetzung zeit- und reiseintensiver Sozialreportagen für deutschsprachige Medien. Die Förderung ist mit bis zu 7.000 Euro dotiert. Gesucht werden journalistische Projekte, die zeigen, wie Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa leben, arbeiten und mit gesellschaftlichen Veränderungen, Umbrüchen und Krisen umgehen. Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost, erklärt: „Unser Ziel ist es, Recherchen zu ermöglichen, die von Menschen erzählen, die sonst viel zu oft übersehen werden.“
Bewerbungsschluss: 15. Januar 2027
Eine Jury aus renommierten Journalistinnen und Journalisten sowie Vertreterinnen und Vertretern der ausschreibenden Organisationen wählt die Preisträger aus den Einsendungen aus. Interessierte Journalistinnen und Journalisten können sich bis zum 15. Januar 2027 für den Recherchepreis Osteuropa 2027 bewerben. Alle Informationen zur Ausschreibung und zu den Teilnahmebedingungen sind online abrufbar unter recherchepreis-osteuropa.de
Preisverleihung an die Gewinnerinnen 2026 in Berlin
Zeitgleich mit dem Start des neuen Bewerbungszeitraums wurden die Gewinnerinnen des Jahres 2026 geehrt: Die Journalistin Lucia Steinwender und die Fotografin Sanja Knežević erhielten den Recherchepreis für ihr Vorhaben, die Situation von Arbeiterinnen und Arbeitern in der serbischen Autozuliefererindustrie zu untersuchen. Dort produzieren zehntausende Beschäftigte Komponenten für deutsche Automobilkonzerne – vielfach unter prekären Bedingungen und für niedrige Löhne. Das Ergebnis ihrer Recherche veröffentlichten Steinwender und Knežević in der taz, sowie im Deutschlandfunk und im ORF. Jury-Mitglied Matthias Dörr von Renovabis hebt die Bedeutung der Recherche hervor: „Die Recherche macht sichtbar, wie stark Frauen in Osteuropa von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen sind und ermöglicht eine grundsätzliche Debatte über Geschlechtergerechtigkeit in Osteuropa.“ Die feierliche Preisverleihung fand am 4. November 2026 in der Katholischen Akademie in Berlin statt.