Das Bild zeigt die Ukrainische Flagge vor einem grauen Himmel.
Am 24. August feiert die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag.
Quelle: Pexels / Andrii Smuryhin
24.08.2026 – Osteuropa-Hilfswerk Renovabis zum Ukrainischen Unabhängigkeitstag

EU-Beitritt wäre wichtiges Signal

Trotz des Krieges ist die Ukraine „eine blühende Demokratie“

FREISING. Zum heutigen 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine fordert das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis erneut eine verlässliche europäische Perspektive für das von Russland angegriffene Land und eine anhaltende Solidarität der Menschen in Deutschland. „Die Ukraine kämpft nicht nur um ihr Überleben, sondern auch um Freiheit, Demokratie und die europäische Wertegemeinschaft“, erklärt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Thomas Schwartz. „Gerade deshalb darf unsere Unterstützung nicht nachlassen.“

Schwartz verweist auf seine Eindrücke aus Gesprächen in der Ukraine in diesem Sommer. Trotz täglicher Bedrohung, Erschöpfung und schwerer Kriegserfahrungen sei dort eine neue Zuversicht spürbar. Viele Menschen seien überzeugt, den Krieg nicht zu verlieren. Diese Hoffnung sei angesichts der enormen Belastungen „überlebenswichtig“. Besonders beeindruckt zeigt sich der Renovabis-Hauptgeschäftsführer von der Widerstandskraft der ukrainischen Zivilgesellschaft. Selbst unter Raketenbeschuss und im Kriegsalltag nähmen Bürgerinnen und Bürger politische Entscheidungen nicht einfach hin, sondern forderten Korrekturen ein.

Für Renovabis-Leiter Schwartz zeigt sich darin eine „blühende, wenn auch nicht perfekte Demokratie mit einer wirklich funktionierenden Bürgergesellschaft“, die er sich in dieser Form auch in anderen europäischen Ländern wünschen würde. Schwartz sieht darin einen wesentlichen Grund, der Ukraine eine europäische Perspektive zu geben. „Das Land hat in den letzten Jahren wie kaum ein anderes für Werte wie Freiheit, Demokratie und offene Diskussion eingestanden. Ein EU-Beitritt ist deswegen nicht nur eine politische oder wirtschaftliche Frage, sondern wäre ein Signal, dass sich der Einsatz der Ukrainer für diese Werte gelohnt hat.“

Gleichzeitig warnt Schwartz davor, die Ukraine allein militärisch zu betrachten. Die Gesellschaft sei müde und zermürbt. Besonders Kinder und Jugendliche litten unter den psychischen Folgen des Krieges; manche hätten bewusst noch nie etwas anderes erlebt als Krieg. Renovabis arbeitet deshalb mit Partnern in der Ukraine an Programmen zur psychosozialen Unterstützung und Traumabewältigung. Auch der Wiederaufbau müsse trotz anhaltender Angriffe bereits jetzt beginnen. „Wer immer nur auf Ruinen sieht, verliert die Hoffnung“, betont Schwartz. Kirche und Zivilgesellschaft hätten die Aufgabe, Perspektiven zu eröffnen, den Menschen Gründe zum Bleiben zu geben und Zukunft für ihre Kinder möglich zu machen.

Renovabis appelliert zum Ukrainischen Unabhängigkeitstag an Politik, Kirchen und Gesellschaft in Deutschland, der Ukraine weiterhin beizustehen. Dazu gehöre auch, Erzählungen entschieden zu widersprechen, die Ukraine sei letztlich nur ein Teil Russlands. „Die Ukrainerinnen und Ukrainer müssen selbst über ihre Zukunft entscheiden dürfen – so wie andere Völker auch“, sagt Schwartz.

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Inhalt erstellt: 24.08.2026, zuletzt geändert: 24.08.2026

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