BERLIN. 282 neue Projekte hat der Aktionsrat des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis am Mittwoch auf den Weg gebracht. Unter dem Vorsitz des Berliner Erzbischofs Dr. Heiner Koch bewilligte das Gremium knapp 13,4 Millionen Euro. Mit dem Geld verwirklichen Renovabis-Partner in vielen der insgesamt 29 Länder, in denen das Hilfswerk tätig ist, soziale, pastorale und bildungsbezogene Vorhaben. Renovabis-Bischof Koch betonte einen Tag nach dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei der deutschen Bundesregierung, dass die Menschen in der Ukraine weiterhin auf die Hilfe von Renovabis zählen können: „Mit großer Sorge schauen wir auf den bevorstehenden fünften Kriegswinter in der Ukraine. Wir sehen Menschen, deren Sehnsucht nach Sicherheit, Wärme und einem Leben ohne Angst uns tief berührt. Wir werden uns nicht an ihr Leid gewöhnen.“
Koch betonte: „Unsere Hoffnung auf Frieden bleibt mit dem Eintreten für Gerechtigkeit und für die Freiheit der Menschen in der Ukraine verbunden.“ Der Erzbischof appellierte: „Wir dürfen die Ukrainerinnen und Ukrainer im bevorstehenden Winter nicht aus dem Blick verlieren. Lassen wir sie spüren: Ihr seid nicht vergessen. Als Christinnen und Christen sind wir gerufen, die Hoffnung wachzuhalten: im Gebet, durch verlässliche Nähe und mit einer Solidarität, die nicht nachlassen darf.“ Zugleich betont Koch, dass die Menschen in der Ukraine für uns Vorbild sein können: „Ihr Einsatz für Freiheit und Sicherheit ist auch für uns von großer Bedeutung.“
Der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pfarrer Professor Thomas Schwartz, wird sich Anfang Dezember erneut auf die Reise in die Ukraine begeben. Er wird sich dort selbst ein Bild von der Situation der Menschen machen und will „genau hinhören, was die Menschen vor Ort brauchen, und Unterstützung so gestalten, dass sie ihren Alltag wirklich erleichtert“. In Kyjiw wird Schwartz auch eine Messe feiern, denn „im gottesdienstlichen Miteinander schöpfen Menschen Kraft“. In der aktuellen Situation gehe es nach Schwartz um mehr als das Überstehen der kalten Monate: „Es geht darum, Menschen den Mut zu geben, weiterzumachen und Zukunft zu sehen. Ich bitte deshalb alle, die helfen können: Bleiben Sie solidarisch – durch Spenden, durch das Engagement in Ihren Gemeinden und durch persönliche Zuwendung“, so Pfarrer Schwartz. „Angesichts des fünften ukrainischen Kriegswinters darf unsere Hilfsbereitschaft nicht erkalten. Ein sicherer Ort, Wärme und menschlicher Beistand müssen möglichst alle erreichen.“
Etwas weniger als die Hälfte der aktuellen Projektförderungen entfallen auf 16 Großprojekte, von denen wiederum - zunächst - zwei Vorhaben den Menschen in der Ukraine zugutekommen. Außerdem werden mit dem Geld unter anderem Vorhaben in Albanien, Armenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Rumänien gefördert. Sie sollen wirtschaftliche und akute Not lindern und Perspektiven eröffnen.
Die Solidaritätsaktion Renovabis gab auch einen Ausblick für 2027: Das Hilfswerk stellt seine Jahreskampagne zu Pfingsten 2027 unter das Motto „Halt finden. Anker sein. – Wege aus seelischer Not im Osten Europas“. Dabei wird auf die mentale Gesundheit der Menschen in den Partnerländern eingegangen. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen Menschen, die unter Krieg, Flucht, Einsamkeit, Traumata, Sucht oder anderen seelischen Belastungen leiden. Zum anderen werden aber auch Frauen und Männer vorgestellt, die anderen in schweren Zeiten zur Seite stehen und Orientierung, Begleitung und neue Zuversicht möglichen.