Über Prostitution wird öffentlich häufig vor allem unter rechtlichen und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Weniger Aufmerksamkeit erhalten die Lebensrealitäten der betroffenen Frauen: ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und die Machtverhältnisse, die ihr Leben prägen. Wo patriarchale Strukturen, soziale Ungleichheit, Armut und Abhängigkeit zusammentreffen, steigt das Risiko sexueller Ausbeutung und Gewalt erheblich. Die Folgen reichen von gesundheitlichen Belastungen bis hin zu schweren Gewalttaten und Tötungsdelikten.
Mit der Fachtagung „MACHT. GEWALT. KÖRPER. Worüber beim Thema Prostitution nicht gesprochen wird“ möchten die Veranstalter der Tagung (das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, die Hanns-Seidel-Stiftung und Renovabis) genau diese oft ausgeblendeten Aspekte in den Mittelpunkt rücken.
In Fachvorträgen und Themenforen werden aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen aus Praxis, Forschung und Beratung vorgestellt und diskutiert. Schwerpunkte sind patriarchale Strukturen, gesundheitliche Folgen der Prostitution sowie Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten im Prostitutionsmilieu.
Die Veranstaltung versteht sich als Beitrag zu einer menschenrechtsorientierten Auseinandersetzung mit Prostitution, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung. Im Zentrum stehen die Würde jeder Frau und ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit. Politik, Gesellschaft und Zivilgesellschaft sind gleichermaßen gefordert, Ausbeutung und Gewalt entgegenzutreten.