OST-WEST. Europäische Perspektiven
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Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird gemeinsam von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben und erscheint vierteljährlich mit einem neuen Themenschwerpunkt. Alle Beiträge in „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ stammen von renommierten Autorinnen und Autoren, die für einen hohen Informationsgehalt und eine anspruchsvolle Darstellung bürgen. Neben westlichen Autoren kommen zunehmend auch Schriftsteller, Kirchenvertreter und Wissenschaftler aus den östlichen Nachbarländern zu Wort. Sie vermitteln Vorgänge und Probleme aus „Insider-Sicht“ und ermöglichen dem Leser neue Einblicke; so bildet jedes Heft eine solide und vielseitige Informationsbasis für alle, die aktuelle Entwicklungen besser verstehen und als Christen das neue Europa mitgestalten wollen.
OWEP berichtet über Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, bietet fundierte und kompetente Informationen jenseits der Schlagzeilen und erscheint 4 mal jährlich.
Auf der Internetseite www.owep.de haben Sie die Möglichkeit, gezielt einzelne Hefte zu bestellen oder ein Abo einzurichten. Außerdem gibt es viele Artikel im Volltext zu lesen.
Der Blick auf „die Jugend“ bewegt sich häufig zwischen hoffnungslosem Pessimismus und idealisierender Zukunftsperspektive. So einfach es auch scheint, diese Gruppe allein aufgrund des Alters zu erfassen, so vielfältig und widersprüchlich sind jedoch die Beobachtungen, die sich in konkreten Regionen gegenwärtig zeigen. In Ost- und Südosteuropa wächst nach Jahren der gesellschaftlichen Transformationen eine Generation heran, für die Krisen längst zur Normalität geworden sind. Krieg wie dauerhafte geo- und innenpolitische Krisen stellen junge Menschen vor besonders große Herausforderungen und machen „die Jugend“ gleichzeitig zu einem wichtigen Objekt politischer Strategien.
Diese Ausgabe beginnt mit einem Blick in das Europaparlament, das für die europäischen Integrationsprozesse immer wieder gezielt junge Menschen ansprechen möchte. Dort sind junge Menschen allerdings kaum vertreten. In der Ukraine findet Schule zwischen Luftalarmen, im U-Bahn-Schacht oder online statt, geprägt von Widerstandskraft, Verletzlichkeit und ständigem Neuanfang. In Lettland gehören Militärkunde und Schießtraining inzwischen zum Pflichtunterricht, und in Russland verbinden Staat und Orthodoxe Kirche ihre Jugendarbeit zunehmend mit Patriotismus und Kriegserziehung. Auch in Deutschland erreicht russische Desinformation die Klassenzimmer – Projekte wie „Unfollow Propaganda“ setzen dagegen auf Medienkompetenz und Landeskunde.
Doch das Heft erzählt nicht nur von Vereinnahmung, sondern auch von Eigensinn und Aufbruch. In Zentralasien, wo fast ein Drittel der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist, treibt eine junge Generation den gesellschaftlichen Wandel voran. In Georgien blicken junge Menschen erstaunlich zuversichtlich auf ihr Leben, träumen von Europa und erwägen zugleich die Auswanderung. Auf dem Balkan überwindet die Musik – von Balkan Trap bis Pop-Folk – die Grenzen, die Kriege einst gezogen haben. Persönliche Berichte, etwa aus einem Freiwilligendienst in Albanien oder aus der Begegnungsstätte Kreisau, zeigen, wie Jugend über Grenzen hinweg Brücken baut.
Unser Heft zeigt das vielstimmige Porträt einer Generation, die zugleich Objekt politischer Gestaltung und treibende Kraft der Zukunft ist – zwischen Bedrohung und Hoffnung, Kontrolle und Selbstbestimmung.