OST-WEST. Europäische Perspektiven
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Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird gemeinsam von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben und erscheint vierteljährlich mit einem neuen Themenschwerpunkt. Alle Beiträge in „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ stammen von renommierten Autorinnen und Autoren, die für einen hohen Informationsgehalt und eine anspruchsvolle Darstellung bürgen. Neben westlichen Autoren kommen zunehmend auch Schriftsteller, Kirchenvertreter und Wissenschaftler aus den östlichen Nachbarländern zu Wort. Sie vermitteln Vorgänge und Probleme aus „Insider-Sicht“ und ermöglichen dem Leser neue Einblicke; so bildet jedes Heft eine solide und vielseitige Informationsbasis für alle, die aktuelle Entwicklungen besser verstehen und als Christen das neue Europa mitgestalten wollen.
OWEP berichtet über Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, bietet fundierte und kompetente Informationen jenseits der Schlagzeilen und erscheint 4 mal jährlich.
Auf der Internetseite www.owep.de haben Sie die Möglichkeit, gezielt einzelne Hefte zu bestellen oder ein Abo einzurichten. Außerdem gibt es viele Artikel im Volltext zu lesen.
„Rumänien ist ein unterschätztes Land“, so beschreibt unser Autor Stefan Hofmann treffend die Außenwahrnehmung des Landes. Der deutsche Blick ist trotz langjähriger EU-Mitgliedschaft unverändert von viel Nichtwissen geprägt. Manchen erscheint Rumänien bis heute vor allem als Ort von Korruption und Kriminalität – vereinfachte Zuschreibungen, die sich hartnäckig halten. Die gängigen Klischees werden der Wirklichkeit jedoch kaum gerecht. Rumänien ist vielfältiger als gängige Vorstellungen vermuten lassen.
Europaweit Schlagzeilen machte das Land im Dezember 2024, als die Präsidentschaftswahl für ungültig erklärt wurde. Für viele Rumänen erschütterte dieser Vorgang das Vertrauen in demokratische Verfahren. Die Erwartungen an die politische Führung waren schon vorher enttäuscht worden, nicht zuletzt durch den ehemaligen Präsidenten Klaus Johannis, beschreibt der Journalist Thomas Roser in seinem Portrait des deutschstämmigen Politikers. Wie eng aktuelle Spannungen mit historisch gewachsenen Erfahrungen verknüpft sind, macht der Historiker Hans-Christian Maner deutlich: Diktaturerfahrungen und unzureichende Aufarbeitung wirken bis heute fort und lassen nationalistische Strömungen wieder erstarken. Der Sozialanthropologe László Fosztó beschreibt die daraus entstehenden Spannungen im Umgang mit Minderheiten. Das Interview mit dem Juristen Dan Derscanu beleuchtet die Lebenswirklichkeiten rumänischer Roma in Deutschland. Die Historikerin Anca Șincan analysiert, wie der Kirchenbau-Boom in Rumänien sowohl religiöse Erneuerung als auch gesellschaftliche Probleme widerspiegelt.
Diese Ausgabe richtet den Blick bewusst auch auf Entwicklungen jenseits gängiger Schlagzeilen. Der Journalist Frank Stier zeigt, wie Rumänien mit der Offshore-Gasförderung im Schwarzen Meer zu einem zentralen energiepolitischen Akteur in Europa wird – samt ökologischer Folgen. Weitere Artikel widmen sich dem Internationalen Theaterfestival von Sibiu als einem kulturellen Ort mit internationaler Ausstrahlung, einem engagierten Nationalparkprojekt oder dem Wettstreit der Städte Bukarest, Cluj und Timișoara.