Das Bild zeigt eine Schlange Menschen, die in dicken Winterjacken im Schnee anstehen, um an einem Tisch Lebensmittel zu erhalten.
Auch im vierten Kriegsjahr steht Renovabis entschlossen an der Seite der Menschen in der Ukraine. In Kyjiw verteilt der Renovabis-Partner Caritas-Spes Lebensmittel, um den Menschen gegen die Kälte zu helfen.
Quelle: Caritas-Spes Ukraine
20.02.2026 – 24. Februar: Vier Jahre russischer Angriffskrieg

Renovabis-Leiter Schwartz fordert „Marshallplan für die Seelen“ und verbindliche EU-Beitritts-perspektive

Hilfswerk stellt Winterhilfe bereit – bisher 430.000 Euro ausgezahlt

FREISING. „Schnelle Winterhilfe – das ist es, was die Menschen in der Ukra-ine im Moment am dringendsten brauchen,“ sagt der Hauptgeschäftsfüh-rer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Prof. Dr. Thomas Schwartz. Der russische Angriffskrieg gegen die Menschen in der Ukraine geht am Diens-tag ins fünfte Jahr. „Die Situation ist für uns unvorstellbar. Es fehlt an Le-bensmitteln, Medikamenten, Winterkleidung – unsere Hilfe ist so nötig wie nie.“

Die Partnerinnen und Partner des Hilfswerks berichteten von Temperaturen von minus 20 Grad, stundenlangen Stromausfällen, gefrierenden Wasserlei-tungen. Dazu komme eine zunehmende Erschöpfung und Verzweiflung – trotz der ukrainischen Landgewinne der letzten Tage. Vor diesem Hintergrund warnt Schwartz eindringlich vor einem „Ermüdungsszenario“ und mahnt stattdessen einen deutlichen Ausbau der Unterstützung für die Ukraine an.

Um den unmittelbaren Auswirkungen der enormen Kälte zu begegnen, hat Renovabis allein im Rahmen der Winterhilfe 2026 bisher 430.000 Euro aus-gezahlt. „Unsere Partnerinnen und Partner leisten Außergewöhnliches unter diesen schwierigen, gefährlichen Bedingungen,“ berichtet Schwartz: Die Diö-zese Kyjiw-Zhytomyr etwa richtet derzeit zwölf Wärmestuben in den Pfarrei-en im Großraum Kyjiw ein – hier können sich täglich hunderte Menschen aufwärmen, ihre Handys aufladen und etwas Heißes trinken. In Charkiw be-kommen 1600 Familien dank der Unterstützung von Renovabis Lebens-mittelpakete und Hygieneartikel. In Zhytomyr werden täglich 400 Menschen mit einem warmen Mittagessen versorgt – vor allem Binnenvertriebene, aber auch ortsansässige Senioren und bedürftige Familien.

„Gleichzeitig muss auch unsere psychosoziale Hilfe weitergehen“, betont Schwartz: „Gebäude kann man mit Beton wiederaufbauen, aber eine trau-matisierte Gesellschaft braucht einen ‚Marshallplan für die Seelen‘“. Deshalb fördere das Hilfswerk etwa Projekte, die die Resilienz in der Ukraine stärken. Angebote wir therapeutische Lesekreise, Erzählcamps und Programme zur Traumabewältigung für Kinder legten die Grundlage für eine inklusive Nach-kriegsgesellschaft. Insgesamt hat Renovabis seit Beginn der Vollinvasion mit mehr als 38 Millionen Euro die Menschen in der Ukraine, aber auch in den Nachbarländern unterstützt.

Schwartz betont, dass neben der konkreten Hilfe vor Ort auch klare politische Perspektiven nötig seien. Deshalb fordert er die Bundesregierung und die eu-ropäischen Partner auf, dem Prozess der EU-Mitgliedschaft für das Land eine hohe Priorität einzuräumen und einen klaren Zeithorizont aufzuzeigen. „Die Ukraine verteidigt heute an vorderster Front die Werte, auf denen das Haus Europa gebaut ist.“ Trotz des Krieges setze das Land konsequent Reformen um, um den EU-Beitritt voranzutreiben. Die Handlungsträger müssten nun bereit sein, der Ukraine mit Flexibilität und einem klaren Bekenntnis zur Mit-gliedschaft zu begegnen.

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Inhalt erstellt: 20.02.2026, zuletzt geändert: 20.02.2026

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