

Quelle: Riedmiller

AUGSBURG. In Augsburg ist am Sonntag, 10. Mai, die diesjährige Pfingstaktion des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis eröffnet worden. Den Auftakt für die katholische Kirche in Deutschland setzte Bischof Dr. Bertram Meier. Die Kampagne greift mit ihrem Leitwort „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“ die wachsende Spaltung und Zerrissenheit in Europa auf – sowohl in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, als auch in Deutschland. Die Pfingstaktion läuft bundesweit bis zum Pfingstsonntag und wird am 24. Mai mit der Renovabis-Kollekte in allen deutschen katholischen Pfarrgemeinden zugunsten der Menschen im Osten Europas abgeschlossen.
In seiner Predigt rief Bischof Dr. Meier die Menschen im vollbesetzten Augsburger Mariendom auf: „Lassen wir uns nicht auseinanderdividieren, sondern setzen wir den Vereinfachern und Einflüsterern unserer Tage die Botschaft Jesu von der alle umfassenden Nächstenliebe entgegen.“ Denn die Zeiten seien ernst, so Bischof Meier. Positiv hob er das Prinzip in der weltkirchlichen Arbeit „Hilfe zu Selbsthilfe“ hervor. Diese setze Fähigkeiten frei und stärke das Selbst-bewusstsein. Und ein Handeln nach dieser Devise mache „weniger anfällig für populistische Ideologien, die im Zusammenhang mit der rasanten Säkularisierung Europas immer mehr Raum gewinnen und ihrerseits auf ‚Menschenfang‘ aus sind“.
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter versichere uns doch, dass sich Menschen immer wieder in Notsituationen für ihre bedürftigen Mitmenschen als helfende Nächste erweisen, sagte der Bischof. Aus dieser Haltung der Menschlichkeit rief Bischof Meier dazu auf: „Werden wir angesichts derer, die auch in der Kirche Ausgrenzung etablieren wollen, nicht müde, auf das Beispiel unseres Herrn zu verweisen. Denn Jesu erster Blick galt nicht der Sünde der anderen, sondern dem Leid der anderen“, so zitierte Meier den Theologen Johann Baptist Metz. Dieser Kirchenmann habe uns zur Compassion, zum Mitleiden, aufgerufen. Zum Start der Renovabis-Aktion unterstrich Bischof Meier: „Denn keiner von uns ist nämlich Christin oder Christ für sich privat, sondern wir sind es immer als Gemeinschaft.“
„In vielen unserer Partnerländer beobachten wir eine besorgniserregende Entwicklung“, erklärte Renovabis Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Thomas Schwartz. „Polarisierung, Chancenungleichheit und Populismus beschädigen das Vertrauen in demokratische Institutionen.“ Das „zusammen_wachsen“ solle dieser Entwicklung entgegenstehen: „Vertrauen, Gemeinschaft und Zukunft können nur aus einem achtsamen und respektvollen Miteinander heraus entstehen. Dafür müssen wir uns täglich einsetzen“, betonte Schwartz. In seiner diesjährigen Pfingstaktion rücke Renovabis daher bewusst Projekte in den Mittelpunkt, die sich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.
Mit seiner Pfingstaktion lädt Renovabis dazu ein, das ermutigende Engagement der Menschen im Osten Europas für ein zusammen_wachsen bei Gottesdiensten und in der Gemeindearbeit aufzugreifen, durch Spenden solidarisch mitzutragen und im persönlichen Alltag zu leben.



