

Quelle: KNA Dieter Mayr

FREISING. Das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis begrüßt die aktuell vorgestellte Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Reformplan „Zukunft zusammen global gestalten“ markiert aus Sicht von Renovabis einen wichtigen Schritt hin zu einer strategisch ausgerichteten Kooperationspolitik. Besonders die deutliche Gewichtung der östlichen EU-Nachbarschaft und der Ukraine als Fokusregionen findet die volle Unterstützung des katholischen Hilfswerks.
Prof. Dr. Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, sieht in dem Plan eine Bestätigung der langjährigen Arbeit kirchlicher Akteure: „Es ist ein wichtiges und richtiges Signal, dass das BMZ Entwicklungspolitik als geopolitisches Gestaltungsinstrument begreift. Die ausdrückliche Anerkennung kirchlicher Träger als Teil eines deutschen Alleinstellungsmerkmals zeigt, wie stark die Bundesregierung den Wert gewachsener, zivilgesellschaftlicher Strukturen schätzt.“ Besonders positiv bewertet Renovabis die Rolle des BMZ als „Wiederaufbau-Ministerium“. Die vorgesehenen Investitionen in die Ukraine sowie in Südost- und Osteuropa seien von zentraler Bedeutung für die geopolitische Resilienz Europas und für die langfristige Stabilisierung der Region.
Zugleich mahnt Renovabis, dass der im Reformplan genannte „gesellschaftliche Zusammenhalt“ über technische Maßnahmen hinausgedacht werden muss: „Wiederaufbau bedeutet mehr als Infrastruktur, mehr als das Verlegen von Rohren und das Errichten von Gebäuden. Echter Frieden braucht die Heilung von Traumata, Bildungsgerechtigkeit und starke lokale Kirchengemeinden, die für viele Menschen die letzten verbliebenen Ankerpunkte darstellen. Wir erwarten, dass kirchliche Partner bei der Ausgestaltung der Regionalstrategien systematisch einbezogen werden“, bekräftigt Pfarrer Schwartz.
Mit Blick auf die Region Zentralasien mahnt Schwartz, diese in der neuen Fokuslogik nicht zu vernachlässigen. Aus Sicht von Renovabis braucht es dort weiterhin ein starkes Engagement für soziale Stabilität, den Schutz zivilgesellschaftlicher Räume und die Unterstützung religiöser Minderheiten: „Strategische Allianzen dürfen sich nicht nur an Rohstoffen oder sicherheitspolitischen Erwägungen orientieren. Die Länder Zentralasiens befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch und benötigen verlässliche Unterstützung bei der sozialen Transformation“, betont Schwartz.
Renovabis wird den bis Sommer 2027 laufenden Umsetzungsprozess des Reformplans kritisch-konstruktiv begleiten. Das Hilfswerk bietet an, seine Expertise in die vorgesehenen Runden Tische, Analyse-Formate und strategischen Dialoge einzubringen, damit die deutsche soft power auch künftig spürbar und wirksam bleibt – insbesondere in den Ländern Osteuropas.



