

Quelle: Renovabis

Dort hat das Hilfswerk in den Wintermonaten rund eine weitere halbe Million Euro an Nothilfe geleistet – für beheizte Wärmezelte, Notstromversorgung oder Lebensmittel. Mit dem Ende der kältesten Monate richtet sich der Blick nun wieder vermehrt auf langfristige Stabilisierung: Psychosoziale Angebote, Bildungs- und Jugendprogramme sowie die Unterstützung von Binnenvertriebenen gewinnen wieder an Bedeutung.
Die Beschlüsse des Aktionsrats stehen im Zeichen des Leitworts der diesjährigen Pfingstaktion: „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“. Die Projekte machen deutlich, dass Renovabis nicht nur aktuelle Not lindern, sondern strukturelle Veränderungen anstoßen will und nachhaltig hilft. Erzbischof Dr. Heiner Koch, der Vorsitzende des Aktionsrates von Renovabis, unterstreicht: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt lässt sich nicht verordnen – er entsteht dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Gerade in Ländern wie der Ukraine zeigt sich, wie wichtig verlässliche Partnerschaften sind, die nicht nur in der akuten Not helfen, sondern Menschen langfristig stärken und begleiten.“
Wie ein nachhaltiges „zusammen_wachsen“ gelingt, zeigt sich in dem jetzt neu bewilligten Projekt „Restart“ auf dem Westbalkan: In Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien arbeiten fünf Caritas-Organisationen zusammen, um mehr als 1.500 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen Berufsperspektiven zu eröffnen. In regionalen Karriere-zentren erhalten sie Beratung, Qualifizierung und Unterstützung beim Über-gang in eine Beschäftigung. Renovabis-Bischof Koch betont: „Durch solche Projekte profitieren nicht nur die jungen Erwachsenen, sondern ganze Regionen, die nach Jahrzehnten der Spannungen auf einen gemeinsamen wirt-schaftlichen Aufschwung angewiesen sind.“ Zudem sei bei diesem Projekt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ländern bemerkenswert. „Bei Restart ziehen Menschen aus fünf Ländern an einem Strang – trotz bestehender staatlicher Spannungen“, erläutert Koch. Das mache Mut.
Ein weiteres Projekt hat der Aktionsrat in Armenien auf den Weg gebracht: Dort stehen seit der Vertreibung von rund 120.000 Menschen aus Berg-Karabach weiterhin viele Familien vor großen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. In der Region Vayots Dzor bietet die Community Development NGO therapeutische Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche und unterstützt geflüchtete Familien auf dem Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit. So wachsen Perspektiven und der Zusammenhalt in der ganzen Region.



