

Das Renovabis-Saatgut enthält in diesem Jahr eine ganz besondere Pflanze: Die Nachtkerze - die Heilpflanze des Jahres 2026. Die „Oenothera biennis" - so ihr wissenschaftlicher Name - ist schon seit Jahrhunderten bekannt für ihre heilsame Wirkung. Nachtkerzenöl kann Hautprobleme wie Neurodermitis lindern, ihr Kraut löst Krämpfe, sie kann bei Wechseljahresbeschwerden helfen - und der Legende nach soll sie sogar wilde Tiere besänftigen können.
Die Nachtkerze kommt urprünglich aus Nordamerika, schon die Urbevölkerung - wie das Volk der Navajo oder der Hopi - wusste um die heilenden Eigenschaften der Pflanze. Im 17. Jahrhundert wurde sie in Europa heimisch - und fand sehr schnell einen festen Platz in Bauerngärten, Parks und Gärten. Weil sie sehr anspruchslos ist, wachsen ihre wilden Formen inzwischen nahezu in ganz Europa auch an Böschungen, Straßenrändern und Bahndämmen. Sie galt als Symbol der Nacht und des Mondes - ihrer Blüten wegen, die sich erst in den Abendstunden öffnen. Bekannt ist sie auch als „Eisenbahnerlaterne", weil die sich gerne wild an Bahndämmen ansiedelt. Sogar als Lichtquelle wurde die Nachtkerze genutzt, indem man sie in flüssiges Wachs tauchte und wie eine Fackel aufstellte.
Der Name „Schinkenwurzel“ dagegen rührt daher, dass die Wurzel der Nachtkerze beim Anbraten eine schinkenähnliche rötliche Farbe annimmt und als nährstoffreiches Notnahrungsmittel galt, insbesondere in schlechten Zeiten. Einer antiken griechischen Legende nach sollen diese Wurzeln - wenn sie in Wein getaucht werden - wilde Tiere besänftigen können. Allerdings ist nicht belegt, ob diese Wirkung tatsächlich auf die Wurzel zurückzuführen ist (und nicht nur dem Alkohol geschuldet ist...). Immerhin: der botanische Name „Oenothera" leitet sich von den griechischen Wörtern für Wein (oïnos) und wildes Tier (ther) ab.
Die Renovabis-Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie eine flache Blattrosette mit fleischigen Blättern und einer bis zu 20 Zentimeter langen Pfahlwurzel. Diese Wurzel ist essbar - sofern sie im Herbst des Aussaatjahres oder spätestens im folgenden Frühjahr geerntet wird. Danach verholzt sie und ist ungenießbar. Im zweiten Jahr erscheinen etwa einen Meter hohe Stängel mit Blättern und Blüten.
Von Juni des zweiten Jahres an entwickeln sich bis in den Herbst hinein ständig neue Blüten - und jeden Abend in der Dämmerung beginnt immer wieder aufs Neue ein echtes Schauspiel: Sobald es dunkel wird, öffnen sich aus den Kapseln innerhalb von etwa 15 Minuten die zarten, duftenden Blüten. Die ganze Nacht lang bleiben die leuchtend gelben Schönheiten erhalten, verströmen einen ganz eigenen Duft und locken so zahlreiche Nachtfalter an. Doch bereits am nächsten Morgen ist die Pracht vorbei und die Blüten beginnen zu welken.
Ab Ende März bis Mitte Mai kann das Renovabis-Saatgut im Garten ausgesät werden. Die Samen bitte leicht andrücken und während der Keimung feucht halten. Die Nachtkerze ist sehr anspruchslos, sie gedeiht gut an sonnigen bis halbschattigen, warmen Standorten. Ideal ist ein Platz mit magerem Boden. Die Nachtkerze sät sich gerne selbst aus - wer das verhindern will, sollte im Herbst die Blütenstände zurückschneiden, bevor sich die Samenkapseln öffnen.
Wenn Sie die Rezepte nachkochen möchten, bitte die Samen aus ungedüngten Nachtkerzen-Blüten gewinnen - oder im Gewürzhandel kaufen. Epileptiker sowie Schwangere und Stillende oder Menschen mit niedrigem Blutdruck sollten Nachtkerzen nicht verwenden - ebensowenig wie Personen, die Blutgerinnungshemmer einnehmen müssen. Alle Angaben ohne Gewähr.
Zutaten
- 250 g Naturjoghurt
- 2 EL Tahini
- 2 EL geröstete Nachtkerzensamen
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Zitronensaft
- Salz, Pfeffer, nach Geschmack Kreuzkümmel oder Chili
Zubereitung
Samenkapseln sammeln, wenn sie braun werden und reifen. Am besten gelingt das mit einem Backblech oder einer Schüssel, die man beim Ernten unter die Pflanzen hält, damit nicht allzu viele Samen verloren gehen. Die trockenen Samen in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften. Abkühlen lassen und mit den restlichen Zutaten verrühren. 30 Minuten ziehen lassen und genießen - als Dip mit Gemüse oder als Brotaufstrich.
Zutaten
- etwa 2 TL getrocknete Blüten oder Blätter
- 1/2 Liter Wasser
Zubereitung
Die Blüten oder Blätter mit dem kochenden Wasser übergießen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und mit etwas Honig oder Zitronensaft trinken.
Zutaten
- 1 große Handvoll Nachtkerzenblüten
- 250 ml Wasser
- 200 g Zucker
- Zitronensaft
Zubereitung
Die Blüten - frisch oder getrocknet - mit heißem Wasser übergießen und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Durch ein Sieb gießen und mit Zucker und Zitronensaft einkochen, bis der Sud eine sirupartige Konsistenz hat. Schmeckt hervorragend als Schorle mit (Mineral-)Wasser gemischt oder mit Sekt als erfrischender Aperitif.