Zahlen und Daten:Länderinfo Bosnien und Herzegowina

Informationen zu Bosnien und Herzegowina: Basisdaten, Fotos, kirchliche Strukturen, Projektförderung durch Renovabis, Artikel und mehr.

Stand Februar 2016

Überblickskarte Bosnien und Herzegowina

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Basisdaten

Allgemein

Offizieller Name: Bosnien und Herzegowina (Bosna i Hercegovina = BiH), Fläche: 51.197 qkm Einwohner: 3,8 Mio. Hauptstadt: Sarajevo (1991 rund 527.000 Einwohner; 2007: ca. 304.000) Weitere Städte: Banja Luka, Tuzla, Zenica, Mostar, Prijedor (beginnend mit der höchsten Einwohnerzahl) Volksgruppen: ca. 48% Bosniaken, ca. 37.1% Serben, rd. 14.3% Kroaten und ca. 0.6% andere Religionszugehörigkeit: Muslime: 40%, serbisch-orthodoxe Christen 31%, römisch-katholische Christen 15%, Andere: 14% Besonderheit: Die Bezeichnung Bosniaken wurde anstelle der ethnischen Terminologie Muslime gewählt, um nicht zu Begriffsverwirrungen mit Muslimen als religiöse Terminologie beizutragen. Sprachen: Bosnisch und Kroatisch (lateinisches Alphabet), Serbisch (kyrillisches Alphabet)

Politik und Wirtschaft

Staats- und Regierungsform: Demokratischer Bundesstaat mit zwei starken konstitutiven Landesteilen (Entitäten): Föderation von Bosnien und Herzegowina und Republika Srpska; Zweikammerparlament (Abgeordnetenhaus und Völkerkammer) Staatsoberhaupt: Staatspräsidium, bestehend aus jeweils einem Vertreter der bosniakischen, serbischen und kroatischen Volksgruppe; Bakir Izetbegović (bosniakisch), Dragan Čović (Vorsitzender bis Mitte März, kroatisch) und Mladen Ivanić (serbisch); der Vorsitz rotiert alle 8 Monate Regierungschef: Denis Zvizdić Bruttoinlandsprodukt (BIP): 14,11 Milliarden Euro (2013) Besonderheiten: Bosnien und Herzegowina erklärte am 15. Oktober 1991 seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawien und ist seither eine unabhängige Republik. Es folgten drei Jahre Krieg zwischen serbischen, kroatischen und bosnisch-muslimischen Einheiten. Am Ende des Krieges stand der 1995 in Dayton/Ohio (USA) unterzeichnete Dayton-Vertrag, der die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings noch unter den Folgen des Krieges und den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet.

Fotos aus Bosnien und Herzegowina

Diese Bilder sind auf Reportage- oder Projektreisen entstanden oder wurden uns von Projektpartnern und Freiwilligen zugeschickt. Besuchen Sie auch unser Bildarchiv, hier können Sie Fotos nach Themen und Ländern durchsuchen.

Religion und kirchliche Strukturen

In Bosnien und Herzegowina sind eine Reihe verschiedener Religionen und Glaubensrichtungen beheimatet. Neben den Muslimen als größte Gruppe sind vor allem serbisch-orthodoxe, römisch-katholische und griechisch-katholische Christen vertreten. In Mostar hat sich während des Krieges eine kleine evangelische Gemeinde aus Serben, Kroaten und Bosniaken gebildet.

Römisch-katholische Kirche

Es gibt in Bosnien und Herzegowina vier katholische Diözesen (Erzbistum Vrhbosna-Sarajevo, Suffraganbistum Banja Luka, Suffraganbistum Mostar-Duvno, Suffraganbistum Trebinje-Mrkan.) Die beiden letzten Diözesen werden zusammen durch den Bischof von Mostar geleitet. In allen vier Diözesen sind insgesamt etwa 360 Welt- und Ordenspriester tätig. Charakteristisch für die Aktivitäten der Kirche in Bosnien ist die Gruppenbezogenheit, d.h. Kroaten im ethnischen Sinn sind weitgehend deckungsgleich mit Katholiken im konfessionellen Sinn.

Unierte (griechisch-katholische) Kirche

Der Bischofssitz der Eparchie Krizevci liegt in Kroatien. In Bosnien und Herzegowina befinden sich nur einige wenige Pfarreien, deren Gläubige häufig ukrainischer Herkunft sind.

Serbisch-orthodoxe Kirche

Die orthodoxen Gläubigen des Landes werden von fünf Bischöfen der Serbisch-orthodoxen Kirche mit Sitz in Sarajevo, Banja Luka, Bihac, Mostar und Tuzla betreut.

Islam

Sitz des muslimischen Reis ul Ulema ist Sarajevo; die bosnischen Muslime gehören der sunnitischen Richtung des Islam an.

Projektförderung durch Renovabis

In den acht Jahren seit dem Vertrag von Dayton gelang es der Kirche wieder in vielen der einstigen Pfarreien – auch und besonders mit Unterstützung von Renovabis - mit Priestern und Ordensfrauen Fuß zu fassen. Die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen verhindern jedoch vielfach, dass Gläubige in größerer Zahl wieder in ihren angestammten Dörfern ansässig werden. Es ist zu beobachten, dass alte Menschen wieder nach Bosnien und Herzegowina zurückkehren, während die jungen, ökonomisch aktiven in grenznahen Gebieten Kroatiens bleiben und nur an Wochenenden oder Feiertagen zurückkommen. Schon jetzt erweist sich der Auszug der jüngeren Generation des Landes als sehr problematisch, nicht nur für Staat und Gesellschaft, sondern ganz besonders auch für die Kirche.

Seit 1995 war, und ist, Bosnien-Herzegowina eines der Schwerpunktförderländer von Renovabis. Neben einer Vielzahl von Projekten zum Wiederaufbau der pastoralen Infrastruktur (zerstörte Pfarrhäuser und Kirchen, Gemeindesäle etc.) sind hier insbesondere die im Verbund der „Schulen für Europa“ zusammengeschlossenen kirchlichen Schulen, sowie auch zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Caritas International zu nennen. Die Diözesancaritasverbände sowie die Nationalcaritas wurden wichtige Projektpartner für Sozialprojekte; besonders zu erwähnen dabei ist, dass in vielen Fällen durch die Unterstützung von Renovabis Projekte begonnen werden konnten, die nun von staatlichen Stellen weitergefördert werden.

Projektbeispiele aus Bosnien und Herzegowina

Nachrichten, Artikel und Reportagen zu Bosnien und Herzegowina

Bosnien und Herzegowina in der Zeitschrift OWEP

Bosnien und Herzegowina ist Thema von Ausgabe 4/2011 der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP). Die Zeitschrift wird vierteljährlich von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben.

Informationen im Internet

Informationen zur Katholischen Kirche

Fachartikel / Aufsätze

Artikel aus der Renovabis-Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven:

Sonstiges

Nützliche Links zu verschiedenen Themen finden Sie im Renovabis-Linkverzeichnis

Inhalt erstellt: 26. Januar 2009, zuletzt geändert: 05. April 2016