Gruppenbild mit Jugendlichen aus Ladbergen und Klezna (Montenegro) während eines Ausflugs nach Kotor
Jugendliche aus Ladbergen und Klezna treffen sich regelmäßig, hier in Montenegro.
Foto: Alexander Fenker
Begegnung zwischen Ost und West

Beispiele für Partnerschaften

Seit 1993 vermittelt, begleitet und fördert Renovabis kirchliche Partnerschaften mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Begegnungen sind ein "Austausch der Gaben": Partner aus Ost und West bereichern sich gegenseitig.

Gemeindepartnerschaften

Orte: Vreden und Oradea, Rumänien

Mit dem Antrittsbesuch einer Delegation der neuen Großpfarrei St. Georg in Vreden im Münsterland begann im Oktober 2013 eine neue und schon nach wenigen Monaten recht intensive Verbindung mit der Gemeinde St. Ladislaus in Oradea, Rumänien. „Wir erlebten eine überragende Gastfreundschaft in äußerlich bescheidenen Verhältnissen“, so ein Kommentar aus Vreden. Die Besucher konnten auf ihrer Reise auch die Armut der ländlichen Bevölkerung sehen und erfahren, wie mangelnde Perspektiven gerade junge Menschen veranlassen, ins Ausland zu gehen. Der Entschluss zu einer neuen europäischen Lernpartnerschaft auf Gegenseitigkeit ging einher mit der Fusion mehrerer Vredener Gemeinden: Die neue Großpfarrei möchte einen deutlichen Akzent im Bereich der Weltkirche setzen. Im Rahmen der Partnerschaft unterstützen die Gläubigen aus Vreden derzeit das „Projekt Pfarrhof “ in Oradea. Die verwahrlosten und restituierten Räumlichkeiten werden dortigen Studenten sehr günstig zur Verfügung gestellt, die sich dafür in Pfarrei und Diözese engagieren. Inzwischen sind bereits zahlreiche persönliche Kontakte entstanden und weitere Besuche auf verschiedenen Ebenen geplant.

Orte: Kempten und Bratislava, Slowakei

Der Kontakt zwischen den Gemeinden Christi Himmelfahrt in Kempten (seit 2011 eingegliedert in die Pfarreiengemeinschaft St. Lorenz) und Mariae Geburt in Dlhé Diely, einem Plattenbau-Stadtteil von Bratislava, wurde 1995 als eine der frühen Partnerschaften von Renovabis vermittelt. Viele Besuche, bei denen auf beiden Seiten bewusst auch Jugendliche einbezogen werden, haben seitdem den Austausch gefördert. Durch regelmäßige Briefwechsel nehmen die Gemeinden Anteil an den Entwicklungen der Partner. Das Gebet füreinander in den Sonntagsmessen ist längst feste Tradition geworden. Bemerkenswert ist, dass dieses weltkirchliche Projekt der Kemptener Pfarrei durch das Engagement des „AK Bratislava“ fest im Pfarrgemeinderat verankert wurde, so dass es wirklich Teil des gesamten Gemeindelebens werden konnte. Die partnerschaftlichen Beziehungen finden auch auf kommunaler Ebene in Bratislava und in Kempten Beachtung. Zum Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 war in einem Brief aus Bratislava zu lesen: „Nun sind wir unter einem europäischen Dach, auch wenn wir schon seit jeher unter dem wichtigeren Dach Gottes sind.“

Schulpartnerschaften

Orte: Dingelstädt und Timişoara, Rumänien

Seit 1988 besteht die Schulpartnerschaft zwischen dem Staatlichen Gymnasium St. Josef im thüringischen Dingelstädt und dem Liceul Romano Catolic Gerhardinum in Timişoara/ Temesvar in Rumänien. Das Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft wird von Kindern aus fünf verschiedenen Volksgruppen (Ungarn, Rumänen, Deutsche, Bulgaren und Slowaken) besucht. Anfangs stand noch die materielle Hilfe aus Dingelstädt für die Partner im Mittelpunkt. So konnten Erlöse aus Spendenaktionen in der Advents- und Fastenzeit sowie eine Computeranlage übergeben werden. Später rückten Brieffreundschaften und Begegnungen in beiden Ländern in den Mittelpunkt. In gemeinsamen Unterrichtsprojekten und Lehrerfortbildungen, auch über das Internet, wurden Fragen der jüngsten europäischen Geschichte und brisante Themen, wie die so genannte Armutszuwanderung aus Südosteuropa, behandelt. Der Partnerschaftsvertrag von 1999 stellte die Verbindung schon früh auf ein tragendes Fundament. La multi ani! – auf viele Jahre. Das wünscht man in Rumänien dem Geburtstagskind und das wünscht Renovabis auch den beiden Partnern für die Zukunft.

Partnerschaften zwischen kirchlichen Organisationen

Orte: Horb und Boryslaw (Ukraine)

Die bereits 2001 initiierten Kontakte zwischen der Katholischen Spitalstiftung Horb und der Caritas in Boryslaw (Westukraine) haben inzwischen vielfältige Formen der Kooperation zwischen den Beteiligten auf beiden Seiten entstehen lassen. Was damals mit der Suche nach den Spuren ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter in Horb begann, setzt sich seit einigen Jahren mit tatkräftiger Unterstützung für den Ausbau und die Renovierung des griechisch-katholischen Caritas-Sozialzentrums fort. Mit Spenden aus Horb werden der Betrieb der Suppenküche und ein Betreuungsprogramm für 30 „Euro-Waisen“ unterstützt, deren Eltern im westeuropäischen Ausland arbeiten. 2011 wurde ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekt der Caritas gestartet, das Energieeinsparung, ökologischen Landbau und Programme der Umweltpädagogik unterstützt. Das Jahr 2014 war allerdings auch für die Menschen in Boryslaw von den Auswirkungen des Kriegs in der Ostukraine geprägt. Gefallene aus dem Ort sind zu betrauern, Flüchtlinge aus dem Konfliktgebiet suchen hier eine vorübergehende Bleibe.

Inhalt erstellt: 23.01.2017, zuletzt geändert: 12.06.2019