Projektbeispiele
Betreuerin und Kind.
Therapieangebote helfen Kindern, ihre körperlichen und geistlichen Fähigkeiten zu entwickeln.
Foto: Br. Korneliusz Konsek
Länderinfo
Weißrussland
Landesflagge

Fördern statt Ausgrenzen: ein Bildungs- und Therapiezentrum für das Kinderdorf in Gomel

Seit 2011 leben im Kinderdorf in Gomel Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen. Nun wird das Projekt um ein integratives Bildungs- und Therapiezentrum erweitert.

Ein Projekt in Weissrussland

Projektpartner
Caritas Gomel
Bewilligungsjahr
2018
Dauer
3 Jahre
Fördersumme
1,2 Mio. Euro
Förderbereich
Soziale Aufgaben
Übersicht

Entstehungshintergrund des Projektes

Die im Südosten von Weißrussland gelegene Stadt Gomel befindet sich nur 120 km Luftlinie von Tschernobyl entfernt. Durch die Nähe und die herrschende Wetterlage zum Unglückszeitpunkt der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April 1986 war Gomel am stärksten von der radioaktiven Verstrahlung durch den Reaktorunfall betroffen. Für die 500.000 Einwohner von Gomel war jedoch keine Evakuierung möglich. Zahlreiche Menschen erkranken an Schilddrüsenkrebs und Leukämie, mehr Kinder als zuvor kamen mit geistigen und körperlichen Behinderungen zur Welt.
Um für Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen bessere Lebensumstände zu schaffen, konnte 2011 das Kinderdorf Gomel eröffnet werden. Das Dorf bietet 60 dauerhafte Wohnplätze sowie 12 Plätze für Kurzzeitunterbringung.

Aktuelle Situation

Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen sind in Weißrussland stark aus der Gesellschaft ausgeschlossen. In Gomel werden über 300 Kinder mit Behinderungen zu Hause unterrichtet, da sie als „nicht schulfähig“ gelten. Ähnlich schwierig ist die Situation hinsichtlich der Beschäftigung erwachsener Menschen mit Behinderungen. Sie gelten als „nicht beschäftigungsfähig“, es gibt keine Tagesstruktur mit Förderangeboten für Erwachsene. Noch immer scheitern Integrationsversuche an den vorhandenen baulichen, strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren.

Modellprojekt Gomel

Das Kinderdorf ist ein Modellprojekt: Es ist die einzige Einrichtung im ganzen Land, in der die Bewohnerinnen und Bewohner in familienähnlichen Gruppen leben und ihren Tagesablauf selbstbestimmt gestalten können.

Seit der Eröffnung des Kinderdorfes haben sich die meisten Kinder enorm weiterentwickelt. Unser Ziel ist es, dass die Kinder, Erwachsenen und Betreuer in den Häusern wie Familien zusammenwachsen.
(Valentina Koslova, Direktorin der Caritas in Gomel)

Missionsbenediktinerinnen sind für die pädagogische Betreuung und Rehabilitation der behinderten Kinder und Jugendlichen verantwortlich.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Br. Korneliusz Konsek</small>
Missionsbenediktinerinnen sind für die pädagogische Betreuung und Rehabilitation der behinderten Kinder und Jugendlichen verantwortlich.
Foto: Br. Korneliusz Konsek
Die Schwestern und Mitarbeiter arbeiten geduldig und ausdauernd mit den Kindern.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Br. Korneliusz Konsek</small>
Die Schwestern und Mitarbeiter arbeiten geduldig und ausdauernd mit den Kindern.
Foto: Br. Korneliusz Konsek

Projekterweiterung

Das Kinderdorf soll nun um ein integratives Bildungs- und Therapiezentrum erweitert werden. Das Grundstück wurde von der Gemeinde Gomel kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Untersuchung des Otto-Hugh-Strahleninstituts München hat ergeben, dass das Grundstück ist nicht radioaktiv belastet ist.
Geplant ist der Neubau eines zweistöckigen, multifunktionalen Zentrums. Im Ergeschoss ist ein Schulungsraum für die Arbeit mit Eltern und Angehörigen geplant, sowie Räume für die Beschäftigungstherapie und das Selbständigkeitstraining, darunter eine Holzwerkstatt und eine Therapieküche. Im Obergeschoss werden Räume für Bewegungstherapie, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Musik- und Theatertherapie eingerichtet sowie Klassenräume für eine Vorschul- und vier Schulklassen.
Zielgruppe sind 180 Kinder und ebensoviele Erwachsene mit schweren mehrfachen Berhinderungen aus Gomel sowie ihre Familien.

Verschiedene Therapieangebote stehen den Bewohnerinnen und Bewohner des Kinderdorfes ebenso zu Verfügung wie behinderten Kindern und Erwachsenen aus der Region.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Br. Korneliusz Konsek</small>
Verschiedene Therapieangebote stehen den Bewohnerinnen und Bewohner des Kinderdorfes ebenso zu Verfügung wie behinderten Kindern und Erwachsenen aus der Region.
Foto: Br. Korneliusz Konsek
In der Umgebung des Dorfes hat sich außerdem ein Kreis von Freiwilligen gebildet, die regelmäßig Freizeitaktivitäten organisieren.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Korneliusz Konsek</small>
In der Umgebung des Dorfes hat sich außerdem ein Kreis von Freiwilligen gebildet, die regelmäßig Freizeitaktivitäten organisieren.
Foto: Korneliusz Konsek
Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen sind in Belarus stark aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Das Kinderdorf ist ein Modellprojekt: Es ist die einzige Einrichtung im ganzen Land, in der die Bewohnerinnen und Bewohner in familienähnlichen Gruppen leben und ihren Tagesablauf selbstbestimmt gestalten können.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Br. Korneliusz Konsek</small>
Kinder und Erwachsene mit mehrfachen Behinderungen sind in Belarus stark aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Das Kinderdorf ist ein Modellprojekt: Es ist die einzige Einrichtung im ganzen Land, in der die Bewohnerinnen und Bewohner in familienähnlichen Gruppen leben und ihren Tagesablauf selbstbestimmt gestalten können.
Foto: Br. Korneliusz Konsek

Ziel des Projekts ist von Beginn an, Kinder und junge Erwachsene so zu fördern und zu unterstützen, dass sie eine Schule besuchen können und vielleicht sogar die Chance haben, einen geeigneten Arbeitsplatz zu erhalten.
Das Projekt dient als Vorbild und Ermutigung für private Initiativen und staatliche Einrichtungen. Die Präsenz der katholischen Kirche in Gomel und die Förderung durch Renovabis ist auch ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Weißrussland, die sich der gesundheitlichen Gefährdung durch die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe nicht zu entziehen vermögen.

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