Pilgergruppe vor einer Kirche
Renovabis-Pilger und -Pilgerinnen nach dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche von Maria Radna in Rumänien - der Gottesdienst wurde zelebriert von József Csaba Pál, dem Bischof von Timișoara und vom Berliner Erzbischof Heiner Koch (erste Reihe, 3. und 4. v.l.).
Foto: Monika Knuff
Wallfahrt

"Wir sind eine Glaubensfamilie" - Renovabis-Wallfahrt nach Ungarn und Rumänien

29.04.2019 bis 03.05.2019

Die erste Renovabis-Wallfahrt führte nach Ungarn und Rumänien. Ziel war es, die Verbundenheit zwischen den Menschen im Osten und Westen des Kontinents durch Gebet, Dialog und direkte Begegnung zu vertiefen.

„Überwältigende Gastfreundschaft und das Erlebnis einer Glaubensfamilie in Ost und West“

Die erste Wallfahrt, die Renovabis zusammen mit dem Bayerischen Pilgerbüro nach Ungarn und Rumänien organisiert hat, ist sehr gut verlaufen. 28 Interessierte aus elf Bistümern Deutschlands waren vom 29. April bis zum 3. Mai 2019 fünf Tage lang in Ungarn und Rumänien unterwegs. Die Gruppe besuchte während ihrer Reise geistliche Zentren und Wallfahrtsorte wie Mariápócs in Ungarn oder das orthodoxe Kloster Timiseni in Rumänien. Neben gemeinsamen Gebeten und Gottesdiensten im byzantinischen oder griechisch-katholischen Ritus erhielten die Pilgerinnen und Pilger Einblicke in von Renovabis geförderte pastorale und soziale Projekte. Ein Höhepunkt der Reise: das Pontifikalamt mit dem Renovabis-Bischof, Erzbischof Heiner Koch, in der Marienwallfahrtskirche in Maria Radna in Rumänien.
Pfarrer Dr. Christian Hartl, Hauptgeschäftsführer von Renovabis und geistlicher Leiter der Pilgerreise, sprach von einer „überwältigenden Gastfreundschaft.“ „Wir durften erleben, dass wir eine Glaubensfamilie sind“, so Pfarrer Hartl weiter. Damit hat die Pilgerreise ihr wichtigstes Ziel erreicht.

Impressionen

Die Renovabis-Pilger nach dem Gottesdienst im byzantinischen Ritus in Mariápócs in Ungarn.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Monika Knuff</small>
Die Renovabis-Pilger nach dem Gottesdienst im byzantinischen Ritus in Mariápócs in Ungarn.
Foto: Monika Knuff

Bericht eines Teilnehmers

„Sie tun das, weil Ihr Glaube eine Seele hat“ - Eindrücke von der Renovabis-Wallfahrt 2019

von Dr. Eduard Nagel

„Wer hätte nicht schon einmal sehen wollen, wo das Geld der großen kirchlichen Werke tatsächlich hingeht. Besonders, wenn man einmal tiefer in die Tasche gegriffen hat. Darum veranstaltete Renovabis für Spender und Unterstützer eine Reise nach Südungarn und Rumänien. Also ein sozial-caritatives Sightseeing? Das sollte es gerade nicht werden. So bildeten täglich Gottesdienste und Gebete, u. a. in den zwei großen Marien-Wallfahrtsorten Máriapócs und Maria Radna Höhepunkte der „Renovabis-Wallfahrt 2019“. Davor, danach, dazwischen, eng getaktet, gab es Begegnungen mit Menschen, die in von Renovabis unterstützten Projekten leben, dort in einem „Non-Profit-Beruf“ arbeiten, Verantwortung tragen: in Caritas-Sozialstationen mit Alten- und Pflegeheimen und Armen-Küche, in einer Schule mit Kindern, die sonst keinen Zugang zu Bildung hätten, auf einer Farm, auf der ein Dutzend Obdachlose für Unterkunft und Essen gerne arbeiten. ...
Überall begegnen die Pilger Menschen, vom Bischof und seinen engsten Mitarbeitern bis zu alten Frauen im Pflegeheim und bis zu der deutschen Frau, die für Kinder aus entlegenen Orten ein kleines Heim aufgebaut hat, damit sie eine Schule besuchen können, und bis zum ehemaligen Obdachlosen, der kaum mehr stehen kann und stolz ist auf seine Tochter, die er den Pilgern unbedingt vorstellen will. Alles Menschen, die vor Freude strahlen oder gar weinen, weil Menschen zu ihnen kommen, die sich für sie interessieren. Sie sind dankbar, weil ihnen, auch dank der Unterstützung durch Renovabis, ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Auch der Erhalt und die Renovierung der während der kommunistischen Zeit dem Verfall preisgegebenen Kirchengebäude gibt Menschen Hoffnung.
Die Bischöfe zeigen ihre Dankbarkeit durch großzügige Bewirtung der Gäste, aber vor allem durch die Anerkennung der Solidarität, die weit über Geldgaben hinausgeht, wenn etwa der Bischof von Temeswar zu den Pilgern sagte: „Sie tun das, weil Ihr Glaube eine Seele hat.“
Die Menschen kämpfen hier mit Problemen: Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten, müssen bei Großeltern, bei Verwandten oder irgendwo sonst leben. Das Land blutet aus, weil die Arbeitskräfte abwandern – etwa wenn es in einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern keinen einzigen Zimmermann mehr gibt oder wenn ein Bischof seine fähigsten Theologiestudenten nicht ins Ausland zum Studium schicken möchte, weil er fürchten muss, dass sie dort bleiben. Anträge um EU-Mittel haben bürokratischen Hürden: „Bis du zum lieben Gott kommst, fressen dich die Heiligen auf“ (rumänisches Sprichwort).
Beeindruckend ist die Vielfalt von Volksgruppen und Kirchen und ihr Umgang miteinander, wenn zum Beispiel an einem Gottesdienst mit den Pilgern aus dem Schülerheim der Caritas vierzehn Kinder aus vier Konfessionen von Rumänisch-Orthodoxen bis zu Zeugen Jehovas, aber kein einziges katholisches teilnahmen. Oder die Gottesdienste im Griechisch-Katholischen Ritus – fremd und zugleich tief berührend. Oder die Begegnung mit den verheirateten Priestern dieser Kirche und das Gespräch über ihre Probleme. Und, und, und ...
Ein sozial-caritatives Sightseeing war die Reise nicht, obwohl die Teilnehmenden in den wenigen Tagen so viel gelinderte Not sahen wie sonst in vielen Jahren nicht.
Klar wurde, wie richtig und wichtig es ist, mit Spendengeldern nicht Fertiges hinzustellen, sondern Eigeninitiativen zu fördern, mit Partnern zusammenzuarbeiten, vor allem aber die Menschen zu sehen – nicht gönnerhaft, sondern als Schwestern und Brüder. Wie Renovabis es tut.
Eine Wallfahrt war die Reise – zu den bekannten Orten, aber viel mehr noch zu dem Herrn, der den Teilnehmenden an ihrem Weg aus den Augen so vieler Menschen dankbar entgegenblickte gemäß seinem Wort: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)“

Die Messe in der rumänischen Wallfahrtskirche Maria Radna feierte József Csaba Pál, Bischof von Timișoara, gemeinsam mit Erzbischof Heiner Koch und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Dr. Hartl (2., 3. und 4. v.l.).<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Monika Knuff</small>
Die Messe in der rumänischen Wallfahrtskirche Maria Radna feierte József Csaba Pál, Bischof von Timișoara, gemeinsam mit Erzbischof Heiner Koch und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Dr. Hartl (2., 3. und 4. v.l.).
Foto: Monika Knuff
Interessiert lauschen die Pilger den fachkundigen Erläuterungen zu einer Ikonostase.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Monika Knuff</small>
Interessiert lauschen die Pilger den fachkundigen Erläuterungen zu einer Ikonostase.
Foto: Monika Knuff

Stationen der Reise

  • Máriapócs (griechisch-katholischer Wallfahrtsort),
  • Nyíregyháza, Oradea,
  • Wallfahrtsbasilika Maria Radna,
  • Timişoara, Bakowa
  • Besuch von pastoralen und sozialen Renovabis-Projekten

Programm

Renovabis-Wallfahrt nach Maria Radna 2019

Renovabis-Wallfahrt nach Maria Radna 2019 (PDF, 1 MB)

Mit dem Bayerischen Pilgerbüro veranstaltet Renovabis vom 29. April bis 3. Mai 2019 eine Wallfahrt nach Ungarn und Rumänien. Die geistliche Leitung haben Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Dr. Christian Hartl und der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch. Erfahren Sie mehr über das Programm der Reise.

Infos zur Wallfahrt (Auszug aus "Helfen in Osteuropa")

Infos zur Wallfahrt (Auszug aus "Helfen in Osteuropa") (PDF, 111 kB)

Erstmals bietet Renovabis im Frühjahr 2019 eine Pilgerreise in das ungarisch-rumänische Grenzgebiet an. Erfahren Sie mehr über das Programm. (Auszug aus dem Renovabis-Rundbrief "Helfen in Osteuropa".)

Inhalt erstellt: 13.12.2018, zuletzt geändert: 06.05.2019