Eine Franziskanerin zeigt einem Mädchen eine Lavendelpflanze.
Das Leitwort der Pfingstaktion 2021 von Renovabis ist dem Psalm 104 entnommen: „DU erneuerst das Angesicht der Erde“ (Ps 104, 30)
Quelle: Borislav Chepischev
Schwerpunkt 2021

Pfingstaktion

Mit dem Leitwort „DU erneuerst das Angesicht der Erde. Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung“ nimmt Renovabis für die Pfingstaktion 2021 die ökologischen Herausforderungen und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung in den Blick.

Thema der Pfingstaktion 2021

DU erneuerst das Angesicht der Erde.
Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung

Die Pfingstaktion 2021 nimmt eine global drängende Thematik in den Blick: die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit und damit unsere christliche Verantwortung für die Schöpfung. Folgende Aspekte stehen im Fokus der Aktion:

1) Lebensstil und glaubwürdige Praxis

Der ökologische Diskurs und Fragen des Lebensstils sind untrennbar miteinander verbunden. Die katholische Soziallehre ebenso wie die Sozialdoktrin der orthodoxen Kirche formuliert deutliche Kritik an einer konsumistischen und Ressourcen verschwendenden Lebensweise. Sie stellen den Bezug zwischen dem gemeinsamen Glauben und einer glaubwürdigen Praxis und einem nachhaltigen Lebensstil her. „Die Religion muss ökologisch werden und nicht die Ökologie zur Religion“ (Markus Vogt).

2) Sensibilisierung für die gemeinsame spirituelle Grundlage

Der Glaube an „Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde“ (Ökumenisches Glaubensbekenntnis) ist zentraler Inhalt unseres Glaubens; Gott als Anfang allen Lebens zu bezeugen ist Auftrag der Christen aller Konfessionen in Europa und weltweit. Die Hl. Schrift als Grundlage dieses Schöpfungsglaubens ist das Dokument, das Christen und Kirchen in Ost und West trotz aller Unterschiede verbindet.

3) Wahrung des „Dialogs auf Augenhöhe“

In Ost und West (Nord und Süd) befinden wir uns mit den Herausforderungen des Klimawandels, verstärkt durch die Covid-19-Pandemie, in einer epochalen Krise. Sie enthält zugleich eine Versuchung für die westlichen Kirchen und Gesellschaften, sich aufgrund eines vermeintlichen Vorsprungs an ökologischer Praxis gegenüber den Partnern moralisch überlegen zu sehen. Wir wollen Impulse für gemeinsame Lernprozesse in diesem Bereich geben.

Schöpfungsverantwortung in den Partnerkirchen und in der Renovabis-Projektarbeit

Unsere Verantwortung für die Schöpfung hat insbesondere in den Kirchen des christlichen Ostens im Bekenntnis an „Gott, den Schöpfer des Himmels und Erde“ eine spirituelle Verwurzelung. Davon ausgehend übt die Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche deutliche Kritik am Lebensstil eines grenzenlosen Ressourcenverbrauchs mit der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen als Folge. Sie legt den Fokus auf die Ganzheitlichkeit von Gottes Schöpfung und betont die Wechselbeziehungen zwischen Mensch(heit) und Ökologie (vgl. „Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche, XIII. Die Kirche und Fragen der Ökologie“). So hat der Ökumenische Patriarch Bartholomäus mit der Einführung eines „Schöpfungstages“ am 1. September jeden Jahres die Initiative von Dimitrios I. aus dem Jahr 1989 aufgegriffen. Seitdem wird der Schöpfungstag auch in vielen anderen Kirchen in verschiedenen Formen aufgegriffen.
In vielen Ländern im Osten Europas und darüber hinaus ist die Katastrophe von Tschernobyl von 1986 noch präsent und wurde zum Inbegriff eines hochriskanten Umgangs mit Technologie: Die Langzeitfolgen sind Vergiftungen der Umwelt und Schädigungen des Erbgutes und damit verbundene Beeinträchtigungen einer ganzen Generation, insbesondere in Belarus und in der Zentralukraine.

Wenig Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes

Zugleich müssen wir feststellen, dass es trotz dieser epochalen Katastrophe in den meisten unserer Partnerländer nur wenig Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes gegeben hat. Nach wie vor ist das Bewusstsein für diese Herausforderung wenig ausgeprägt: Fossile Brennstoffe – und alternativ noch immer die Kernenergie (wie in den meisten westlichen Ländern) bilden das Rückgrat der Energieversorgung und damit die wirtschaftliche Basis. Das Erbe der kommunistischen Vergangenheit im Umgang mit „kostenloser“ Energie wirkt bis heute nach. Die Politik setzt wirtschaftliches Wachstum an erste Stelle. Klimaerwärmung und Treibhauseffekt sind im Empfinden vieler noch immer ein abstraktes Thema gegenüber den unmittelbaren Auswirkungen wirtschaftlicher und sozialer Probleme. Die meisten Bürgerinnen und Bürger können sich teure „grüne“ Produkte mit mehr Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit schlicht nicht leisten.

Umweltbildung in den Projekten von Renovabis

In den von Renovabis geförderten Projekten spielt ökologisches Verhalten in der Regel im Kontext von Kostenersparnis eine Rolle. In einigen Ländern wird energie- und ressourcenschonendes Bauen und Renovieren öffentlich gefördert bzw. wird dies in den EU-Mitgliedsländern durch entsprechende Gesetzte verbindlich geregelt. Vereinzelt gibt es Programme zur Stärkung von Umweltbildung (vgl. Umweltbeauftragte der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Programme in Kosovo und Bulgarien, Öko-soziales Forum in Ungarn u.a.m.). „Laudato sí“ hat im Leben von Gemeinden und kirchlichen Netzwerken inzwischen durchaus eine beachtliche Rezeption gefunden. Konsequentes Eintreten für eine ökologische Lebensweise wird jedoch weniger als Forderung an Politik und Wirtschaft formuliert, sondern eher in der Verantwortung der Gemeinden gesehen: Der Aspekt von persönlicher und gemeinschaftlicher Umkehr steht hier im Vordergrund.

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Inhalt erstellt: 20.09.2016, zuletzt geändert: 20.01.2021