Collage - vier Fotos zur Renovierung des vom Erdbeben beschädigten Kinderheims in Vugrovec.
Es gibt noch viel zu tun, bis alle Schäden des Erdbebens vom März 2020 beseitigt sind.
Quelle: Caritas Zagreb
29.09.2020 – Kroatien

Ein sicheres Zuhause nach dem Erdbeben

Das Kinderheim in Vugrovec war ein sicheres Zuhause für dreißig Kinder - bis zum 22. März 2020, als ein Erdbeben die Region erschütterte und das Kinderheim schwer beschädigte. Dank der Hilfe von Renovabis und der Kroatenseelsorge Deutschland kann es schnell renoviert werden.

Es war der 22. März 2020, als ein Erdbeben die Stadt Zagreb und ihre Umgebung erschütterte: Stärke 5,5 zeigte die Richterskala an diesem Sonntagmorgen in Zagreb, es folgten zwei Nachbeben der Stärke 5,1 und 3,7. Die schwersten Erdbeben in der Region seit 140 Jahren – mit zerstörerischen Folgen. Ein Mädchen kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt, viele Familien verloren ihr Zuhause, nach vorläufigen Schätzungen beträgt der gesamte wirtschaftliche Schaden etwa 5,5 Milliarden Euro.

Auch das Kinderheim in Vugrovec, das nahe am Epizentrum des Bebens liegt, wurde schwer beschädigt: Im Mauerwerk entstanden Risse, ohne Reparatur drohte im schlimmsten Fall sogar der Einsturz der Wände. Insbesondere die erste Etage und das Treppenhaus waren betroffen. Der Schornstein wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen und musste abgerissen werden. Nach Schätzungen von Fachleuten war das Haus bewohnbar, allerdings waren die Schäden so groß, dass die Reparaturen bald angegangen werden sollten, damit die dreißig Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 16 Jahren in dem Caritas-Kinderheim auch weiterhin ein sicheres Zuhause haben werden.

Risse in den rosa gestrichenen Mauern des Kinderheims
Dicke Risse zeigen sich in den Wänden des Kinderheims.
Quelle: Caritas Zagreb
Eine bunt gestaltete Wand mit Rissen und abblätterndem Mauerwerk.
Noch halten die losen Stellen im Treppenhaus...
Quelle: Caritas Zagreb
Ein dicker Riss in einem Balken
Angesichts dieser Schäden lassen sich die Kräfte des Erdbebens erahnen.
Quelle: Caritas Zagreb

Dank des Engagements der Kroatischen Missionen/Gemeinden in Deutschland und mit Hilfe des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis - die erstmals in dieser Form bei einem Hilfsprojekt kooperierten - konnte inzwischen die finanzielle Grundlage für die Sanierung geschaffen werden.

Pfarrer Ivica Komadina, der Delegat der Kroatenseelsorge in Deutschland:
„Wir konnten hier in Deutschland 23.000 Euro sammeln und so die Diözesancaritas bei den nötigen Renovierungen unterstützen.“

Renovabis hat die Sanierungsarbeiten mit 67.000 Euro gefördert. Renovabis-Geschäftsführer Burkhard Haneke hebt die gute Zusammenarbeit mit den kroatischen Missionen/Gemeinden in Deutschland hervor:

„Nach dem Anruf von Pfarrer Komadina kamen wir rasch überein, dass wir dieses Projekt gemeinsam unterstützen müssen!“

Jetzt wird der Schutt beseitigt, die Wände müssen entstaubt werden, die Risse im Backsteingemäuer werden aufgefüllt und die Mauern mit Reparaturputz verstärkt. Die Kinderzimmer bekommen neue Böden und PVC-Fenster und der Schornstein wird neu errichtet. Es folgen die Fassadenarbeiten – und am Ende sorgt ein frischer Anstrich an Wänden und Decken dafür, dass sich die Kinder wieder wohl fühlen in ihrem Zuhause. Bis alles fertig ist, müssen die Mädchen und Jungen allerdings ein bisschen zusammenrücken und sich in den Räumen des Hauses aufhalten, die schon fertiggestellt sind...

Mit Lastwagen wird der Schutt abtransportiert.
Ganze Lastwagen voller Schutt müssen abtransportiert werden.
Quelle: Caritas Zagreb
Ein junger Mann repariert eine Wand im Treppenhaus des Kinderheims.
Die Risse in den Wänden sind bereits aufgefüllt, sobald alles trocken ist, kommt der neue Anstrich.
Quelle: Caritas Zagreb
Ein Arbeiter verlegt neuen Fußboden in einem der Kinderzimmer.
Die Arbeiter verlegen nur noch den Fußboden, dann kann das Kinderzimmer wieder bezogen werden.
Quelle: Caritas Zagreb

Hintergrund

Die Kroatenseelsorge ist eine Einrichtung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz, des Bereichs Weltkirche und Migration. Sie ist zuständig für die Koordination der Pastoralarbeit der kroatischen katholischen Missionen in Deutschland und zugleich Sitz des Delegaten für die Kroatenseelsorge in Deutschland. Der derzeitige Delegat ist Pfarrer Ivica Komadina, Mostar.

Das Büro der Kroatenseelsorge organisiert pastorale Veranstaltungen, Treffen und Seminare auf Regional- und Bundesebene. Dazu zählen beispielsweise Wallfahrten, Exerzitien für Priester und Diakone, Fortbildungsseminare für pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Jugendtreffen, Bibelolympiaden, Folklorefestivals oder Treffen von kroatischen Studenten in Deutschland.

In Deutschland leben heute etwa 450.000 kroatische Katholiken, es gibt derzeit 97 kroatische katholische Missionen, in denen 90 Priester und ein Diakon tätig sind.
Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Kroatenseelsorge in Deutschland

Inhalt erstellt: 03.09.2020, zuletzt geändert: 30.09.2020

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