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Estland

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Religion und Kirche

Ein Großteil der Esten ist heute konfessionslos. Religion spielt nur noch für eine Minderheit der Bevölkerung eine Rolle. Traditionelle Religion der Esten ist der christliche Glaube in der Form des protestantischen Luthertums, wie er in Skandinavien weit verbreitet ist. Dennoch ist die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK) eine quasi offizielle Kirche (üblich ist beispielsweise die Abhaltung von Gottesdiensten zu Parlamentseröffnungen) und ihr Erzbischof die Zentralfigur der estnischen öffentlichen Religion. Die EELK dominiert auch die relativ umfassende Theologenausbildung in Estland (in Tartu an der Universität und in Tallinn an der Kirchlichen Hochschule). Heute bekennen sich noch etwa 30 % der Bevölkerung als Mitglieder in christlichen Kirchen beziehungsweise Glaubensgemeinschaften.

Daneben gibt es kleinere Gemeinden sonstiger protestantischer, jüdischer und islamischer Gemeinschaften. Die zehn bedeutenden christlichen Kirchen und Gemeinschaften haben sich im Rat Christlicher Kirchen Estlands zusammengeschlossen. Eine Besonderheit bilden die etwa 5.000 Altorthodoxen die seit dem 18. Jahrhundert vor der Verfolgung im russischen Kernland in die Randgebiete des Russischen Reiches flohen. Am estnischen Ufer des Peipussees gibt es zahlreiche von Altorthodoxen bewohnte Dörfer. Kleinere Gemeinden gibt es auch in Tallinn und Tartu.

Estland hat keine eigene katholische Diözese, aber zum ersten Mal seit 1941 wieder einen residierenden katholischen Bischof: Philippe Jourdan wurde am 11. September 2005 zum Bischof ge­weiht und fungiert als Apostolischer Administrator in Tallinn. Die ca. 5500 Gläubigen (0,5% der Bevölkerung) gehören zu fünf Pfarreien, die insgesamt von neun Diözesan- und fünf Ordenspriestern betreut werden. Außerdem sind in Estland aktuell 19 Ordensfrauen pastoral aktiv.
In der Stadt Tallinn selbst gibt es auch eine kleine sehr aktive, ukrainische griechisch-katholische Gemeinde.

Projektförderung

Die katholischen Strukturen in Estland sind klein, deswegen liegt die jährliche Förderung bei nur ca. 100.000 €. In den ersten Jahren nach dem Ende der Sowjetunion hat Renovabis zum Wiederaufbau der pastoralen Infrastruktur (Kirchen, Pfarrhäuser, apostolische Administratur) beigetragen, diese Phase ist abgeschlossen. Obwohl die Katholiken eine Minderheit sind, gibt es eine große katholische Schule in Tartu und in Tallinn mit dem St. Michael-Kollegium ein ganzes Netzwerk der Kirche nahestehender Schulen. Diese Bildungseinrichtungen haben großen Zulauf, so dass Renovabis schon verschiedene Erweiterungsbauten gefördert hat. Priester und Ordensschwestern erhalten regelmäßig eine finanzielle Unterstützung als Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.

Hintergrundartikel

Estland in der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven

Diesen Artikel können Sie im Volltext lesen:

Die baltischen Staaten waren Thema von Ausgabe 1/2006 der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP), die vierteljährlich von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben wird. Inhalt, Beschreibung und alle Beiträge des Heftes. Bestellung des Heftes per E-Mail an owep@renovabis.de bzw. unter +49/(0)8161/5309-71.

Publikation "Katholisch im Baltikum" herunterladen

Katholisch im Baltikum. Estland und Lettland – Wiedergeburt einer Kirche

Katholisch im Baltikum. Estland und Lettland – Wiedergeburt einer Kirche (PDF, 8 MB)

Anhand von Reportagen, Interviews und eindrucksvollen Fotos gibt die neue Publikation auf 100 Seiten einen Einblick in das Leben der katholischen Kirche in Estland und Lettland. Die gedruckte Broschüre können Sie gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro bei unserem Vertriebspartner, der ­­MVG, bestellen. Bestellnummer 3 529 12, Telefon: 0241 47986-200, E-Mail: renovabis@eine-welt-mvg.de

Herausgeber: Bonifatiuswerk und Renovabis im März 2012, Texte und Fotos: Markus Nowak

Ansprechpartner

  • Referentin: Dr. Angelika Schmähling, Kontakt
  • Sachbearbeitung: Mihaela Radulescu, Kontakt
Inhalt erstellt: 03.08.2016, zuletzt geändert: 12.06.2019