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Ungarn

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Religion und Kirche

In Ungarn sind mehr als 100 Religionsgemeinschaften registriert. Genauere Mitgliederzahlen sind aber nur von den großen Religionen bekannt. 1 Million Menschen bezeichnen sich als Atheisten.
Der Heilige Stephan, der erste König Ungarns, ist Nationalheiliger des Landes. Als Fürst und ab dem Jahre 1000 als König setzte er sich für die Christianisierung Ungarns ein. Dazu trug auch die Heirat mit Gisela, einer bayerischen Herzogstochter und Schwester des späteren deutschen Kaisers Heinrich II. bei. Er schuf ein Staatskirchenwesen, gründete 10 Bistümer und verschiedene Abteien.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Kirche in Ungarn ist in 14 Territorialdiözesen und dem Militärordinariat als Kategorialdiözese organisiert. In der Seelsorge sind ca. 30 Bischöfe und ca. 1.900 Diözesanpriester tätig, zudem ca. 400 Ordenspriester aus 23 Gemeinschaften und 2.600 Ordensschwestern aus 55 Gemeinschaften. Für Ungarn besteht kein Konkordat, es gibt aber einzelne Abkommen zwischen Staat und Kirche über den Umgang miteinander, z.B. Religionsunterricht, Finanzierung kirchlicher, sozialer Einrichtungen. Die katholische Kirche in Ungarn verfügt über ein gut organisiertes Bildungssystem. Zurzeit sind mehr als 340 verschiedene Bildungseinrichtungen in der Verantwortung der Diözesen oder der Orden.

Griechisch-katholische Kirche

Im März 2015 wurde die ungarische griechisch-katholische Kirche als Metropolitankirche sui iuris in den Rang einer eigenständigen Teilkirche erhoben. Hajdúdorog wurde zur Erzeparchie ernannt, Miskolc wurde vom Exarchat zur Eparchie erhoben und Nyíregyháza als weitere eigenständige Eparchie gegründet. Die Eparchie Nyíregyháza entstand dabei durch Gebietsabtrennung von Hajdudorog.
Als Ort für den Sitz des Metropoliten wurde Debrecen bestimmt.

Calvinisten

Ihre Anhänger werden auf ca. 2 Millionen geschätzt, welche vorwiegend im Osten von Ungarn leben. Die Calvinistische Kirche besteht aus 4 Kirchdistrikten mit 3.200 Gemeinden, von denen 2.000 Diasporagemeinden sind.

Lutheraner

Mit 430.000 Mitgliedern stellen die Lutheraner die drittgrößte Glaubensgemeinschaft dar.

Orthodoxe Christen

Die ca. 270.000 orthodoxen Gläubigen leben verstreut im ganzen Land und gehören je nach Herkunft entweder zur serbischen, griechischen oder russischen Orthodoxie.

Judentum

Die Juden leben vorwiegend in den großen Städten und werden mit ca. 100.000 angegeben.

Muslime

Der Islam stellt mit ca. 3.000 Mitgliedern in Ungarn nur eine sehr kleine Gemeinschaft dar.

Projektförderung

Renovabis fördert in Ungarn viele Projekte im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Menschen: Schulen, theologische Hochschulen und Priesterseminare. Bildungshäuser in Debrecen, in Eger, in Szombathely und in Budapest gehören ebenfalls dazu. Familienarbeit und Projekte im Bereich der Jugendarbeit werden von Renovabis unterstützt, gleichzeitig wird aber auch den Diözesen geholfen, entsprechende Einrichtungen aufzubauen, in denen die notwendigen Bildungs- und Schulungsmaßnahmen stattfinden können.
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt der Projektarbeit in Ungarn ist der Bereich der Minderheiten und hier besonders der Zigeuner. In der Diözese Pécs hat sich aus verschiedenen Elementen, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, ein Modellprojekt herausgebildet, welches vom Kindergarten bis zum Internat, von einer Sozialberatung bis zu einer Rechtsberatung nahezu alle Lebensbereich umfasst und sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene als Zielgruppe betreut.
Schließlich ist die Förderung von Laien ist Ungarn (wie in den postkommunistischen Gesellschaften Mittel- und Osteuropas insgesamt) von besonderer Bedeutung, um sie für ihre Berufung und Sendung in Kirche und Welt zu befähigen. In den vergangenen Jahrzehnten war ein gesellschaftliches Engagement der Christen in diesen Ländern kaum möglich, eine verantwortliche Teilhabe der Laien am Leben der Kirche deswegen weitgehend unbekannt.

Projektbeispiele

Kinder erledigen gemeinsam ihre Hausaufgaben
Ungarn

Integrationsprogramm für Roma-Kinder

Familie

Hintergrundartikel

Ungarn in der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven

Diese Artikel können Sie im Volltext lesen:

Ungarn war Thema von Ausgabe 2/2007 der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven (OWEP). Inhalt, Beschreibung und alle Beiträge des Heftes. Bestellung des Heftes per E-Mail an owep@renovabis.de bzw. unter +49/(0)8161/5309-71.

Ansprechpartner

  • Referentin: Christiana Hägele, Kontakt
  • Sachbearbeitung: Mihaela Radulescu, Kontakt
Inhalt erstellt: 03.08.2016, zuletzt geändert: 01.03.2019