Schülerinnen und Schüler demonstrieren für Klimaschutz (Invalidenpark, Berlin)
Schülerinnen und Schüler demonstrieren für Klimaschutz (Invalidenpark, Berlin)
Quelle: Mika Baumeister on Unsplash
18.09.2019 – Schöpfung

„Die neue Sensibilität für ökologische Fragen ist ein Hoffnungslicht.“

Für Freitag, den 20. September 2019 haben zahlreiche Organisationen zu einem Klimastreik aufgerufen. Was sagt der Hauptgeschäftsführer von Renovabis, Pfarrer Dr. Christian Hartl, anlässlich dieses Streiktages?

Die neue Sensibilität für ökologische Fragen ist für mich ein wahres Hoffnungslicht! Wer hätte vor zwei, drei Jahren gedacht, dass sich derart viele junge Menschen zu Wort melden und auf die Straßen gehen, um einen nachhaltigen Klimaschutz einzufordern? Mehr und mehr werden die Schülerinnen und Schüler nun von Erwachsenen gehört und unterstützt und die Politik kommt nicht mehr umhin, ihre Fragen und Forderungen ernst zu nehmen. Das sind doch erfreuliche Entwicklungen!
Als Christen muss uns die Schöpfung auch deshalb am Herzen liegen, weil wir sie Gott, unserem Schöpfer, verdanken. Gott hat sie uns anvertraut, auf dass wir sie verantwortungsbewusst pflegen. In seiner vielbeachteten Enzyklika „Laudato si – Über die Sorge für unser gemeinsames Haus“ hat Papst Franziskus im Jahr 2015 die Verwobenheit der ökologischen und der sozialen Probleme thematisiert. Demnach sind der Einsatz für die Umwelt und das Engagement für die Armen keinesfalls voneinander zu trennen. Vielmehr muss es uns um eine Verschränkung der Problematik Umwelt und Entwicklung gehen. Diesem integralen und ganzheitlichen Ansatz fühlen wir uns als katholisches Hilfswerk verpflichtet.

Projekte zum Umwelt- und Ressourcenschutz

In der Projektarbeit fördert Renovabis seit vielen Jahren Maßnahmen, die mittelbar und unmittelbar im Bereich des Umwelt- und Ressourcenschutzes anzusiedeln sind, z.B. die Aktivitäten des Umweltbüros der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine oder die katholische Konferenz vor dem UN-Klimagipfel in Katowice, Polen. Nicht zuletzt hat Renovabis an vielen Orten die Installation von Solar- und Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden unterstützt. So werden nicht nur die Kosten für Energie gesenkt, sondern es wird ein langfristiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Stichwort „Schöpfungszeit“

Die Schöpfungszeit bezeichnet im Kirchenjahr die Zeit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober. Die Kirchen sind dazu aufgerufen, in dieser Zeit besonders für „die Bewahrung der Schöpfung“ zu beten, sich auf ihre Verantwortung in diesem Zusammenhang zu besinnen und dieser Besinnung praktisches Tun folgen zu lassen. Offiziell wurde die „Schöpfungszeit“ bei der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) ausgerufen, die 2007 im rumänischen Sibiu stattfand. Die Initiative ging von der Orthodoxie aus. Der 1. September gilt in den orthodoxen Kirchen als der „Tag der Schöpfung“ und ist erster Tag des orthodoxen Kirchenjahres. Der 4. Oktober ist der Gedenktag des Heiligen Franziskus von Assisi, der auch wegen seiner liebe- und respektvollen Zuwendung zur Schöpfung verehrt wird.
Bereits 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I. (1914–1991), dazu aufgerufen, den 1. September als „Tag der Bewahrung der Schöpfung“ zu begehen, Gott an diesem Tag für die Schöpfung zu danken und um ihren Schutz und ihr Heil zu beten. (Quelle: ostkirchen.info)

Stichwort „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“

Die römisch-katholische Kirche hat 2015 den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung eingeführt. In seiner diesjährigen Botschaft zu diesem Gebetstag erinnert uns Papst Franziskus daran, dass diese Zeit Gelegenheit zur ökumenischen Begegnung biete, aber auch dazu, sich zum Gebet in die Natur zurückzuziehen und den Weg für eine dankbare Begegnung mit Gott zu bereiten. Gleichzeitig solle der Einzelne in dieser Zeit auch seinen persönlichen Lebensstil hinterfragen und den eigenen ökologischen Fußabdruck verringern. „Wir haben eine klimatische Notlage geschaffen, welche die Natur und das Leben, auch unser eigenes, stark bedroht,“ mahnt der Papst.

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Inhalt erstellt: 18.09.2019, zuletzt geändert: 18.09.2019