Schienen für Deportationszüge nach Auschwitz
Der Franziskanerpater Maximilian Kolbe wurde am 14. August 1941 im Konzentrationslager Auschwitz (Foto) durch eine Giftspritze getötet.
Foto: Markus Nowak
11.01.2019 – Europa

Erzbischof Schick: Kolbe-Gedenken mahnt zu mehr Europa

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat zum 125. Geburtstag des heiligen Maximilian Kolbe dazu aufgerufen, den europäischen Einigungsprozess voranzubringen.

Bamberg (KNA) Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat zum 125. Geburtstag des heiligen Maximilian Kolbe dazu aufgerufen, den europäischen Einigungsprozess voranzubringen. Der im Vernichtungslager Auschwitz ermordete Franziskanerpater habe selbst die beiden furchtbaren Weltkriege erlebt, schreibt Schick in einem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Beitrag. Aus dieser Erfahrung heraus hätten sich die europäischen Staaten hin zu einer Einigung aufgemacht, so der Erzbischof.

"Das derzeitige Auseinanderdriften und das Erstarken nationalstaatlichen Verhaltens beschwört die Gefahr herauf, die unsere Väter und Vorväter nach 1945 bannen wollten."

Der polnische Heilige als Zeuge des 20. Jahrhunderts mahne, "bei aller gesunden, vernünftigen und angebrachten patriotischen Haltung, nicht erneut in den Nationalismus und damit verbundenen Po-pulismus zurückzufallen", betonte Schick in dem Beitrag, den er ursprünglich für den "Sendboten des hl. Antonius" schrieb. Der Erzbischof ist auch Stiftungsratsvorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung, die sich für die Versöhnungsarbeit in Europa einsetzt.

Kolbe (1894-1941) war am 14. August 1941 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet worden, nachdem er freiwillig anstelle eines Mithäftlings in die Todeszelle gegangen war. Er wurde 1982 heilig gesprochen.
Schick erinnerte daran, dass Kolbe auch als Patron der Journalisten verehrt werde. Er habe mit Radio und Printmedien in Europa und Japan gute Botschaften verbreiten wollen, die Menschen hel-fen sollten, in Ehrfurcht vor Gott in Liebe und Frieden zusammenzuleben. Er mahne daher Medien und Mediennutzer, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und "objektiv zu recherchieren und zu berichten sowie zwischen den Menschen zu vermitteln für Versöhnung, Verständigung und Frieden", erklärte Schick.

Inhalt erstellt: 11.01.2019, zuletzt geändert: 11.01.2019