Projektbeispiele
Junge Männer in Schulbänken schreiben einen Test.
Die Internatsschüler erhalten Unterstützung auf dem Weg zu einem Schulabschluss oder einer Ausbildung, mit der sie ihre Existenz sichern können.
Quelle: Projektpartner
Länderinfo
Albanien
Landesflagge

Auf eigenen Füßen stehen - Bildungschancen für benachteiligte Jugendliche

Die Salesianer Don Boscos betreiben in Shkodra ein Schüler- und Lehrlingsheim für junge Leute, die in der Stadt in die weiterführende Schule gehen. Ihre Familien wohnen so weit entfernt, dass tägliches Pendeln nicht möglich ist.

Ein Projekt in Shkodra, Albanien

Projektpartner
Qendra "Don Bosko", Pater Rektor John B. Tran Tan Huy SDB
Bewilligungsjahr
2019
Fördersumme
74.555
Förderbereich
Soziale Aufgaben
Übersicht

Ausgangslage

Die Bevölkerung Albaniens siedelt zunehmend in der fruchtbaren und klimatisch günstigen Küstenregion. Die schon immer dünn besiedelten Bergregionen, insbesondere im Norden des Landes, leeren sich weiter. Raues Klima und ein unwegsames Gelände erschweren die traditionelle Landwirtschaft und Viehzucht. Die Bauern können mangels Nachfrage kaum etwas verkaufen, alternative Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft fehlen weitgehend.
Auch die öffentliche Infrastruktur, insbesondere Schulen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, werden nicht mehr oder nur ungenügend aufrecht erhalten.

Für junge Menschen, die mit ihren Familien in den Bergen Albaniens leben, wird es zunehmend schwieriger, eine Schul- und/oder Berufsausbildung zu erhalten. Darum gehen sie vermehrt in die Städte der Küstenregion, z.B. Shkodra, wo es Schulen und Beschäftigungsmöglichkeiten gibt.
Für die Familien stellt sich jedoch das Problem, wie die Lebenshaltungskosten während der Ausbildung getragen werden können. Nicht selten brechen junge Leute die Schule oder eine Ausbildung vorzeitig ab, um einer bezahlten (aber minderqualifizierten) beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

Geländewagen in den albanischen Bergen.
Die Siedlungen in der Berglandschaft Nordalbaniens sind schwer zugänglich und weit entfernt von weiterführenden Schulen.
Quelle: Pater Andreas Waltermann OFMCap
Familie vor Feldern im Norden Albaniens, Vater Mutter, zwei Kinder.
Die meisten Familien in den Bergen Nordalbaniens leben von der Landwirtschaft.
Quelle: Pater Andreas Waltermann OFMCap

Projekt

Die Salesianer Don Boscos betreiben in Shkodra ein Internat, das es 45 jungen Menschen ermöglicht, entfernt von ihrem Elternhaus zu lernen. Neben Unterkunft und Verpflegung haben die jungen Leute dort eine lernaffine Umgebung mit weiterführenden Angeboten, die im Kontext einer Erziehung zu mündigen und kritischen Bürgern steht. Insbesondere ein strukturierter Tagesablauf - so banal dies scheinen mag - ist ein wesentliches Element, das ihnen ein grundlegendes Verständnis für die Anforderungen der modernen Arbeits- und Lebenswelt vermittelt. Die durch den Betrieb des Internats anfallenden Kosten können nur zum Teil durch die Familien der Schüler, Studenten oder Lehrlinge aufgebracht werden, so dass Zuschüsse zur Deckung der Fehlbeträge notwendig sind.

„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!"

Dieser Satz spiegelt die Grundhaltung des Priesters Johannes Don Bosco, Begründer der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos. Im Zeitalter der Industrialisierung gab er Jugendlichen, die auf der Arbeitssuche in den Städten strandeten, Heimat und unterstützte sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Diese Aufgabe ist heute so wichtig wie vor 150 Jahren.

Gruppe von Jugendlichen auf einer Wiese
Jungen Menschen eine ganzheitliche Bildung ermöglichen - das ist der Ansatz des Salesianer-Ordens, mit dem Renovabis seit 1993 in vielen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zusammenarbeitet.
Quelle: Projektpartner
Großer Stuhlkreis mit Mädchen und Jungen.
Angeschlossen an das Internat ist eine Schülertagesstätte (Oratorium), die ebenfalls von den Salesianern betrieben wird und jungen Menschen offen steht.
Quelle: Projektpartner

Liebe Leserin, lieber Leser,

der 19-jährige Emanuel hat den Schulabschluss in der Tasche. Nun steht er vor einer schwierigen Entscheidung: Soll er sich auf Softwaretechnik oder doch lieber Elektrotechnik spezialisieren? Ein paar Jahre zuvor hätte die Frage beinahe noch ganz anders gelautet: Soll er auswandern in eine ungewisse Zukunft oder in Albanien bleiben – als einer von unzähligen arbeitslosen Jugendlichen?
Emanuels Familie ist arm und lebt auf dem Land. Den Besuch einer weiterführenden Schule in der Großstadt Shkodra, viele Kilometer vom Heimatort entfernt, hätten seine Eltern nicht finanzieren können. Dass er dennoch eine höhere Schullaufbahn absolvieren konnte, verdankt Emanuel den Salesianern Don Boscos. Sie nehmen sich sozial benachteiligter Jugendlicher an und es ermöglichen ihnen durch das Internat eine weiterführende Schule zu besuchen oder eine Berufsausbildung zu machen.

„Im ersten Jahr ist es mir schwergefallen, mich einzugewöhnen“, berichtet Emanuel. „Aber hier herrscht eine warme und freundliche Atmosphäre, das hat mir geholfen.“

Nach dem dritten Jahr fühle er sich nun persönlich gereift und gefestigt. Er habe gelernt zu beten, enge Freundschaften aufzubauen und andere Menschen mit Respekt zu behandeln. Mit diesem Rüstzeug wird es dem jungen Mann gelingen, die richtige Entscheidung für seine Zukunft zu treffen.

Sie können helfen

Das Internat der Salesianer in Shkodra bietet jungen Menschen aus wirtschaftlich und sozial benachteiligten Familien die Möglichkeit, eine Schul- und Berufsausbildung zu machen und verbessert damit entscheidend ihre Chancen für einen eigenständigen und erfolgreichen Start ins Erwachsenenleben.

Bitte helfen Sie, die wertvolle Arbeit der Salesianer Don Boscos in Shkodra zu fördern. Mit Ihrer Spende schaffen Sie nachhaltig Perspektiven für Jugendliche in einem Land, in dem Bildung immer noch eine Frage des Einkommens ist. Ihre Gabe macht es jungen Menschen möglich, sich eine Zukunft in ihrer Heimat aufzubauen.

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