Projektbeispiele
Albanerin hält zwei Ferkel im Arm
Familien in den Bergregionen Albaniens bekommen Ferkel zur Aufzucht zur Verfügung gestellt. Sie sichern die Ernährung der Familien im Winter.
Foto: Bruder Andreas Waltermann
Länderinfo
Albanien
Landesflagge

Regionalentwicklung in Albanien

Damit die Menschen im ländlichen Albanien Perspektiven haben, brauchen sie Unterstützung, z.B. bei der Vermarktung lokaler Produkte.

Ein Projekt im Norden Albaniens

Projektpartner
Diözese Sape
Bewilligungsjahr
2016
Dauer
2016-2018
Fördersumme
515.000 Euro
Förderbereich
Soziale Aufgaben
Übersicht

Projektbeschreibung

Karge Böden, steile Hänge, ein ungünstiges Klima und winzige Landparzellen, von deren Erträgen eine Familie kaum zu ernähren ist: Für die Bauern in den Bergregionen der Diözese Sape in Albanien ist das Leben sehr hart. Vor allem jüngere Menschen sehen dort kaum noch eine Perspektive und kehren ihrer Heimat oft schweren Herzens den Rücken.

Aus dieser unwirtlichen Region hat sich der Staat zurückgezogen. Die Kirche ist dort eine der wenigen Institutionen, die für die Menschen da ist und die Armut bekämpft – mit finanzieller und fachlicher Unterstützung. Experten vermitteln den Bauern das nötige Know-how, um sich auf den Anbau bestimmter Produkten zu spezialisieren, mit denen auch auf kleinen Flächen ausreichendes Einkommen erzielt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Honig, Obst oder Wein. Wo auch dies nicht möglich ist, rücken Erwerbszweige in den Mittelpunkt, die keine Flächen im Eigenbesitz benötigen, wie etwa die Haltung von Ziegen, Schafen oder Schweinen auf gemeinschaftlichen Flächen. Außerdem gehört dazu auch die Produktion und Vermarktung von Beeren, Kräutern und Pilzen.

Eine bessere Zukunft

Prënde Ndoci und ihre achtköpfige Familie aus einem Dörfchen in der Region Sape werden ihr Zuhause nicht verlassen. Im Gegenteil: Ihre beiden ältesten Söhne, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bereits aufgegeben hatten und ausgewandert waren, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Mit Hilfe des örtlichen Pfarrers und der von Renovabis unterstützten Partnerorganisation des Bischofs von Sape, Lucjan Avgustini, „Partnerschaft für Entwicklung“, hat sich die Familie auf die Aufzucht von Ziegen spezialisiert.

Mit kostenlos zur Verfügung gestelltem Baumaterial errichtete die Familie einen neuen, wetterfesten Stall. Noch wichtiger waren die Tipps und Unterweisungen der Fachleute, worauf bei der Ziegenhaltung besonders zu achten ist, damit die Tiere gedeihen und nicht krank werden. Die Herde der Familie ist mittlerweile von 20 auf 100 Ziegen angewachsen, von denen die Familie jetzt leben kann. „Am schönsten ist aber, dass wir alle hier in unserem Heimatdorf bleiben und leben können“, sagt Prënde Ndoci.

Expertentipps erhalten die Bewohner der ländlichen Region Sape zeitweise im Freien, da Räume und Infrastruktur fehlen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Bruder Andreas Waltermann</small>
Expertentipps erhalten die Bewohner der ländlichen Region Sape zeitweise im Freien, da Räume und Infrastruktur fehlen.
Foto: Bruder Andreas Waltermann
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Kräuter sammeln, verarbeiten und vermarkten - wie sie das machen, lernen die Menschen in der Bergregion Sape.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Dr. Tom Preku</small>
Kräuter sammeln, verarbeiten und vermarkten - wie sie das machen, lernen die Menschen in der Bergregion Sape.
Foto: Dr. Tom Preku
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Das Leben in den Bergregionen der Diözese Sape ist sehr hart. Die katholische Kirche versucht durch Programme zur Regionalentwicklung Perspektiven zu schaffen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Dr. Andreas Waltermann OFMCap</small>
Das Leben in den Bergregionen der Diözese Sape ist sehr hart. Die katholische Kirche versucht durch Programme zur Regionalentwicklung Perspektiven zu schaffen.
Foto: Dr. Andreas Waltermann OFMCap
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Projektbewertung

Das vorgestellte Projekt ist ein Modellprojekt für die Entwicklung der Region. Die Gegend ist von der Regierung vernachlässigt, die Menschen haben oft ihre Hoffnung und ihren Mut verloren. Es ist daher wichtig, ihnen wieder Mut zu geben und das Wissen und ihre Lebensumstände so zu verbessern, dass sich ihre Situation spürbar verbessert. Diese konkrete Armutsbekämpfung findet in einer Region mit der höchsten Armutsrate Albaniens statt. Es wird viel in Wissen, Information, Marketing und technische Unterstützung investiert. Ohne notwendigen Input in Ausstattung, grundlegende Arbeitsmaterialien und technische Geräte können ansonsten keine Weiterentwicklungen stattfinden.

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Pater Andreas Waltermann OFMCap

Pater Andreas Waltermann ist Kapuziner und als Pfarrer in den nordöstlichen Bergregionen des Bistums Sape in Albanien tätig. Er begeistert Menschen wieder für den Glauben.
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