Hefte der Zeitschrift "OST-WEST. Europäische Perspektiven".
Hefte der Zeitschrift "OST-WEST. Europäische Perspektiven".
Foto: Daniela Schulz, Renovabis
Zeitschrift

OST-WEST. Europäische Perspektiven

Die Zeitschrift OST-WEST berichtet vierteljährlich über gesellschaftliche Entwicklungen, politische Trends, kirchliches Leben und soziale Fragen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Was ist OWEP?

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird gemeinsam von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben und erscheint vierteljährlich mit einem neuen Themenschwerpunkt. Alle Beiträge in „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ stammen von renommierten Autorinnen und Autoren, die für einen hohen Informationsgehalt und eine anspruchsvolle Darstellung bürgen. Neben westlichen Autoren kommen zunehmend auch Schriftsteller, Kirchenvertreter und Wissenschaftler aus den östlichen Nachbarländern zu Wort. Sie vermitteln Vorgänge und Probleme aus „Insider-Sicht“ und ermöglichen dem Leser neue Einblicke; so bildet jedes Heft eine solide und vielseitige Informationsbasis für alle, die aktuelle Entwicklungen besser verstehen und als Christen das neue Europa mitgestalten wollen.
OWEP berichtet über Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, bietet fundierte und kompetente Informationen jenseits der Schlagzeilen und erscheint 4 mal jährlich.

OWEP im Internet

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Aktuelles Heft

Ausgabe Nr. 1/2017: Berge in Mittel- und Osteuropa

Schon immer haben Berge auf den Menschen eine besondere Faszination ausgeübt: Viele gelten bis heute als Sitz von Gottheiten oder in einem weiteren Sinne von Naturgewalten und wurden damit zu Orten der Verehrung oder aber auch der Furcht, weshalb das Besteigen von hohen Gipfeln vielfach tabuisiert war und erst in neuerer Zeit erfolgte. Manchen Bergen kommt bis heute unabhängig von ihrer tatsächlichen Höhe eine weitergehende Funktion als symbolischer Ort zu, sei es als Wegmarke, Grenzpunkt oder Erinnerungsstätte für bedeutende historische Ereignisse. Die Redaktion von OST-WEST. Europäische Perspektiven stellt in ihrem aktuellem Heft Berge vor, die sich den verschiedenen Kategorien zuordnen lassen. Das Heft setzt damit die Reihe kulturhistorischer Schwerpunkte fort, die u. a. Flüsse, Wege und Straßen und Eisenbahnen behandelt haben.

Vorangestellt ist dem Heft eine Skizze, die schematisch die Lage der im Heft beschriebenen Berge in Europa bzw. Asien zeigt – das Heft sprengt also ein wenig den üblichen geografischen Rahmen, was aber dem Inhalt sicher keinen Abbruch tut. Im Eröffnungsbeitrag vertieft sich Prof. Dr. Michael Albus, verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift, in die symbolische und spirituelle Dimension von Bergen für den Menschen. Auf dem Weg zu den Gipfeln kommt der Mensch zu sich selbst, vielleicht auch zum ganz Anderen und damit letztlich zu Gott.

Neun Berge oder Gebirgszüge von ganz verschiedenen Dimensionen folgen in einer Reihenfolge, bei der der von deutscher Warte am weitetesten entfernte an erster Stelle, der nächst gelegene an letzter Stelle steht. Prof. Dr. Rudolf A. Mark, Lehrstuhlvertreter für Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg, richtet mit dem Pik Lenin den Blick nach Zentralasien auf das Gebirgsmassiv des Pamir. Die Geschichte seiner Erstbesteigung und Namensgebung ist zugleich ein Teil der Geschichte der Sowjetunion von Stalin über Chruschtschow bis zum Zerfall und zur Bildung der GUS. Ähnlich verbunden mit der Geschichte der Sowjetunion – oder genauer gesagt: der Sowjetrepublik Armenien – ist der legendenumwobene Ararat, gelegen in der Osttürkei unmittelbar an der Grenze zur heutigen unabhängigen Republik Armenien. Der aus Armenien stammende, in Berlin lebende Kirchenhistoriker Dr. Harutyun G. Harutyunyan zeichnet die Rolle des „Vaterbergs“ Ararat als Sehnsuchtsort für die Armenier in aller Welt nach. Auch der dritte Beitrag blickt weit nach Osten, an die Grenze zwischen Europa und Asien. Der waldreiche Ural wurde per Konvention als Scheidelinie festgelegt, ohne wirklich zu trennen; Dr. Regina Elsner, Mitarbeiterin an einem Forschungsprojekt zur Rolle der Orthodoxie in Russland an der Universität Münster, beschreibt die geografische Situation und geht der Geschichte der Landschaft am Ural nach.

Ein Berg im strengen Sinne des Wortes ist es nicht, mit dem sich Markus Nowak, Journalist und Historiker in Berlin, befasst, eher ein Hügel. Dem Berg der Kreuze kommt aber eine große Bedeutung für die Religiosität der Litauer zu, ebenso wie für ihr Unabhängigkeitsstreben. Geschichte und Mythologie, Personen und Legenden spielen ineinander, wenn im folgenden Beitrag der Karpatenbogen in Rumänien vorgestellt wird. Dr. Ciprian Ghisa, stellvertretender Direktor des Transylvania College in Cluj-Napoca, zeichnet die Geschichte dieser Gebirgslandschaft von der Antike bis zur Gegenwart nach. Nicht weniger eindrucksvoll sind die Landschaftsbilder, die der Velebit, das „Rückgrat Kroatiens“, bietet. Der kroatische Schriftsteller und Essayist Edo Popović gibt einen Überblick zur Flora und Fauna des markanten Gebirges und lässt die Leserinnen und Leser auch an der Literatur über den Velebit teilhaben.

Eine große Rolle für das Selbstbewusstsein eines relativ kleinen Landes spielt der Triglav, einer der markantesten Alpengipfel und höchster Berg Sloweniens. Prof. Dr. Marija Wakounig, Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien, erläutert die Bemühungen zur Erstbesteigung des „Dreikopfs“ und zeichnet nach, wie der Alpinismus in Slowenien Teil des Nationalitätenkampfes im 19. Jahrhundert geworden ist. Das Thema „nationales Symbol“ gilt auch für die beiden letzten Texte des Heftes, jedoch in ganz unterschiedlicher Ausfaltung. Markus Nowak ist zudem Autor eines Beitrags über den Hellen Berg im polnischen Tschenstochau, der Verehrungsstätte der „Schwarzen Madonna“, die seit Jahrhunderten Millionen von Pilgern in ihren Bann zieht. Ganz anders steht es um das Kloster „Maria vom Siege“ auf dem Weißen Berg bei Prag, das an eine der folgenreichsten Schlachten des Dreißigjährigen Kriegs erinnert. Heute leben dort Benediktinerinnen der Gemeinschaft Venio, zu der auch Schwester Anežka Najmanová OSB zählt, die in ihrer Skizze den Bogen von der Geschichte des 17. Jahrhunderts bis zur Begegnungsstätte der Gegenwart schlägt und damit die kleine Auswahl von „Bergen“ beschließt.

Inhalt erstellt: 31.01.2017, zuletzt geändert: 17.02.2017