Hefte der Zeitschrift "OST-WEST. Europäische Perspektiven".
Hefte der Zeitschrift "OST-WEST. Europäische Perspektiven".
Quelle: Daniela Schulz, Renovabis
Zeitschrift

OST-WEST. Europäische Perspektiven

Die Zeitschrift OST-WEST berichtet vierteljährlich über gesellschaftliche Entwicklungen, politische Trends, kirchliches Leben und soziale Fragen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa.

Was ist OWEP?

Die Zeitschrift „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ (OWEP) wird gemeinsam von Renovabis und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben und erscheint vierteljährlich mit einem neuen Themenschwerpunkt. Alle Beiträge in „OST-WEST. Europäische Perspektiven“ stammen von renommierten Autorinnen und Autoren, die für einen hohen Informationsgehalt und eine anspruchsvolle Darstellung bürgen. Neben westlichen Autoren kommen zunehmend auch Schriftsteller, Kirchenvertreter und Wissenschaftler aus den östlichen Nachbarländern zu Wort. Sie vermitteln Vorgänge und Probleme aus „Insider-Sicht“ und ermöglichen dem Leser neue Einblicke; so bildet jedes Heft eine solide und vielseitige Informationsbasis für alle, die aktuelle Entwicklungen besser verstehen und als Christen das neue Europa mitgestalten wollen.
OWEP berichtet über Veränderungen in Mittel- und Osteuropa, bietet fundierte und kompetente Informationen jenseits der Schlagzeilen und erscheint 4 mal jährlich.

OWEP im Internet

Auf der Internetseite www.owep.de haben Sie die Möglichkeit, gezielt einzelne Hefte zu bestellen oder ein Abo einzurichten. Außerdem gibt es viele Artikel im Volltext zu lesen.

Aktuelles Heft

Ausgabe Nr. 3/2021: Corona und die Folgen: Soziale Verwerfungen in Mittel- und Osteuropa

Trotz der schnellen Entwicklung von Impfstoffen fordert die Covid-19-Pandemie in vielen Ländern weiterhin Opfer, auch sind die langfristigen Folgen nicht absehbar – das betrifft nicht nur die Menschen, sondern alle wirtschaftlichen und politischen Strukturen weltweit. So wird der Kampf gegen das Virus deutlich instrumentalisiert, etwa wenn Populisten die Pandemie nutzen, um autoritäre Systeme auszubauen. Wenn die Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven der Pandemie und ihren Auswirkungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa ein Themenheft widmet, dann handelt es sich um Streiflichter, deren Aussage ohne Weiteres auf andere Teile Europas oder der Welt übertragen werden kann.

Schon der Einführungsbeitrag von Dr. Pavle Aničić, Mitarbeiter der Serbischen Orthodoxen Diözese von Düsseldorf und ganz Deutschland, weist auf die besonderen Probleme hin, vor die die Kirchen in der Pandemie gestellt wurden: Gottesdienste mussten neu organisiert, andere seelsorgliche Angebote völlig neu aufgebaut werden. Für Gläubige in der Diaspora gab es damit oft noch größere Probleme als bei den Großkirchen in Deutschland. Der Schriftsteller Artur Becker weist im anschließenden Essay auf die Folgen der Pandemie für die politische Entwicklung in den Visegrád-Staaten hin, also Polen, die Slowakei, Tschechien und Ungarn. Manche tiefer liegenden Vorurteile gegen den vermeintlichen „Zentralismus“ der EU haben sich verschärft, die schon seit mehreren Jahren schwelenden Auseinandersetzungen zwischen der EU und den Regierungen in Ungarn und Polen haben sich verstärkt, der Ausgang ist offen.

Was Polen betrifft, vertieft der Beitrag des in Warschau lebenden Journalisten und Publizisten Thomas Urban die Hinweise Beckers: Die polnische Regierung hat das Virus zunächst unterschätzt, was zu Engpässen in der Versorgung der Kranken führte. Hilflos und widersprüchlich hat aber auch die katholische Kirche reagiert, etwa indem viele Gläubige trotz entsprechender Mahnung weiterhin die Mundkommunion praktizierten, was vermutlich eine Ursache für viele Erkrankungen war; sie folgten damit extrem konservativen Kräften innerhalb der Hierarchie. Letztlich hat dies zu einem weiteren Vertrauensverlust der Kirche geführt, deren Ansehen durch Missbrauchs- und Korruptionsskandale seit Jahren gelitten hat. Noch gravierender sind die indirekten Folgen der Pandemie für Ungarn. Die Regierung unter Viktor Orbán hat, wie aus der Analyse der in Brüssel tätigen Journalistin Katalin Halmai deutlich wird, die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus genutzt, um ihren Kurs zum Abbau demokratischer Grundrechte zu verstärken. Die Europäische Union hat daher inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Zwei Interviews im Heft gewähren Einblicke in konkrete Hilfsmaßnahmen für Opfer der Pandemie. Andrij Waskowycz, Präsident der Caritas der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, gibt einen Überblick über die Unterstützung besonders von alten und behinderten Menschen. Schwester Maria Christina Färber SWG berichtet über die Entwicklung in Albanien und vermittelt Eindrücke von ihrer Arbeit im Kloster Shkodra (Nordalbanien).

Kroatien und dessen Nachbarländer in Südosteuropa stehen im Mittelpunkt dreier weiterer Texte mit unterschiedlicher Ausrichtung: Prof. Dr. Jasna Ćurković Nimac und Dr. Anto Čartolovni, beide tätig an der Kroatischen Katholischen Universität in Zagreb, erläutern das Für und Wider der Impfkampagne in Kroatien, bei dem die katholische Kirche eine ambivalente Rolle spielt. Die in Sarajevo wirkende Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Edina Bećirević befasst sich mit dem wachsenden Einfluss Chinas und Russlands im Westbalkan (d. h. Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien), der sich auch im Einsatz chinesischer und russischer Impfstoffe in der Region widerspiegelt. Der in Sofia lebende Journalist Frank Stier schildert die Folgen der Pandemie für die Tourismusbranche in Südosteuropa anhand der Lage in Bulgarien und Kroatien.

Zu den von der Pandemie stark betroffenen Arbeitsbereichen gehört neben dem Krankenhaus- und Pflegebereich auch das gesamte Transportwesen. Ohne den internationalen Güterverkehr auf der Straße würden weite Teile von Industrie und Wirtschaft brach liegen – und dennoch gehören gerade Lkw-Fahrer aus dem Osten Europas zu den Leidtragenden von „Corona“. OWEP-Chefredakteurin Gemma Pörzgen schildert in einer Reportage ihre Situation. In einem zweiten Beitrag geht sie einem anderen Phänomen nach, das sich während der Pandemie verstärkt hat, den so genannten „Fake News“.

Dass die Pandemie in Jahrzehnten gewachsene Strukturen an Ländergrenzen infolge von Grenzschließungen beschädigt oder sogar zerstört hat, wurde in TV-Bildern der vergangenen Monate immer wieder sichtbar. Stellvertretend für andere Beispiele zeigt der Beitrag des in Frankfurt (Oder) lebenden Aktionskünstlers Michael Kurzwelly, was sich in dieser Stadt und ihrer polnischen Nachbarstadt Słubice während des Lockdowns und danach ereignet hat.

Abgeschlossen wird das Heft mit Hinweisen zur weiterführenden Lektüre.

Einen Kurzclip zur Ausgabe 3/2020 finden Sie hier.

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Inhalt erstellt: 31.01.2017, zuletzt geändert: 09.08.2021

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