Mitarbeiterinnen der serbischen Caritas im Flüchtlingscamp Krnjača, einem Stadtteil von Belgrad.
Mitarbeiterinnen der serbischen Caritas im Flüchtlingscamp Krnjača, einem Stadtteil von Belgrad.
Quelle: P. Tvrtko Barun SJ
02.04.2020 – Corona-Krise

Corona-Pandemie in Osteuropa - so hilft Renovabis

Die Pandemie hat auch die Länder Osteuropas erfasst. Renovabis unterstützt Projektpartner in Bezug auf die Beschaffung notwendiger medizinischer Materialien, aber auch um bedürftigen Menschen zu helfen, die in dieser Krisensituation leicht aus dem Blick geraten.

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Die Covid-19-Erkrankungen haben sich seit knapp zwei Monaten von China ausgehend über den gesamten Erdball verbreitet. Fast alle Länder haben mittlerweile Infektionen gemeldet. Die Gesundheitssysteme stehen überall vor immensen Herausforderungen – umso mehr in den Ländern, in denen ohnehin schon kein funktionierendes Kranken- und Sozialversorgungssystem existiert.

Ukraine

Transporter für die Obdachlosenhilfe in Kiew

Die COVID-19-Pandemie hat auch die Ukraine erreicht. In Kiew wurden alle Bildungseinrichtungen und alle Geschäfte (außer solche für den Grundbedarf) geschlossen. Öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, Metro, Bus und Straßenbahn fahren dort aktuell nicht mehr. Deswegen sind auch alle Bahnhöfe geschlossen. Somit wird zunehmend jede Fortbewegung schwierig. Besonders trifft dies die Obdachlosen, die sich zumeist an den Bahnhöfen aufhielten und von dort vertrieben worden sind. Restaurants oder Cafés, die ihnen bisweilen übriges Essen schenkten, haben geschlossen. Auf der Straße sind nur sehr wenige Personen unterwegs, daher reichen auch die wenigen Einkünfte durch das Betteln nicht mehr aus: die Obdachlosen müssen Hunger leiden.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist seit August 1991 in Kiew tätig und engagiert sich unter anderem auch im Bereich der Obdachlosenhilfe. Sie arbeitet daran, die bereits praktizierte Essensausgabe – natürlich unter Beachtung der Vorschriften zur Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus – weiter zu gewährleisten und nach Möglichkeit auch auszubauen. So wurde damit begonnen, täglich am bzw. um den Bahnhof herum Essen an 200 Personen zu verteilen. Um Lebensmittel und Freiwillige zur Unterstützung der Obdachlosen transportieren zu können, bat Sant'Egidio um einen Zuschuss zum Erwerb eines Transporters. Renovabis stellt dazu 6.000 Euro bereit, weitere 6.000 Euro kommen von Sant'Egidio aus Rom.

Armenien

Zuschuss zur Beschaffung von Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln und Medizinmaterial für Caritas Armenien

Armenien ist zwar nur über zwei Nachbarländer auf dem Landweg erreichbar, doch führten die fast offenen Grenzen zu Iran relativ schnell zu Infektionen durch Covid-19. Als langjährige Partnerorganisation der Provinzregierung von Shirak wurde die Caritas Armenien dringend ersucht, die Gesundheits- und Bildungseinrichtungen der Provinz mit Schutzkleidung, Desinfektions- und Medizinmaterial zu unterstützen. Daneben besteht bei den von der Caritas Armenien betriebenen Einrichtungen im Gesundheits- und Jugendfürsorgebereich ebenfalls Bedarf für solches Material.
Renovabis stellt 11.000 Euro für Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und Transportkosten zur Verfügung.

Kosovo

Nothilfe für das Kosovo in der COVID-19-Krise

Im Kosovo gibt es keine allgemeine Krankenversicherung. Für die weitestgehend kostenfreie medizinische Erstbehandlung (beispielsweise in sog. „Ambulantas“) muss allerdings seit einiger Zeit eine Zuzahlung geleistet werden. Da Krankenhausärzte von ihrem Gehalt nicht leben können, betreiben viele nebenbei eine Privatpraxis. Dort werden dann (für Privatpatienten) auch Leistungen erbracht, die in Krankenhäusern nicht verfügbar sind, allerdings zu Preisen, die für viele Kosovaren nicht bezahlbar sind. Krankenhauspatienten müssen ihre eigene Bettwäsche mitbringen und sich von Angehörigen verpflegen lassen. Auch Medikamente müssen sie selbst beschaffen und bezahlen. In Apotheken erhältliche Medikamente sind nicht immer Originalpräparate; es kann sich um völlig wirkungslose Substanzen oder solche mit verringerter Wirkung handeln. Trotz immenser Investitionen in das Gesundheitssystem im Kosovo bewegt sich die medizinische Versorgung weiterhin auf niedrigem Niveau. Besonders betroffen von diesem Missstand sind chronisch kranke Menschen. Die Familien übernehmen nicht nur die Sorge und Pflege, sondern sind auch mit den Kosten auf sich gestellt, was nicht selten zu schweren Notlagen führt.
In den letzten Tagen und Wochen sind zahlreiche im Ausland lebende und arbeitende Kosovarinnen und Kosovaren zurückgekommen, unter Ihnen auch Menschen, die mit COVID-19 infiziert waren und so zur Verbreitung des Virus beigetragen haben. Bischof Dode Gjergji möchte nun dringend benötigte Güter wie Desinfektionsmittel, Medikamente und Schutzartikel an die 25 Pfarreien im Land verteilen. Hierzu bittet er Renovabis um Hilfe.
Gerade die katholische Kirche genießt in der kosovarischen Bevölkerung ein sehr hohes Ansehen. Man vertraut ihr und bittet sie in allgemeinen Notlagen um Hilfe, auch über die Grenzen von Religionsgemeinschaften und Konfessionen hinweg. Renovabis unterstützt den Projektantrag mit 18.750 Euro.

Rumänien

Hilfe für benachteiligte Familien während der Corona-Krise in Satu Mare

Das rumänische Gesundheitssystem ist nicht in der Lage, mit einer massenhaften Ausbreitung der Erkrankungen umzugehen. Um das Risiko für eine Ausweitung der Pandemie zu senken, wurden im gesamten Land alle Schulen und Sozialeinrichtungen geschlossen sowie strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen.
Besonders hart von diesen Maßnahmen betroffen sind arme Familien der Roma-Minderheit. Ohne geregeltes Einkommen haben sie ihre Ressourcen über den Winter aufgebraucht und müssten jetzt eigentlich mit Frühlingsbeginn dringend ihre Tätigkeiten als Tagelöhner o. Ä. wieder aufnehmen. Ohne feste Arbeitsstelle haben sie keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Regierungsvorgaben stellen ältere Menschen in den Fokus. So sind die Familien völlig mittellos und gleichzeitig aufgrund eines geringen Bildungsniveaus ohne genaues Wissen über gesundheitsbewusstes Verhalten in dieser kritischen Situation.
Die Caritasverbände in den Bistümern Satu Mare und Alba Iulia haben je ein Nothilfeprogramm eingerichtet, um benachteiligte Familien mit Lebensmittelhilfen und Hygieneprodukten für den Zeitraum April und Mai zu unterstützen. Renovabis stellt hierfür jeweils ca. 20.000 Euro bereit.

Hilfe für schutzbedürftige Migrantinnen und Migranten

Um das Risiko für eine Ausweitung der Pandemie zu senken, wurden auch in Rumänien die Grenzen geschlossen. Besonders trifft dies Zwangsmigranten (u.a. Flüchtlinge), die eigentlich bereits das Land verlassen sollten, nun aber in Rumänien festsitzen. Sie werden teils in Haftanstalten festgehalten, da staatliche Unterbringungskapazitäten beschränkt sind. Beschwerde- und Revisionsmechanismen funktionieren derzeit nicht, Asylanhörungen sind auf unbestimmte Zeit verschoben. Für besonders gefährtete Personen hat der Jesuit Refugee Service Romania (JRS) ein Unterbringungszentrum in Bukarest. Dorthin werden die besonders schutzbedürftigen Personen von staatlichen Einrichtungen überwiesen. In normalen Zeiten ist das Zentrum mit 20 Personen voll belegt. Angesichts der Krisensituation jedoch hat der Staat verordnet, dass dort für zunächst unbestimmte Zeit bis zu 60 Personen untergebracht werden müssen. Die Kapazitäten des Zentrums sind jedoch völlig unzureichend: es fehlt an Betten, Geschirr, usw. und vor allem an hygienischem Schutzmaterial, um das virulente Infektionsrisiko angesichts der beengten Zustände einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Der JRS bittet um Notfallunterstützung, um weitere 40 Personen aufnehmen zu können. Es handelt sich um unbegleitete Minderjährige, Menschen mit Behinderungen, Frauen, Einelternfamilien, ältere Personen sowie chronisch Kranke.
Der Projektzeitraum, für den Renovabis 19.660 Euro zur Verfügung stellt, beschränkt sich zunächst auf April und Mai 2020.

Weitere Beiträge zur Auswirkung der Corona-Pandemie auf Renovabis und die Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas


06.05.2020 · Corona-Krise

Corona-Nothilfe für Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs

Neue Aufgaben für Begegnungsstätte die „Johannes Rau" in Minsk: Hotel, Konferenzzentrum, Restaurant sind derzeit kaum gefragt - und dennoch herrscht hier reges Treiben: In der Küche wird täglich ein warmes Essen für hilfsbedürftige Zeitzeugen der NS-Verbrechen gekocht und anschließend verteilt.

05.05.2020 · Corona-Krise

Solides Fundament für nachhaltige Hilfe

Eine beeindruckende Menge: Fast vier Tonnen an humanitären Hilfsgütern haben die griechisch-katholischen Malteser in Ivano-Frankivsk in diesen Tagen an bedürftige Menschen, an Krankenhäuser und Zentren für Notfallmedizin verteilt - möglich geworden dank der jahrelangen Hilfe von Renovabis.

28.04.2020 · Corona-Krise

Hilfe in der schwierigen Zeit des Lockdown

Das bistumseigene Hotel der Erzeparchie Ivano-Frankivsk ist geschlossen – aber in der Küche werden täglich 150 warme Mahlzeiten zubereitet. Freiwillige versorgen damit alte und bedürftige Menschen, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Schwierigkeiten haben, sich zu versorgen.

14.04.2020 · Corona-Krise

Lebensmittelhilfe für arme Familien – ein Bericht aus Rumänien

„Es sind schwierige Zeiten fast überall auf der Welt. Umso mehr wissen wir zu schätzen, dass Sie uns gerade jetzt unter die Arme greifen und uns ermöglichen, zumindest ein wenig zu helfen." – Ein Bericht des Caritasdirektors von Satu Mare über den Start des Nothilfeprogramms für arme Familien.

08.04.2020 · Corona-Krise

Massive Einschränkungen, fehlende Schutzausrüstungen - und ein kleiner Hoffnungsschimmer

Wie geht es den Menschen in der Ukraine inmitten der Corona-Pandemie? Wie leben sie derzeit, Anfang April, kurz vor Ostern? Lesen Sie dazu eine Momentaufnahme von Anita Prokopovych, Mitarbeiterin der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in Lwiw..

03.04.2020 · Corona-Krise

Renovabis an der Seite seiner Partner im Osten Europas

Projektarbeit in der Krise mit gut 70.000 Euro Soforthilfe gestärkt - Das Corona-Virus hat auch in den 29 Partnerländern des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis den Alltag der Menschen massiv verändert. Nicht nur Zuschüsse zur Beschaffung von Schutzausrüstung und Medizinmaterial sind wichtig.

02.04.2020 · Kommentar

Europäische Schicksals-Union

Die Corona-Pandemie macht deutlich, wie eng wir in Europa miteinander verbunden sind: viele Menschen aus den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, die bei uns z.B. als Erntehelfer oder in der Pflege arbeiten, sind zurück in ihre Heimatländer gefahren.

23.03.2020 · Erdbeben

Zagreb im Ausnahmezustand - das Erdbeben inmitten der Coronavirus-Pandemie

Schwer geprüft ist zurzeit die Bevölkerung im Bezirk Zagreb, rund eine Million Menschen in der kroatischen Hauptstadt und ihren Vororten. Zur Coronavirus-Krise kam am Sonntag das schwere Erdbeben der Stärke 5,4 hinzu. Renovabis sprach darüber mit Prof. Dr. Željko Tanjić.

20.03.2020 · Corona-Krise

Mund-/Nasenmasken-Pflicht in Tschechien

In Tschechien muss aktuell jede Person in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen. Natürlich sind diese auch in Tschechien knapp. Die Regionalcaritas Schluckenau/Šluknov versucht zu helfen.

20.03.2020 · Corona-Krise

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Das Katholisches Osteuropa-Hilfswerk Renovabis wirbt für Grenzen überschreitende Solidarität. Der Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Pfarrer Christian Hartl, ruft jetzt dazu auf, „besonders solidarisch“ zu sein.

19.03.2020 · Aufruf

Auf Abstand gehen und zusammenhalten!

Der Corona-Virus hat den Alltag Vieler umgekrempelt: Schulen und Kindergärten sind geschlossen, „Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften“ sind offiziell untersagt.

18.03.2020 · Corona-Krise

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Die ukrainische Regierung schränkt wegen der Corona-Pandemie das öffentliche Leben massiv ein, auch Gottesdienste sind betroffen. Die aktuelle Lage im Schwerpunkt-Land der Renovabis-Pfingstaktion und ein Interview mit dem Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk.

17.03.2020 · Misereor-Fastenaktion

…weil Solidarität nicht teilbar ist!

In diesen Tagen haben wir alle im Kontext der Corona-Pandemie viele und schwerwiegende Fragen und Probleme zu klären. Von den Einschränkungen (Verbot von Gottesdiensten, Absage von Aktionen und Veranstaltungen) ist auch die derzeit laufende MISEREOR-Fastenaktion betroffen.

Corona-Krise

Corona-Projekthilfe in Osteuropa

Die Pandemie hat auch die Länder Osteuropas erfasst. Renovabis unterstützt Projektpartner dabei, bedürftigen Menschen zu helfen, die in dieser Krisensituation leicht aus dem Blick geraten.
Inhalt erstellt: 02.04.2020, zuletzt geändert: 28.04.2020