Freiwillige der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche bringen bedürftigen Menschen in Ivano-Frankivsk ein warmes Mittagessen.
Freiwillige der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche bringen bedürftigen Menschen in Ivano-Frankivsk ein warmes Mittagessen.
Quelle: Erzeparchie Ivano-Frankivsk
07.08.2020 – Corona-Krise

Corona in Osteuropa - so hilft Renovabis

Gut 688.000 Euro hat das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis inzwischen als Corona-Hilfe an seine Projektpartner überwiesen: Sofortmaßnahmen während des Lockdown, aber auch Unterstützung in der Zeit der langsam anlaufenden Lockerung der Corona-Beschränkungen.

Die Covid-19-Erkrankungen haben sich seit Anfang des Jahres von China ausgehend über den gesamten Erdball verbreitet. Die Gesundheitssysteme stehen in vielen Regionen vor immensen Herausforderungen – vor allem in den Ländern, in denen ohnehin schon kein funktionierendes Kranken- und Sozialversorgungssystem existiert. Gerade in den ersten Monaten der Pandemie hat es sich Renovabis zur Aufgabe gemacht, im Rahmen der Corona-Nothilfe schnell und unbürokratisch zu helfen und seinen Partnern in Mittel-, Ost- und Südosteuropa zur Seite zu stehen.

Eine Auswahl geförderter Projekte:

Frühjahr 2020: Die Versorgung sicherstellen

Momentaufnahme aus der Ukraine

Die COVID-19-Pandemie hat auch die Ukraine erreicht. Während des Lockdown sind in Kiew alle Bildungseinrichtungen und alle Geschäfte (außer solche für den Grundbedarf) geschlossen. Öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, Metro, Bus und Straßenbahn fahren dort nicht mehr. Deswegen sind auch alle Bahnhöfe geschlossen. Somit wird zunehmend jede Fortbewegung schwierig. Besonders trifft dies die Obdachlosen, die sich zumeist an den Bahnhöfen aufhielten und von dort vertrieben worden sind. Restaurants oder Cafés, die ihnen bisweilen übriges Essen schenkten, haben geschlossen. Auf der Straße sind nur sehr wenige Personen unterwegs, daher reichen auch die wenigen Einkünfte durch das Betteln nicht mehr aus: die Obdachlosen müssen Hunger leiden.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist seit August 1991 in Kiew tätig und engagiert sich unter anderem auch im Bereich der Obdachlosenhilfe. Sie arbeitet daran, die bereits praktizierte Essensausgabe – natürlich unter Beachtung der Vorschriften zur Vorbeugung der Verbreitung des Coronavirus – weiter zu gewährleisten und nach Möglichkeit auch auszubauen. So wurde damit begonnen, täglich am bzw. um den Bahnhof herum Essen an 200 Personen zu verteilen. Um Lebensmittel und Freiwillige zur Unterstützung der Obdachlosen transportieren zu können, bat Sant'Egidio um einen Zuschuss zum Erwerb eines Transporters. Renovabis stellt dazu 6.000 Euro bereit, weitere 6.000 Euro kommen von Sant'Egidio aus Rom.

Momentaufnahme aus Armenien und dem Kosovo

Armenien ist zwar nur über zwei Nachbarländer auf dem Landweg erreichbar, doch führten die fast offenen Grenzen zu Iran relativ schnell zu Infektionen durch Covid-19. Als langjährige Partnerorganisation der Provinzregierung von Shirak wurde die Caritas Armenien dringend ersucht, die Gesundheits- und Bildungseinrichtungen der Provinz mit Schutzkleidung, Desinfektions- und Medizinmaterial zu unterstützen. Daneben besteht bei den von der Caritas Armenien betriebenen Einrichtungen im Gesundheits- und Jugendfürsorgebereich ebenfalls Bedarf für solches Material. Renovabis stellte 11.000 Euro für Desinfektionsmittel, Schutzkleidung und Transportkosten zur Verfügung.

Im März sind zahlreiche im Ausland lebende und arbeitende Menschen in den Kosovo zurückgekehrt. Die Infektionsrate steigt in den Städten und Dörfern sprunghaft an. Bischof Dodë Gjergji von Prizren-Pristina hat Renovabis um Unterstützung angefragt, um nun dringend benötigte Medikamente, Desinfektions- und Schutzartikel an die 25 Pfarreien im Land verteilen zu können.

Sommer 2020: Strukturen für digitale Bildung stärken

Erweiterung der medizinischen Online-Bibliothek MEDBOX

Das Missionsärztliche Institut in Würzburg entwickelt seit vielen Jahren
die medizinische Online-Bibliothek MEDBOX. In diesem Jahr hat das
Institut die Bibliothek um eine Covid-19-Toolbox erweitert. Diese
Toolbox hat den Anspruch, qualitativ hochwertige, auf ihre Aktualität
und Qualität geprüfte Dokumente zum Corona-Virus und der
COVID-19-Erkrankung zusammenzustellen und Interessenten kostenlos zur
Verfügung zu stellen. Renovabis unterstützt das Missionsärztliche
Institut bereits seit vielen Jahren - und fördert jetzt auch die
Erweiterung der Covid-19-Toolbox um russischspachige Texte und
Fachinformationen zu Osteuropa. Denn im Internet sind zwar viele
Informationen zugänglich, aber auch viele widersprüchliche Fakten bis
hin zu schlichten Falschmeldungen. Aufklärung und sachlich korrekte
Informationen sind also dringend nötig.Nachdem Russisch in vielen
Ländern Mittel- und Osteuropas sowie Zentralasiens gesprochen oder
verstanden wird, kann die russischsprachige Version der Toolbox einen
großen geographischen Raum abdecken und mit geprüften medizinisch
relevanten Fach-Informationen versorgen.

Sie sind selbst auf der Suche nach Fachinformationen? Unter www.covid19box.org können Sie auf die Toolbox zugreifen.

Digitale Verbesserungen für die Ukrainische Sozialakademie in Kiew

Die äußerst strikten Quarantäne-Maßnahmen in der Ukraine sind inzwischen
gelockert - dennoch gibt es Einschränkungen, die Schul- und
Bildungseinrichtungen ganz besonders betreffen: So dürfen sich in einem
Klassenraum maximal zehn Personen versammeln, für jeden Einzelnen muss
eine Fläche von fünf Quadratmetern zur Verfügung stehen. Viele
Einrichtungen haben nicht genug Platz, um diese Auflagen zu erfüllen.
Außerdem haben die Menschen Angst vor einer Ansteckung und meiden
deshalb Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, auch wenn die
Hygieneregeln eingehalten werden können.Die Folge: Digitale
Bildungs- und Beratungsangebote erleben einen enormen Zulauf und geraten immer wieder an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Es fehlt an technischer
Ausstattung, die Internetverbindungen sind häufig überlastet - und wegen der steigenden Nachfrage sind die Preise für die Anmietung des
technischen Equipments erheblich gestiegen. Deshalb unterstützt
Renovabis jetzt im Rahmen der Corona-Hilfe die Ukrainische
Sozialakademie in Kiew, damit sie ihr digitales Angebot erweitern und
ausbauen kann. Das Geld fließt in die Entwicklung von Online-Kursen,
Webinaren und Online-Mentoring-Prgrammen sowie in die technische
Ausstattung und in Software für die Durchführung von Videokonferenzen.Die Ukrainische Sozialakademie wendet sich an Studierende und Absolventen
von Universitäten, an künftige und aktuelle Führungskräfte in
Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. In verschiedenen Seminaren
und Lernplattformen können sie gesellschaftspolitische
Handlungskompetenzen auf der Grundlage der katholischen Soziallehre
erwerben.

Mehr über Projekte im Kontext der Corona-Pandemie

Corona-Krise

Lebensmittelhilfe für arme Familien – ein Bericht aus Rumänien

„Es sind schwierige Zeiten fast überall auf der Welt. Umso mehr wissen wir zu schätzen, dass Sie uns gerade jetzt unter die Arme greifen und uns ermöglichen, zumindest ein wenig zu helfen." – Ein Bericht des Caritasdirektors von Satu Mare über den Start des Nothilfeprogramms für arme Familien.
Corona-Krise

Hilfe in der schwierigen Zeit des Lockdown - eine Momentaufnahme

Das bistumseigene Hotel der Erzeparchie Ivano-Frankivsk ist geschlossen – aber in der Küche werden täglich 150 warme Mahlzeiten zubereitet. Freiwillige bringen sie zu alten und bedürftigen Menschen, die aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Schwierigkeiten haben, sich zu versorgen.
Inhalt erstellt: 02.04.2020, zuletzt geändert: 07.10.2020