Projektbeispiele
Lindita und ihre Therapeutin
Lindita, 13 Jahre, erhält Therapie in Ohrid, einem weiteren Renovabis-Projekt für Menschen mit Behinderung in Mazedonien.
Foto: Rolf Bauerdick
Länderinfo
Mazedonien
Landesflagge

Aufbau eines multifunktionalen Zentrums für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen in Gevgelija

Menschen mit Behinderung haben es in vielen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sehr schwer, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Südosten Mazedoniens gibt es nun ein Zentrum, dass Kinder und Erwachsene fördert und unterstützt.

Ein Projekt im Südosten Mazedoniens

Projektpartner
Bischof Dr. Kiro Stojanov
Bewilligungsjahr
2017
Fördersumme
220.000
Förderbereich
Soziale Aufgaben
Übersicht

Ausgangslage

Kaum Förderung von Kindern und Erwachsenen mit Behinderung

Auch in Mazedonien sollen durch nationale Strategien die Rechte von Menschen mit Behinderungen gestärkt werden - doch trotz dieser Bekundungen auf dem Papier ist das Niveau der Diskriminierung für Menschen mit Behinderungen noch sehr hoch, die Behörden sind mit der Umsetzung der Strategien oftmals überfordert.
Vor allem im ländlichen Raum gibt es kaum Einrichtungen zur frühkindlichen Förderung, vor allem nicht nicht für behinderte Kinder. Es fehlen außerdem Tageseinrichtungen und Möglichkeiten der beruflichen Integration.

Projektbeschreibung

Das Apostolische Exarchat in Mazedonien hat sich immer um die Belange benachteiligter Menschen gekümmert. Daher wurde nun beschlossen, ein Haus für ein Zentrum für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung zu stellen. Das Haus wurde mit Hilfe der italienischen Bischofskonferenz und der italienischen Caritas für das Exarchat gekauft. Die NGO "National Alliance for People with Disabilities" aus Gevgelija wird die Aktivitäten im Zentrum fachlich durchführen. Renovabis unterstützt die laufenden Kosten des Projektes (Personal, Projektdurchführung, Verwaltung) bis 2019.

Zielgruppe des Projektes sind 30 Menschen mit Behinderungen im Südosten Mazedoniens (20 Kinder und Jugendliche bis 26 Jahre und 10 Erwachsene) und 40 Eltern von Kindern mit Behinderungen. Im Zentrum gibt es dann Prgramme zur Frühförderung, Physiotherapie, ein Programm zur Berufsorientierung sowie Elterngruppen, um diese zu begleiten und unterstützen. Schließlich sind Wochenendgruppen für soziale Inklusion von 5 Kindern mit Behinderung und 15 Kindern ohne Behinderung geplant (Kunst, Naturerlebnisse, wissenschaftliche Experimente, Sport, soziale Aktivitäten).
Die Maßnahmen sind eingebettet in Aktivitäten, die auf das Gemeinwesen Gevgelija zielen. So wird es immer wieder Veranstaltungen im Haus für die Allgemeinheit geben und es werden Firmen angeworben, die das Zentrum unterstützen. Ziel ist eine wirkliche Verankerung des Zentrums vor Ort.

Der Rollstuhl fährt außen mit, im Yugi ist kein Platz dafür.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Rolf Bauerdick</small>
Impression aus Ohrid: der Rollstuhl fährt außen mit, im Yugi ist kein Platz dafür.
Foto: Rolf Bauerdick
Betreuung und Therapie: Im Zentrum für Behinderte der Caritas im herzegowinischen Mostar werden Kinder nicht nur „verwahrt“, sondern individuell gefördert.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Rolf Bauerdick</small>
Renovabis unterstützt Projekte für Menschen mit Behinderungen auch in anderen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, wie hier in Mostar, Bosnien und Herzegowina.
Foto: Rolf Bauerdick

Berufsorientierung

Für die älteren Jugendlichen und die Erwachsenen wird ein Beschäftigungstherapieprogramm aufgebaut, welches gleichzeitig der Berufsorientierung dient. Die Teilnehmer/innen können in einer Papierwerkstatt Papier schöpfen lernen, sie können sich an Kochkursen beteiligen, im Garten mitarbeiten, an künstlerischen Angeboten teilnehmen oder einen Computerkurs machen.

Zusätzlich gibt es für jede Person einen individuellen Plan, um grundlegende Lebenskompetenzen zu erwerben. Durch die verschiedenen Tätigkeiten können einzelne Präferenzen erkannt werden und die Person kann in diese Richtung weiter berufsvorbereitend geschult werden.

Projektbewertung

Das Projekt ist eine modellhafte Kooperation zwischen der Katholischen Kirche, einer lokalen NGO (in dessen Vorstand der Ortspfarrer Mitglied ist), der italienischen Caritas und lokalen Firmen sowie Behörden. Es wird von Anfang an Wert gelegt, auf eine gute Integration in das Gemeinwesen.

Der Bedarf an Angeboten für Menschen mit Behinderungen ist allgemein in Mazedonien sehr hoch, es gibt noch wenige Angebote und es gibt viele Vorurteile zu überwinden. Das Zentrum wird in Kontakt stehen mit dem ebenfalls von Renovabis unterstützten ökumenischen Zentrum für Menschen mit Behinderung in Ohrid, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.

Renovabis unterstützt aus Mitteln der staatlichen Entwicklungshilfe die Kosten für Personal, Projektaktivitäten und die Verwaltung bis 2019. Eine nachhaltige Finanzierung soll über Elternbeiträge, Firmenspenden, Zuschüsse der Ministerien, Verkäufe der Produkte und Geldspenden aus dem Ausland gesichert werden. Dazu ist eine gute Verankerung im Gemeinwesen wichtig.

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