Projektbeispiele
Vom Krieg zerstörtes Haus im Osten der Ukraine (Region Luhansk).
Im Osten der Ukraine sind viele Häuser vom Krieg zerstört.
Foto: Caritas Ukraine
Länderinfo
Ukraine
Landesflagge

Der vergessene Krieg: Hilfe in der Ukraine

Kriegsopfer in der Ukraine benötigen psychologische und materielle Unterstützung.

Ein Projekt in der Ukraine

Projektpartner
Caritas Spes, Ukraine
Bewilligungsjahr
2016
Fördersumme
80.000
Förderbereich
Soziale Aufgaben
Übersicht

Projektbeschreibung

Zwei Jahre nach dem politischen Machtwechsel steht die Ukraine noch immer am Rande eines Staatsbankrotts. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen leben angesichts der schwierigen ökonomischen und sozialen Lage 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Der Krieg im Osten des Landes ist nicht beendet und hat bisher mehr als 9.400 Todesopfer gefordert. Zehntausende Soldaten und Zivilisten wurden verwundet und über eine Million Frauen, Männer und Kinder mussten ihre Heimat verlassen. Sie leben jetzt vor allem in der Zentral- und Ostukraine außerhalb des Kriegsgebietes.

Sowohl die Caritas der römisch-katholischen Kirche ("Caritas Spes") als auch die griechisch-katholische Caritas reagieren auf diesen hohen Bedarf und arbeiten daran, die Situation der Menschen im Land zu verbessern, denn der ukrainische Staat kann wegen der aktuellen wirtschaftlichen Notlage kaum etwas leisten. So will die Caritas Spes die Arbeit des Sozialzentrums „Johannes Paul II.“ um die Hilfe für Binnenflüchtlinge erweitern. Schon seit Jahren werden dort Familien, Kinder, Waisen, alte Menschen betreut, Bedürftige und Obdachlose bekommen etwas zu essen, können duschen oder werden medizinisch versorgt. Ebenso wichtig sind finanzielle, rechtliche und psychologische Hilfen.

"Um noch mehr Menschen aus ihren Notlagen helfen zu können, brauchen wir mehr Platz“, sagt der Caritas-Präsident, Pfarrer Petro Zharkovskyi. „Wir haben die einmalige Chance, weitere 150 qm im angrenzenden Erdgeschoss zu kaufen. So wäre es uns möglich, mit kleinstem Aufwand größte Wirkung zu erzielen. Aber ohne Hilfe von außen können wir es uns nicht leisten. Deswegen bitten wir um Ihre Unterstützung.“

Ebenfalls um den Erwerb von Räumlichkeiten geht es in Vinniza. Dort hat die Caritas Spes eine Wohnung für eine psychologische Beratungsstelle für Kriegsopfer und deren Angehörgie gemietet. Zwölf speziell auf Kriegstraumata qualifizierte Psychologinnen und Psychologen sind für all diejenigen da, die diese Hilfe benötigen. Jetzt soll das Haus verkauft werden. Damit die Caritas ihre wichtige Arbeit nachhaltig und langfristig fortsetzen kann, muss sie die Wohnung kaufen und benötigt dafür dringend finanzielle Unterstützung.

Angst im Kopf

Schicksal einer Binnenflüchtlingsfamilie in der Ukraine

Luhansk, die Heimatstadt der achtjährigen Olga (Name geändert), stand vor allem im Spätsommer 2014 unter ständigem Beschuss. Ihre Mutter ist mit ihr und ihren Geschwistern zu Verwandten nach Kiew geflohen. Die Wohnung ist eng und klein, Olgas Mutter hat noch keine regelmäßige Arbeit, aber wenigstens fallen keine Bomben. Trotzdem ist der Krieg fast immer da – in ihrem Kopf. Die Bilder der Zerstörung und des Schreckens holen sie immer wieder ein: Im Traum oder beim Spielen. Ihr Vater ist trotz des unregelmäßig andauernden Beschusses in der Heimat geblieben. In der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konfliktes will er die letzten Habseligkeiten der Familie nicht verlieren.

Schicksale wie das von Olgas Familie gibt es im ganzen Land. Viele Menschen sind aufgrund der kriegerischen Gewalterfahrung und der Verluste von Familienmitgliedern schwer traumatisiert. Reaktionen auf ein solches Ereignis können wiederkehrende, sich aufdrängende Kriegserinnerungen, Angstzustände, Depressionen oder psychosomatische Beschwerden wie Herzrasen sein. Kinder, Frauen und alte Menschen aus dem Kriegsgebiet sowie Männer, die an der Front waren, benötigen. Jetzt soll das Haus verkauft werden. Damit die Caritas ihre wichtige Arbeit nachhaltig und langfristig fortsetzen kann, muss sie die Wohnung kaufen und benötigt dafür dringend finanzielle Unterstützung.

Vor allem Kinder und alte Menschen leiden an den Folgen des Krieges im Osten der Ukraine.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Griechisch-katholische Caritas Ukraine</small>
Vor allem Kinder und alte Menschen leiden an den Folgen des Krieges im Osten der Ukraine.
Foto: Griechisch-katholische Caritas Ukraine
Beratungsgespräche helfen Kriegsopfern und ihren Angehörigen.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Griechisch-katholische Caritas, Ukraine</small>
Beratungsgespräche helfen Kriegsopfern und ihren Angehörigen.
Foto: Griechisch-katholische Caritas, Ukraine
Die psychischen Symptome
nach einem Trauma müssen
behandelt werden.<br><small class='stackrow__imagesource'>Foto: Caritas Spes, Ukraine</small>
Die psychischen Symptome nach einem Trauma müssen behandelt werden.
Foto: Caritas Spes, Ukraine

Projektbewertung

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Situation in der Ukraine, in der die staatlichen Stellen mit der Versorgung und Betreuung der Not leidenden und bedürftigen Menschen meist hoffnungslos überfordert sind, sind die Vorhaben des Caritas-Spes-Sozialzentrums in Kiew und der katholischen Kirche in Vinniza von großer Bedeutung.

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