Blick auf das Schlusspodium beim Internationalen Kongress Renovabis
Schlusspodium am letzten Kongresstag über Ordensgemeinschaften im 21. Jahrhundert: Neue Herausforderungen – Neue Wege. Auf dem Podium (v.l.n.r.): Thomas Schumann, Freising (Anwalt des Publikums), Pater Giovanni Peragine CRSP, Brüssel, Pater Stanislav Přibyl CSsR, Prag, Dr. Katalin Ágnes Juhász OPraem, Zsámbek, Ernst Dohlus, München (Moderation), Provinzoberin Teodora Shulak MSsR, Lviv
Foto: Simon Korbella, Renovabis
02.09.2016 – Renovabis-Kongress

Eine Zukunft für die Orden

Internationaler Kongress von Renovabis diskutiert Herausforderungen der Ordensgemeinschaften im 21. Jahrhundert

Freising. Angesichts rückläufiger Berufungen sowie der zunehmenden Ich-Bezogenheit und des Säkularismus in den europäischen Gesellschaften stehen Ordensgemeinschaften im Osten wie im Westen Europas vor großen Herausforderungen. Die aktuelle Situation müsse aber nicht nur als Krise, sondern auch als Chance betrachtet werden. Darüber war man sich am Ende des 20. Internationalen Renovabis-Kongresses in Freising einig.

Drei Tage lang hatten sich rund 280 Kongressteilnehmer aus 29 Ländern mit der Rolle und Bedeutung der Orden in Mittel- und Osteuropa befasst. Ordensleute aus Albanien, Ungarn, der Ukraine, Kroatien, Tschechien, der Slowakei, Lettland, Weißrussland und Russland stellten die unterschiedlichen Charismen und Aufgaben ihrer Gemeinschaften dar. Dabei seien, wie Renovabis-Geschäftsführer Dr. Gerhard Albert betonte, eine „reiche Fülle an Realitäten und viele beeindruckende Zeugnisse des Ordenslebens im Osten Europas“ präsentiert worden. Der Austausch in Freising, wie auch die Möglichkeiten der Vernetzung, wurden von vielen Kongressteilnehmern gelobt.

Trotz mancherlei Problemanzeigen und Herausforderungen – wie dem Mangel an Berufungen, der Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit weiter Teile ihrer Gesellschaften – haben die Ordensleute keine Angst vor der Zukunft, sondern sehen auch Chancen für ihr Apostolat. Dies fasste am Ende des Kongresses der Redemptoristenpater Stanislav Přibyl, designierter Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz, in die Worte: „In einer säkularen Gesellschaft werden Ordensleute eher als Kuriosität statt als Alternative wahrgenommen. Diese Tatsache hat jedoch auch das Potential, Interesse zu wecken – und zwar nicht mit einem kuriosen und geheimnisvollen Lebensstil, sondern durch ein authentisches Leben.“
Die letzte (und erste) Berufung der Ordensangehörigen sei die prophetische Dimension ihres Lebens, zitierte Přibyl ein Wort von Papst Franziskus, der den Ordensleuten nahelegte:

Ich erwarte, dass ihr die Welt aufweckt, denn das Merkmal, das das geweihte Leben kennzeichnet, ist die Prophetie“. Die Ordensleute sollten „Propheten sein, die Zeugnis geben, wie Jesus auf dieser Erde gelebt hat.

Dass die Existenz als Ordensmann oder -frau in der Nachfolge Christi nicht nur ein Kontrast zur Gesellschaft sei, sondern ihr Glaubensleben auch ein Korrektiv der Kirche sein könne, wurde an anderer Stelle des Kongresses deutlich. Wichtig sei, dass die Orden selber offen für die Zeichen der Zeit blieben, das heißt, die Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Gegenwart erkennen, auf sie reagieren und dementsprechend auch neue Wege gehen. Dabei dürften sie aber nicht in Aktionismus verfallen, sondern müssten sich immer wieder auf ihre Berufung und ihr Apostolat besinnen. Denn ihre Existenz als Ordensleute, ihr Leben aus der Kraft des Glaubens, ihr Da-Sein für die Menschen auch im Gebet, seien oft wichtiger als viele der alltäglichen Aufgaben und Aktionen. Dazu gehöre auch die Besinnung auf die eigene Identität, die Pflege der eigenen Berufung und nicht zuletzt auch des Gemeinschaftslebens.

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Inhalt erstellt: 30.09.2016, zuletzt geändert: 17.08.2017