Umschlag der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven. Nr. 4 2016
Umschlag der Zeitschrift OST-WEST. Europäische Perspektiven. Nr. 4 2016
30.11.2016 – Zeitschrift OST-WEST

Migration – selbst gewählt und fremd bestimmt

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift OST-West enthält auch einen Beitrag von Dr. Rupert Neudeck über seine Flucht aus Danzig am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Flüchtlingsthematik beherrscht seit geraumer Zeit die europäische Tagesordnung. Angesichts globaler Wanderungsbewegungen – Schätzungen gehen von mehr als 60 Millionen Menschen aus – gerät dabei schnell aus dem Blick, dass Migration ein ganz alltägliches Phänomen ist. Viele Menschen verlassen irgendwann aus beruflichen oder privaten Gründen ihre Heimat, manchmal genötigt, oft aber auch freiwillig. Vor diesem Hintergrund will die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „OST-West. Europäische Perspektiven“ (OWEP) unter dem Titel „Migration – selbst gewählt und fremd bestimmt“ unterschiedliche Aspekte von Migration beleuchten.

Die einführenden Beiträge brechen gleich zu Beginn den abstrakten Begriff des „Migrationshintergrundes“ oder der „Migrationsgeschichte“ auf die Ebene der konkreten Alltagserfahrung herunter. Menschen aus Polen, der Ukraine, Armenien und Bosnien-Herzegowina geben Zeugnis von dem, was ihnen widerfuhr, als sie sich – freiwillig oder gezwungenermaßen – auf den Weg machten. Dabei wird klar, dass Migration – mag sie oft oder meistens auf äußeren Umständen, strukturellen Ursachen und objektiven Gründen beruhen – immer auch etwas sehr Individuelles ist. Ein besonderer, sehr persönlicher Beitrag stammt von Dr. Rupert Neudeck, der in seinem Essay die Stationen der eigenen Flucht am Ende des Zweiten Weltkriegs von Danzig in Richtung Westen nachzeichnet. Er macht deutlich, wie schwierig sich das Zusammenleben von Einheimischen und Flüchtlingen trotz gemeinsamer Sprache und Kultur in den ersten Jahren nach 1945 gestaltete, und knüpft daran konkrete Vorschläge zum heutigen Umgang mit Flüchtlingen an. Der Text ist gleichsam ein Vermächtnis, weil Rupert Neudeck am 31. Mai 2016 verstarb.

„Einen Platz in der Welt finden“

Trotz der ganz unterschiedlich „verursachten“ Wanderungsschicksale arbeitet Reinhard Feiter, Theologe an der Universität Münster, in seiner zusammenfassenden Betrachtung der verschiedenen Migrationsgeschichten den verbindenden Punkt heraus: „Das zentrale Narrativ aller Migrationsgeschichten“ bestehe darin, „einen Platz in der Welt zu finden“. Es gehe um „Möglichkeiten zu leben und zu handeln“, um einen Ort, „wo mir das Recht eingeräumt wird, Rechte zu haben“. Ergänzt wird das facettenreiche Bild von Migrationen, das diese OWEP-Ausgabe vorstellt, durch einen Bericht zur oft hoffnungslosen Situation von abgeschobenen Albanern und einem eher grundlegenden Beitrag des früheren ZdK-Präsidenten Alois Glück. Er erinnert darin an die Verantwortung Europas angesichts der aktuellen Flüchtlings- und Migrationsbewegungen. Die Europäer könnten nicht nur Nutznießer der Globalisierung sein, sondern müssten auch zur Einsicht gelangen, „dass wir immer mehr und immer enger eine weltweite Schicksalsgemeinschaft sind“.

Weitere Informationen

Mehr Infos zur aktuellen Ausgabe auf der Homepage von ­www.owep.de. Hier können Sie auch einen Artikel im Volltext lesen: Irena Wiśniowska: Aus der Ukraine über Russland nach Polen, in: OWEP 4/2016 „Migration – selbst gewählt und fremd bestimmt“.

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Inhalt erstellt: 30.11.2016, zuletzt geändert: 12.02.2019