Logo des Online-Kongresses Renovabis 2020 mit Kaffeetasse und Kopfhörern
Zum ersten Mal online statt offline: der Renovabis Kongress 2020
Quelle: Collage: Daniela Schulz
09.09.2020 – Renovabis-Kongress

Belarus: Erneuter Aufruf der Kirche zum friedlichen Dialog

Der 24. Kongress Renovabis findet in diesem Jahr online statt. Aus aktuellem Anlass wurde das Kongress-Thema COVID-19 um ein Forum zur Situation in Belarus erweitert. Der Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz rief erneut zum solidarischen Gebet und zur Besonnenheit bei politischen Reaktionen auf.

Zum solidarischen Gebet für Belarus und um Besonnenheit bei politischen Reaktionen durch Deutschland und die Europäische Union hat am Dienstag (8. September) der römisch-katholische Erzbischof von Minsk-Mogilew, Tadeusz Kondrusiewicz, erneut aufgerufen. Der Kirchenmann musste sich aus Anlass des Internationalen Kongresses Renovabis aus Polen einem Pressegespräch zuschalten lassen, weil ihm vor acht Tagen die Wiedereinreise in seine belarussische Heimat nach einem privaten Aufenthalt in dem Nachbarland verweigert worden war.

Inzwischen haben sich Deutsche Bischofkonferenz und Rat der Katholischen Bischofskonferenzen Europas (CCEE) der Forderung von Renovabis angeschlossen, das Einreiseverbot gegen den Minsker Erzbischof aufzuheben. Beim Renovabis-Kongress machte Kondrusiewicz abermals deutlich, dass die katholische Kirche sich keinesfalls in die Politik einzumischen gedenke. Allerdings agiere sie unter den Vorzeichen von Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und sozialer Gerechtigkeit. So werde die Kirche weiterhin im Interesse ihrer eigenen Gemeinden handeln, dabei aber auch das Wohl der gesamten Bevölkerung im Blick behalten. Als „selbstverständlich“ bezeichete der Erzbischof die Zusammenarbeit mit den anderen Religionsgemeinschaften im Land.

Die Belarus-Expertin Astrid Sahm von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin ordnete die Möglichkeiten der Kirchen in Belarus, aber auch durch Interventionen Deuschlands oder durch die Europäische Union in der augenblicklichen Lage ein: „Wenn jeglicher Dialog verweigert wird, gibt es nur begrenzte Möglichkeiten.“ Eher symbolische Sanktionen würden wohl nicht ernstgenommen. Allerdings müsse die EU dabei bleiben, den Wahlausgang nicht anzuerkennen und damit Präsident Lukaschenko nicht zu legitimieren. Dem erstarkten belarussischen Volk müsse Solidarität signalisiert werden, die Lage in dem Land weiterhin medial auf der Tagesordnung bleiben. Auch durch künstlerische Aktionen müsse die Demokratie-Bewegung gestärkt werden. In den Kirchen gelte es naturgemäß miteinander und füreinander zu beten. Wenn sich einzelne Priester mutig und besonnen - etwa vor Gefängnistoren - zwischen Demonstranten und die Vertreter der Staatsmacht stellten um Gewalt zu vermeiden, könne dies auch angemessen für Kirchenleute und Geistliche sein.

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Inhalt erstellt: 09.09.2020, zuletzt geändert: 11.09.2020