Pontifikalamt im Freiburger Münster mit Erzbischof Stephan Burger
Pontifikalamt im Freiburger Münster mit Erzbischof Stephan Burger
Quelle: Thomas Schumann
31.05.2020 – Pressemitteilung

„Wir brauchen den Geist der Versöhnung und des Friedens“

Erzbischof Burger: „Wir brauchen den Geist der Versöhnung und des Friedens, um persönlich genesen zu können. Und das ist auch das Rezept zur Genesung der irdischen Gestalt von Kirche.“

FREIBURG | FREISING. Der „Geist der Versöhnung und des Friedens“, der das Pfingstfest prägt, ist nach Einschätzung des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger sowohl eine Hilfe für jeden Einzelnen, als auch für Kirche und Gesellschaft: „Wir brauchen den Geist der Versöhnung und des Friedens, um persönlich genesen zu können. Und das ist auch das Rezept zur Genesung der irdischen Gestalt von Kirche. Das nimmt uns in die Pflicht, Verschuldetes aufzuarbeiten und als Berufene tatkräftig am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.“

Das Pontifikalamt war in diesem Jahr gleichzeitig der Abschluss der Renovabis-Pfingstaktion. Das Hilfswerk nimmt besonders jene Menschen in den Blick, die in den Ländern im Osten Europas zuhause sind, die, so der Erzbischof „selbst nach den 75 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs und 30 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Gewaltherrschaft innerlich zerrissen sind, manche auch äußerlich bedroht“ seien. Pfarrer Christian Hartl, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, betonte in dem Gottesdienst dass sich das diesjährige Kampagnen-Motto „Selig, die Frieden stiften. Ost und West in gemeinsamer Verantwortung“ und die zu vermitteln beabsichtigte Friedensthematik ohne Weiteres mit der Corona-Krise verknüpfen lasse: „Wer in Coronazeiten nicht nur an die eigenen Herausforderungen und Probleme denkt, sondern auch an die Nöte der Menschen in ärmeren Ländern, der dient dem Frieden!“ Der Leiter der Osteuropa-Solidaritätsaktion ist überzeugt, dass „unsere jetzt gelebte Solidarität langfristig den Frieden fördert, dass verweigerte Solidarität aber den Boden für künftige Zwietracht nährt“.

In seiner Predigt am Pfingstsonntag (31.5.) im Freiburger Münster kritisierte der Freiburger Erzbischof zugleich die Tendenz in Kirche und Gesellschaft, in allem stets das Negative zu suchen. Kaum etwa würden aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie Beschränkungen gelockert, würden diese schon wieder als unzureichend kritisiert, so der Erzbischof: „Kaum beginnen wir, über Lockerungen und Entlastungen nachzudenken, Luft zu holen in der Pandemie, werden gleich Verschwörungstheorien befördert und erwogen, die manche wieder neu in Angst und Schrecken versetzen. Statt sich über die gemeinsamen Hilfestellungen und Unternehmungen, ja Aktionen zu freuen, die uns für ein paar Wochen beflügelt und geeint haben, geht es gleich wieder um die Risse und Spalten, die sich in unserem gesellschaftlichen wie kirchlichen Gefüge zeigen. Wir stehen uns leider nur allzu oft selbst im Weg.“

Pfingsten: „Einschneidendes und heilendes Ereignis“

Das Pfingstfest, so Erzbischof Stephan Burger, erinnert daran, dass „die Geschichte der Menschheit und der Kirche voll von Zeiten der Trostlosigkeit und Dunkelheiten“ sei. Aktuell habe die Corona-Krise dazu beigetragen, dass viele Menschen „Beklemmungen verspüren“ und nicht mehr „durchatmen können“. Erzbischof Burger betonte, dass diese Situation auch den Jüngern Jesu bekannt war: So sahen sie sich „mit psychischen Belastungen konfrontiert nach den schrecklichen Ereignissen des Karfreitags. Statt des Aufbruchs, den sie sich mit Jesus erhofft hatten, führte sie der Weg in die Depression und Isolation.“ Mit dem Pfingstfest feiern die Katholiken das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes: „Für uns als Kirche, als Gemeinschaft derjenigen, die an Christus glauben, ist ein solch einschneidendes und heilendes Ereignis die Begegnung der Jünger mit dem auferstandenen Herrn und die Erfahrung, von seinem Geist durchdrungen und belebt zu sein.“ So sei „Pfingsten ein Fest, das uns deutlich sagt, dass keine Einschränkungen, keine Corona-Krise dem Leben, das von Gott ausgeht, gefährlich werden können, mögen die Folgen uns noch so sehr den Atem rauben und Beklemmungen hervorrufen.“

Die Ukraine ist das Beispielland für Pfingstaktion und Jahresthema

An Pfingsten findet in allen katholischen Kirchen in Deutschland die Renovabis-Kollekte statt. Sie ist eine wichtige Säule zur Unterstützung der Partner in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, deren Arbeit unter erheblich erschwerten Bedingungen weitergeht. Beispielland für die Spendenaktion 2020 unter dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften“ ist die Ukraine. Zuletzt hat Renovabis die dortigen Projektpartner in der Corona-Krise mit Soforthilfen unterstützt. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verzeichnet Renovabis aus vielen seiner 29 Partnerländern im Osten Europas immer mehr Hilferufe.
Hier bemüht sich die Kirche mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, das umzusetzen, was ihr seitens des Auferstandenen aufgetragen ist: Versöhnung und Frieden zu ermöglichen“, betonte Erzbischof Burger. „Gerade der Blick in die Vergangenheit und auf gegenwärtige, brüchige Verhältnisse, zeigt uns, welches Glück und welcher Segen uns in den letzten Jahrzehnten geschenkt wurde.“
Er rief dazu auf, die Renovabis-Pfingstkollekte zu unterstützen:

„Teilen wir mit den Möglichkeiten unserer finanziellen Solidarität dieses Glück mit anderen. Dazu dient die heutige Kollekte sowie jeder Euro und Cent, den Sie für diese Hilfsaktion auch überweisen können. Helfen wir mit, dass andere nicht mehr das Gefühl haben müssen, dass ihnen die Luft zum Atmen, zum Leben genommen wird.“

Spenden

Spenden an das Osteuropa-Hilfswerk können online über Pfingstspende oder per Banküberweisung an die LIGA Bank eG, Stichwort: „Pfingstspende“, IBAN: DE24 7509 0300 0002 2117 77 getätigt werden.

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Dr. Markus Ingenlath

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Thomas Schumann

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Simon Korbella

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Inhalt erstellt: 29.05.2020, zuletzt geändert: 31.05.2020